• 17.11.2011, 10:59:55
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Handelsverband fordert raschen Abschluss der Kollektivvertragsverhandlungen

Mumelter: Gewerkschaft sägt am Ast, auf dem wir alle sitzen

Wien (OTS) - Nach der gestern Abend erfolgten Unterbrechung der
Kollektivvertragsverhandlungen für den Handel kritisiert Dr. Stefan
Mumelter, Generalsekretär des Österreichischen Handelsverbandes die
Entscheidung, für heute Donnerstag keine weitere Verhandlungsrunde
anzusetzen: "Der Handel braucht so schnell wie möglich klare
Rahmenbedingungen. Da ist es wenig zielführend, wenn die Gewerkschaft
Unterschriften sammeln geht, anstatt sich an den Verhandlungstisch zu
setzen."

Ebenso kontraproduktiv sei vor dem Hintergrund einer globalen und
vor allem europäischen Wirtschaftskrise, wenn man sich hinter dem
Standpunkt verbarrikadiert, keinesfalls unter 4% abschließen zu
wollen. Dabei stehe außer Diskussion, dass die Inflationsrate
abgegolten werden soll. Alles darüber hinaus sollte man fair
verhandeln. Man müsse sehen, dass der Handel sich nicht zuletzt dank
seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in schweren Zeiten zwar
wacker geschlagen habe, aber den Unternehmen gehe es sehr
unterschiedlich. "Zudem eignet sich der hohe Metaller-Abschluss nur
bedingt als Referenzwert, da dieser auf den Exporterfolgen der
Industrie basiert und der Einzelhandel bekanntermaßen nicht
exportiert", warnt Mumelter. "Mit überzogenen Forderungen sägt die
Gewerkschaft am Ast, auf dem wir alle - Unternehmen und Beschäftigte
- sitzen."

Enttäuschend sei auch der Umstand, dass die Gewerkschaft
undifferenziert die gleiche Erhöhung für alle Beschäftigten im Handel
fordert. "Wir müssen die niedrigeren und die Einstiegsgehälter
stärker anheben. Das wirkt einerseits konjunkturpolitisch positiv und
wäre ein wichtiger Schritt zu einer gerechteren
Lebenseinkommenskurve", ist Mumelter überzeugt. Der Vorschlag der
Gewerkschaft hingegen versteinere Strukturen zu Ungunsten der
Jüngeren und der Lehrlinge im Handel.
Positiv sei, dass die Arbeitgeberseite die Anrechnung von
Karenzzeiten auf die Berufsjahre und die frühere Auszahlung von
Urlaubs- und Weihnachtsgeld bereits von sich aus vorgeschlagen hat.
Ein Grund mehr für die Gewerkschaft, die gereichte Hand anzunehmen
und in einer sachlichen Diskussion und mit Fairness die
Kollektivvertragsverhandlungen zu einem für alle Beteiligten
positiven Abschluss zu bringen.

Der Handelsverband wurde vor neunzig Jahren gegründet und ist
heute eine freiwillige Interessenvertretung von mehr als 150 großen
Handelsbetrieben in Österreich. Er nimmt die Funktionen eines
Wirtschafts-, Berufs- und Arbeitgeberverbandes wahr. Darüber hinaus
versteht sich der Verband als handelsorientiertes
Dienstleistungszentrum und als branchenübergreifendes
Wirtschaftsforum und als Plattform für den politischen, rechtlichen
und technologischen Dialog und Informationstransfer. Mit Richtlinien,
Kennzeichen und Gütesiegeln setzt der Handelsverband Standards und
fördert das Qualitätsbewusstsein und Vertrauen der Konsumentinnen und
Konsumenten zum Handel.

HANDELSVERBAND
Präsident: Dr. Stephan Mayer-Heinisch, Generalsekretär: Dr. Stefan
Mumelter
A-1080 Wien, Alser Straße 45, Tel +43 (01) 406 22 36, Fax +43 (01)
408 64 81, [email protected], www.handelsverband.at,
www.versandhandel-online.at,
Mitglied bei DSE (Direct Selling Europe) und EMOTA (European Distance
Selling Trade Association)

Rückfragehinweis:
Michael Schiebel, +43 664 3011363

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