OTS0037 / 21.11.2011 / 09:30 / Channel: Politik / Aussender: fh-campus wien
Stichworte: Bildung / Chemie / Fachhochschulen / Forschung / Innovationen / Technologie


Raps statt Erdöl - FH Campus Wien und Vogelbusch GmbH melden Patent zur verbesserten Herstellung von Chemikalien an


   Wien (OTS) - Der Fachbereich Bioengineering der FH Campus Wien hat
mit dem Wiener Biotech-Unternehmen Vogelbusch eine Patentanmeldung
eingereicht. Im Rahmen des in Kooperation laufenden und von der
Forschungsförderungsgesellschaft geförderten Forschungsprojekts
"Propandiol" wurde ein speziell geeigneter Mikroorganismus gefunden,
mit dessen Hilfe Chemikalien aus kostengünstigeren erneuerbaren
Rohstoffen hergestellt werden. Damit wurde eine verfahrenstechnische
Verbesserung entwickelt, die dazu beiträgt, Erdöl als Grundlage für
Chemikalien durch erneuerbare Rohstoffe zu ersetzen.
   Bei dem Mikroorganismus handelt es sich um ein spezielles
Milchsäurebakterium, das mit vielen auch verunreinigten
Kohlenstoffquellen pflanzlicher Herkunft - etwa Raps - auskommt.
Nicht aufgereinigte Kohlenstoffquellen sind in der Regel wesentlich
billiger als "gereinigte", jedoch häufig nur schwer einsetzbar. Bei
der Herstellung von Biodiesel - einem in Europa verbreiteten
Biotreibstoff - fallen mehr als 10% Glycerin in einer sehr
verunreinigten Form an. Aus diesem Rohglycerin wird im Rahmen des
FH-Projekts mit Hilfe des speziellen Milchsäurebakteriums Propandiol
hergestellt. "DI Stephan Pflügl hat als FH-Absolvent und nunmehriger
Doktorand einen wichtigen Beitrag zu der nun möglichen
Patentanmeldung geleistet. Im Rahmen von Forschungsprojekten bilden
wir gemeinsam mit der Universität für Bodenkultur auch DoktorandInnen
aus." unterstreicht FH-Prof. Dr. Michael Sauer, Leiter des Projekts
"Propandiol" an der FH Campus Wien, den Nutzen der Forschung für die
Ausbildung der Studierenden. Mit dem in bisherigen F&E-Projekten
erworbenen Know-how ist es sogar gelungen, die FH Campus Wien 2010
als Partner für das Kompetenzzentrum "Austrian Center of Industrial
Biotechnology" zu etablieren.
Biotechnologisch hergestelltes Propandiol für die chemische Industrie
   Propandiol ist ein zweiwertiger Alkohol, der biotechnologisch oder
auf Erdölbasis erzeugt werden kann. Die biotechnologische Herstellung
hat die ehemalige Nischenchemikalie mittlerweile
massenproduktionstauglich macht. Da 1,3-Propandiol Ausgangsmaterial
für neuartige Kunststoffe mit hervorragenden physikalischen und
chemischen Eigenschaften ist, ist das Interesse der Industrie an
verfahrenstechnischen Verbesserungen groß. Der Anteil
biotechnologischer Verfahren am Umsatz der Chemischen Industrie liegt
derzeit bei etwa 5 Prozent, der Anteil am Umsatz der Pharmaindustrie
schon bei 15 Prozent. Diese Prozentmarke soll die Chemische Industrie
als definiertes EU-Ziel bis 2015 erreichen. Insgesamt wird der
weltweite Umsatz mit weißer - industriellen - Biotechnologie im Jahr
2015 auf rund 300 Milliarden US-Dollar geschätzt. Die Vorteile der
weißen Biotechnologie liegen vor allem im reduzierten
Rohstoffverbrauch, in der höheren Energieeffizienz, in verminderten
Emissionen wie CO2 und einer Verringerung der Produktionskosten. Die
weiße Biotechnologie gewinnt auch für Verfahren und Produkte in der
Lebensmittel-, Textil-, Kosmetik- und Papierindustrie an Bedeutung. 
Technisch-naturwissenschaftliche Studiengänge in Kooperation mit der
BOKU
   Das Bachelorstudium Bioengineering  sowie die Masterstudiengänge
Bioverfahrenstechnik, Biotechnologisches Qualitätsmanagement und
Bioinformatik werden am Standort und in Kooperation mit der BOKU
geführt. Sie sind auf die biotechnologische Industrie ausgerichtet.
   Beim Masterstudium Bioverfahrenstechnik geht es um die technische
Nutzung von Mikroorganismen, tierischen Zellen oder anderen
biologischen Materialien. Sie reicht von der Herstellung von
Produkten, über die Entwicklung von Testkits bis zur Planung von
Produktionsanlagen. Qualitätsmanagement und regulatorische
Angelegenheiten sind dabei wesentlich und bilden die Basis für die
Zulassung von Arzneimitteln, Wirkstoffen, Medizinprodukten bzw. von
Lebens- und Futtermitteln oder Kosmetik. Speziell in diese Richtung
verbindet das Masterstudium Biotechnologisches Qualitätsmanagement
technische Fachkompetenz mit Methoden der Betriebsführung. Das
Masterstudium Bioinformatik bereitet darauf vor, riesige Datenmengen
der Biotechnik effektiv zu verarbeiten und zu analysieren. 
Nähere Infos zur FH Campus Wien unter www.fh-campuswien.ac.at.
Vogelbusch GmbH
   Das Unternehmen ist seit der Gründung im Jahre 1921 im Bereich
Planung und Anlagenbau für die Biotechnologie tätig. Mit Wissen und
Erfahrung in der Bioprozesstechnik für die Biocommodity-Industrie
sowie für die Pharma- und Biopharma-Industrie ist Vogelbusch weltweit
erfolgreich in der Projektrealisierung. Nähere Infos unter
www.vogelbusch.com.
FH Campus Wien
   Die FH Campus Wien besteht in der heutigen Form seit 2002 und
erhielt den Status "Fachhochschule" im Sommer 2004. Mit mehr als
3.800 Studierenden ist die FH Campus Wien die größte FH in Wien und
eine der größten Fachhochschulen österreichweit. In den Departments
"Applied Life Sciences ", "Technik", "Bautechnik",
"Gesundheit","Soziales" und im "Public Sector" steht den Studierenden
ein Angebot an 40 Bachelor- und Masterstudiengängen sowie
Masterlehrgängen zur Auswahl. Die FH Campus Wien arbeitet
insbesondere mit der Universität Wien, der Universität für
Bodenkultur, der Veterinärmedizinischen Universität Wien, der
Technischen Universität Wien und der Medizinischen Universität Wien
zusammen. Die Gesundheits-Studiengänge werden in Kooperation mit dem
Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) geführt. Public Management wurde
in Kooperation mit dem Bundeskanzleramt, Tax Management mit dem
Bundesministerium für Finanzen entwickelt.
   Zahlreiche F&E-Projekte der Studiengänge und externe
Auftragsforschung werden über eigene Forschungsgesellschaften
abgewickelt. Die FH Campus Wien ist mit Unternehmen, Organisationen
und öffentlichen Einrichtungen ebenso vernetzt wie mit
Partner-Schulen aus BHS und AHS.
Rückfragehinweis:
~
   Mag.a Sonja Wallner
   FH Campus Wien
   Unternehmenskommunikation
   Favoritenstraße 226, 1100 Wien
   T: +43 1 606 68 77-6403
   F: +43 1 606 68 77-6409
   sonja.wallner@fh-campuswien.ac.at
   www.fh-campuswien.ac.at
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