• 18.11.2011, 12:35:14
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Frühe Prävention durch Schulsozialarbeit

LR Stemer und LR Schmid: Modell bewährt sich an Vorarlbergs Schulen

Lustenau (OTS/VLK) - An mehreren Vorarlberger Schulen wird seit
zwei Jahren ein Drei-Säulen-Modell praktiziert, um Schülerinnen und
Schüler, Lehrpersonen und Eltern verstärkt zu unterstützen, wenn es
gröbere Belastungen der Schulpartnerschaft bzw. des sozialen Umfeldes
gibt. Schullandesrat Siegi Stemer und Soziallandesrätin Greti Schmid
zogen heute, Freitag, in Lustenau eine erste - sehr positive -
Zwischenbilanz.

Ziel ist es, insbesondere dort helfend einzugreifen, wo es größere
Probleme mit Gewalt, Mobbing, Eigentumsdelikten, Schulschwänzen etc.
gibt. In vielen Fällen können die Schulen mit ihren Ressourcen und
ihrem fachlichen Know-how solche Herausforderungen selbst bewältigen,
manchmal sei aber Unterstützung von außen durch Vernetzung mit
anderen Einrichtungen nötig, betonten Stemer und Schmid. Dazu bedürfe
es einer engen Vernetzung aller Angebote, wobei Kompetenzen, Aufgaben
und Verantwortung klar definiert und zugeordnet werden müssen.

Auf dieser Grundlage hat eine Expertengruppe nach dem Motto "aus
der Praxis für die Praxis" ein neuartiges Drei-Säulen-Modell
entwickelt, das ineinandergreifende und zielgerichtete
Lösungsangebote beinhaltet: Dazu zählen erstens ein Stunden-Pool zur
individuellen Unterstützung von Schülerinnen und Schülern mit
Verhaltensauffälligkeiten, zweitens der bedarfsgerechte
flächendeckende Ausbau des Netzwerkes der Beratungs- und
Krisenbegleitlehrerinnen und -lehrer und drittens der Einsatz von
Sozialarbeiterinnen bzw. Sozialarbeitern.

Primäres Ziel ist es, mit Hilfe der beiden erstgenannten
Instrumente die schulinternen Problemlösungskompetenzen zu stärken
und zu nützen. Die Schulsozialarbeit als externe Maßnahme versteht
sich als wirkungsvolle Ergänzung für Schulen an besonders belasteten
Standorten. Mittlerweile wird Schulsozialarbeit schon an insgesamt 24
Schulen in Bregenz, Dornbirn, Hohenems, Lustenau, den
Kummenberg-Gemeinden, Rankweil, Feldkirch und Bludenz eingesetzt.

Wie das in der Praxis funktioniert, erläuterten am Beispiel
Lustenau der Direktor der Mittelschule Rheindorf, Gerd Neururer, und
der dort als Schulsozialarbeiter tätige Günther Böhler. Die drei
Lustenauer Mittelschulen haben über das Gesamtkonzept hinaus konkret
auf den jeweiligen Standort abgestimmte Aufgabenfelder erarbeitet. In
der Schulsozialarbeit wird Schülerinnen und Schülern sowie deren
Eltern ein sehr niederschwelliges Beratungs- und
Unterstützungsangebot gegeben. "Anstelle von Autorität und Gehorsam
tritt die Beziehungskompetenz als wichtigste Grundlage für
erfolgreiches Arbeiten an Schulen", erklärte Direktor Neururer. Der
Erfolg hänge sehr stark mit der Person des Schulsozialarbeiters bzw.
der Schulsozialarbeiterin zusammen, damit vertrauensvolle Beziehungen
zu den Schülerinnen und Schülern entstehen, sodass diese das Angebot
auch tatsächlich annehmen.

Ein wichtiger Punkt des Lustenauer Konzepts: Die
Schulsozialarbeiter sind nicht nur zu festen Zeiten an der Schule
erreichbar, sondern verfügen über ein von der Gemeinde gestelltes
externes Büro, in welchem Schülerinnen, Schüler und Eltern die
Dienste in Anspruch nehmen können. Diese räumliche Positionierung
außerhalb der Schule ist ein klarer Hinweis auf das Rollenverständnis
der Schulsozialarbeit als Bindeglied zwischen Familie, Schule und
Gemeinde.

Rückfragehinweis:

Landespressestelle Vorarlberg
   Tel.: 05574/511-20137, Fax: 05574/511-920196
   mailto:[email protected]
   http://www.vorarlberg.at/presse
   
   Hotline: 0664/625 56 68, 625 56 67

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