- 21.11.2011, 12:11:32
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Brunner: Berlakovich bei Müllvermeidung und sparsamen Umgang mit Ressourcen gefordert
Grüne warnen vor ungebremsten Anstieg beim Abfallaufkommen in Österreich
Wien (OTS) - "Wir leben in einer verschwenderischen
Wegwerfgesellschaft. Für mich ist Abfallvermeidung und der sparsame
Umgang mit knappen Ressourcen heute eine der wichtigsten
Herausforderungen in der Umweltpolitik", erklärt Christiane Brunner,
Umweltsprecherin der Grünen, anlässlich der Europäischen Woche für
Abfallvermeidung. Noch bis zum 27. November sprechen dabei die
Regierungen vieler europäischer Länder über Abfallvermeidung. Sie
präsentieren innovative Projekte und Ideen zu Abfallvermeidung in
Haushalten und Betrieben und werben für einen nachhaltigeren Umgang
mit Ressourcen.
Österreich ist zwar bei Abfalltrennung und Recycling im
internationalen Vergleich in einer guten Position, allerdings steigt
das Abfallaufkommen ungebremst weiter. In den letzten fünf Jahren ist
das Abfallaufkommen aus österreichischen Haushalten um fast 14%
angestiegen. JedeR ÖsterreicherIn produziert pro Jahr 601 kg
Haushaltsabfälle. "Der sauberste Müll ist immer noch der, der gar
nicht erst entsteht. Wir müssen weg von der Wegwerfgesellschaft und
hin zu einer sparsamen Kreislaufwirtschaft, in der Abfälle vermieden
und Produkte wieder repariert und wiederverwendet werden. Ich sehe
jetzt auch die Regierung gefordert, endlich aufzuwachen und
entgegenzusteuern. Wenn Minister Berlakovich in diesem Bereich
Nachhilfe braucht, ich stehe zur Verfügung", appelliert Brunner.
In der Diskussion um Abfallwirtschaft - und nicht zuletzt im
Abfallvermeidungsprogramm von Minister Berlakovich - wird immer öfter
Müllvermeidung mit Recycling gleichgesetzt und als gleichwertig
angesehen. "Das ist nicht nur sehr problematisch, sondern einfach
falsch. Die österreichischen und europäischen Gesetze geben mir hier
Recht: Das oberste Prinzip der Abfallpolitik besagt, dass wir Müll
vermeiden müssen und Produkte möglichst wiederverwenden oder
reparieren sollen. Erst an zweiter Stelle steht das Recycling, an
dritter die Verbrennung und schließlich an vierter die Deponie. Auch
wenn das Recycling ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu einer
Kreislaufwirtschaft ist, muss klar sein, dass der sauberste Müll
immer noch der ist, der gar nicht erst entsteht", sagt Brunner. Diese
Abfallhierarchie hat ökologisch sehr leicht nachvollziehbare Gründe.
So fallen auch bei Recyclingprozessen Abfälle in Form von Energie und
Material an. Darüber hinaus kommt es zum Beispiel beim
Kunststoffrecycling zu einem so genannten Downcycling, da die
Qualität der Materialien in Mitleidenschaft gezogen wird und nur noch
zu minderwertigeren Produkten verarbeitet werden kann.
"In der Abfallvermeidung ist jeder und jede Einzelne gefordert: Ob
das der Verzicht auf das Gratis-Sackerl ist, die Wahl der Produkte
oder der bewusste Umgang mit Lebensmittel - wir können alle etwas
tun. Die Politik muss aber die Rahmenbedingungen schaffen, damit
Abfallvermeidung gefördert und erleichtert wird. Und da vermisse ich
leider ernsthafte Anstrengungen von Minister Berlakovich", sagt
Brunner.
Rückfragehinweis:
Die Grünen
Tel.: +43-1 40110-6697
mailto:[email protected]
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