- 18.11.2011, 12:07:11
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Binder-Maier: Frauen müssen Männern im Berufsleben gleichgestellt sein
SPÖ NÖ Frauen fordern Erfüllung von Standards, wenn die Erhöhung des Frauenpensionsalters vorgezogen wird
St. Pölten (OTS) - Eine Anhebung des Frauenpensionsalters ist
bereits beschlossen - mit 2033 werden alle Frauen bis 65 Jahre
arbeiten. Vorher sei es aus vielen Gründen nicht angebracht, über ein
höheres Pensionsantrittsalters zu reden, erklärt die SPÖ NÖ
Landesfrauenvorsitzende, NRin Gabriele Binder-Maier: "Frauen sind auf
dem Arbeitsmarkt nach wie vor gegenüber von Männern benachteiligt.
Ein wichtiger Punkt ist dabei, dass die Einkommensschere bei Männer
und Frauen noch immer weit auseinanderklafft - hier muss endlich per
Gesetz gegengesteuert werden. Bei gleicher Qualifikation und gleicher
Arbeit erhalten Frauen bis zu 33 Prozent weniger Gehalt." Österreich
liegt im EU-Vergleich beim Gender Pay Gap relativ schlecht. Während
im EU-Schnitt Frauen um 15 Prozent weniger verdienen als Männer, sind
es in Österreich 20 Prozent.
Dazu komme, dass Frauen laut AMS schon ab 40 Jahren auf dem
Arbeitsmarkt nur schwer vermittelbar seien. "Ein Drittel aller Frauen
gehen aus der Arbeitslosigkeit in Pension. Gegenwärtig sind rund
20.000 Frauen, die älter als 50 Jahre sind, arbeitslos - das sind um
6,3 Prozent mehr als noch vor einem Jahr", so Binder-Maier: "Der
Arbeitsmarkt bzw. die UnternehmerInnen entledigen sich älterer
Arbeitnehmerinnen. Die frühzeitige Erhöhung des
Pensionsantrittsalters würde also noch mehr Frauen in die
Arbeitslosigkeit treiben. Damit erspart sich der Staat gar nichts."
Frauen würden außerdem laut Studien zwei Drittel der unbezahlten
Arbeit im Haushalt und in der Familie erledigen sowie zwei Drittel
der Pflege von Angehörigen. Nach wie vor sind Frauen in
Führungspositionen klar unterrepräsentiert. Solange hier kein
Umdenken stattfinde und Männer die Hälfte dieser Arbeit übernehmen,
würden berufstätige Frauen mit einer Doppel- und Dreifachbelastung
konfrontiert sein.
Für Binder-Maier ist klar, dass bestimmte Kriterien erfüllt werden
müssen, bevor eine Erhöhung des Pensionsalters vorgezogen werden
kann: "Es ist wichtig, das tatsächliche Pensionsalter an das
gesetzliche anzupassen. Derzeit gehen Männer durchschnittlich mit
59,1 Jahren in Pension, Frauen mit 57,1 Jahren. Dazu sind
arbeitsmarktpolitische Maßnahmen notwendig, um Frauen im
Arbeitsprozess zu halten. Der Staat könnte möglicherweise einen Teil
der Lohnnebenkosten älterer Arbeitnehmerinnen übernehmen." Erst wenn
Frauen und Männer auf dem Arbeitsmarkt und auch bei den unbezahlten
Tätigkeiten vollkommen gleichgestellt seien, könne über einen
längeren Verbleib von Frauen im Berufsleben diskutiert werden, so
Binder-Maier abschließend.
Rückfragehinweis:
SPÖ-Niederösterreich Mag. Gabriele Strahberger Pressereferentin/Medienservice Tel.: 02742/2255/121 mailto:[email protected] www.noe.spoe.at
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