- 16.11.2011, 22:01:35
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Kommentar zu Verkehr / Bahn
Osnabrück (ots) - Profit gerecht verteilen
Während die Kanzlerin den Erhalt der Euro-Zone zu ihrer
Schicksalsfrage macht, verteidigen nationale Schienenkonzerne ihre
Marktanteile und Privilegien mit allen Mitteln. So kann Europa nicht
funktionieren. Deshalb ist nicht verwunderlich, dass EU-Politiker und
-Kommission auf mehr Wettbewerb und freien Zugang zum Bahnnetz vor
allem im größten EU-Staat Deutschland drängen.
Doch was die von Straßburg und Brüssel angestrebte Trennung von Fahr-
und Gleisbetrieb angeht, sagt Deutsche-Bahn-Chef Rüdiger Grube ebenso
kompromisslos Nein wie dereinst sein Vorgänger Hartmut Mehdorn. Für
den Netzbetrieb unter dem Dach eines großen Bahnunternehmens lassen
sich gute Gründe anführen. So wäre eine Konkurrenz vieler
Wettbewerber wenig nützlich, wenn dabei auf Dauer Gleise verrotten
und Fahrgäste auf der Strecke bleiben würden.
Der Staat muss aber darauf achten, dass von öffentlicher Finanzierung
der Infrastruktur alle Schienenverkehrsanbieter angemessen
profitieren. Dass dies in Deutschland nicht der Fall ist, zeigen die
geringen Marktanteile von Deutsche-Bahn-Konkurrenten im Personenfern-
sowie im Güterverkehr. Und die Verluste, die sogar dem Platzhirsch
derzeit im Geschäft mit Warentransporten entstehen, lassen
befürchten, dass sich daran vorläufig nichts ändern wird. Dabei muss
die Devise heißen: Mehr Güter auf die Schiene.
Rückfragehinweis:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion
Telefon: 0541/310 207
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