- 21.11.2011, 13:16:42
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WKÖ-Klacska: "Wenn wir die Krise nicht aus den Köpfen bekommen, bekommen wir sie in die Bücher"
WKÖ-Bundessparte Transport und Verkehr mit aktueller Konjunkturumfrage - Beförderer mit 660 Mio. Euro Steuern und Abgaben belastet
PWK831 (OTS/PWK831) - "Wenn wir die Krise nicht aus den Köpfen
bekommen, bekommen wir sie in die Bücher". So fasste Alexander
Klacska, Obmann der Bundessparte Transport und Verkehr in der WKÖ, am
Montag in einer Pressekonferenz die Ergebnisse der aktuellen
Konjunkturumfrage der Sparte zusammen. Befragt nach der Entwicklung
der Nachfrage, Geschäftslage, dem Auftragsbestand oder der
Beschäftigungslage in der jüngsten Zeit, geben die heimischen
Verkehrs- und Transportunternehmen durchwegs noch ein positives Bild
- der Blick in die Zukunft fällt jedoch getrübt aus. So wurde etwa
die Geschäftslage von den Mobilitätsunternehmen seit Mitte 2010
relativ unverändert eingeschätzt, erfährt aber für die nächsten sechs
Monate einen deutlichen Abwärtstrend. Die Beschäftigtenlage bleibt in
der Branche stabil. "Wir sehen, dass die Unternehmen ihre Mitarbeiter
halten wollen, dass die jedoch auch auf wackeligen Beinen steht, wenn
man die allgemein vorsichtigeren Einschätzungen betrachtet", so
Klacska.
Wie Bundessparten-Geschäftsführer Erik Wolf erläuterte, liegt die
Zahl der Arbeitslosen im Straßengüterverkehr heuer bisher in jedem
Monat unter den Vergleichszahlen des vergangenen Jahres. Bei den
Zulassungszahlen der schweren Nutzfahrzeuge gab es einen erfreulichen
Trend, so Wolf: Bis Ende Oktober wurden 6270 Fahrzeuge zugelassen,
das ist ein stattliches Plus von 44,1%. Die Fahrleistung von
Fahrzeugen über 3,5 Tonnen auf Österreichs Autobahnen und
Schnellstraßen hat heuer bis inklusive Oktober um etwa 4,3% zugelegt.
Beförderer mit 660 Mio. Euro Steuern und Abgaben belastet
Wenig erfreulich entwickelt sich aus der Sicht der Branche die
Abgabenbelastung für die Mobilitätsbetriebe. Obmann Klacska warnte
vor einem weiteren Drehen an der Steuerschraube: "Wir sprechen uns
deutlich gegen weitere Belastungen aus. Die Erhöhung der
Mineralölsteuer zu Jahresbeginn hat zu einer spürbaren Verteuerung
der Treibstoffe geführt, was den Tanktourismus abwürgt. Das sollte
nicht auf den österreichischen Steuerzahler überwälzt werden". Laut
einer Branchenberechnung wird die Straßengüterbeförderungsbranche
2012 mehr als 660 Mio. Euro an verkehrsspezifischen Steuern und
Abgaben zu leisten haben.
Auch die Bemautung läuft aus der Sicht der Mobilitätswirtschaft nicht
befriedigend. Klacska: "Wir brauchen mehr Transparenz in der
Mautdiskussion und sind für eine Offenlegung der Zahlen. Denn
Aufkommensneutralität muss gewährleistet sein. Außerdem fordern wir
eine eigene Mautkategorie für Busse".
Anschlussbahnförderung als wichtiger Bestandteil einer
nachhaltigen Verkehrsstrategie erhalten
Das Angebot der RCA wird derzeit massiv eingeschränkt, was aufgrund
der finanziellen Schieflage zwar notwendig war, in der Branche jedoch
zu heftigen Diskussionen führt. Über Anschlussbahnen werden mehr als
zwei Drittel des innerösterreichischen Schienenverkehrs abgewickelt.
"Dem Schienenverkehr kommt innerhalb des Transportwesens eine
wesentliche Rolle zu, die produzierende Industrie in Österreich
braucht auch funktionierende Anschlussbahnen", betonte Roman
Stiftner, Präsident der Bundesvereinigung Logistik Österreich (BVL)
und WKÖ-Fachverbandsgeschäftsführer Bergewerke, Stahl und
NE-Metallindustrie. Die BVL Österreich ist Österreichs größtes
Logistiker-Netzwerk und ein gemeinnütziger Verein mit 700
Mitgliedern.
Das Wifo und Johanneum Research haben eine Studie über die Bedeutung
des Schienenverkehrs erstellt und dabei beleuchtet, wie sich die
jüngsten Einschnitte bei der RCA aus Sicht von betroffenen
Unternehmen und Experten auswirken. Stiftner: "Das österreichweit
dadurch verlagerte Aufkommen wird auf 9,25 Mio. Tonnen geschätzt.
Diese Verlagerung verursacht 190.000 Tonnen zusätzlichen CO2-Ausstoß
pro Jahr". Stiftner empfiehlt, nicht nur auf Großprojekte zu setzen.
"Auch mit kleinen Beträgen kann es gelingen, einen Lückenschluss zu
schaffen, in dem auch die Terminals und Verschubknoten modernisiert
werden." Die geplanten Kürzungen bei der Förderung der
Anschlussbahnen seien daher zu überdenken.
Klacskas Fazit: "Wir geben ein breites Commitment zu den ÖBB und
zu ihrem Spargedanken. Die Maßnahmen bei der RCA erfolgten jedoch zu
spät, zu kurzfristig und waren zu überzogen. Und wir haben noch viele
Maßnahmen vor uns auf dem Weg zu einem Masterplan Verkehr, bei dem
die Schiene eine bedeutende Rolle spielen soll. Schließlich brauchen
wir ein Verkehrssystem aus einem Guss - in Österreich wie in Europa".
(PM)
Präsentationen und Unterlagen finden sich auf wko.at/verkehr unter
Presseaussendungen
Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer Österreich, Bundessparte Transport und Verkehr Dr. Erik Wolf Tel.: ++43) 0590 900-3251 mailto:[email protected] http://wko.at/verkehr
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