- 16.11.2011, 11:07:36
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Nachhaltigkeit braucht das Top-Management
Wien (OTS) - An die 130 Manager und Führungskräfte kamen am
11.11.2011 auf Einladung des Hernstein Instituts für Management und
Leadership ins Tagungszentrum Schönbrunn und diskutierten über das
Management Prinzip Nachhaltigkeit. Einig war man sich, dass man neben
vernetzten Strukturen vor allem das Commitment des Top-Managements
dazu braucht.
Nachhaltigkeit im Kerngeschäft
Dass Nachhaltigkeit in Unternehmen mehr ist, als das ein oder
andere sozial- bzw. umweltorientierte Projekt umzusetzen und damit am
Image zu arbeiten, erläuterte gleich zu Beginn der internationale
CSR-Experte Dr. René Schmidpeter. Für ihn bedeutet Nachhaltigkeit in
Unternehmen Verantwortung für alle drei Dimensionen - der
ökonomischen, der ökologischen und der sozialen - zu übernehmen. Für
Unternehmen heißt das konkret, sich den Prozessen zu stellen und
Verantwortung im Detail zu diskutieren.
Was heißt ökonomische Verantwortung in Bezug auf Investor
Relations, Ressourceneffizienz und Lieferantenbeziehung? Welche
Verantwortung übernimmt das jeweilige Unternehmen in Bezug auf
Energieverbrauch, Klimaschutz, Abfallmanagement, etc.? Und inwieweit
übernehmen Unternehmen Verantwortung für Themen wie Arbeitsplätze,
Aus-/Fortbildung, Diversity?
"CSR bzw. Nachhaltigkeit ist bereits in der zweiten Generation
angelangt. Unternehmen nehmen verstärkt den Dialog mit der
Gesellschaft auf und haben Nachhaltigkeit bereits in ihre
Zulieferkette, Produkte und das Management integriert", erläuterte
René Schmidpeter bei seinem Vortrag.
Voraussetzung für das Gelingen
Auch wenn das Thema "Nachhaltigkeit" bereits in den Unternehmen
angekommen ist, (81% der Großunternehmen in Deutschland, der Schweiz
und Österreich beschäftigen sich laut Hernstein Management Report
bereits mit dem Thema), braucht es doch gewisse Voraussetzungen,
damit Nachhaltigkeit in Unternehmen gelingt.
"Das Thema muss an höchster Stelle verankert sein", fasste
Hernstein Institutsleiterin Katharina Lichtmannegger zusammen. "Ohne
das Bekenntnis des Top-Managements und das "Brennen" für das Thema
"Nachhaltigkeit" wird sich kein Unternehmen wirklich nachhaltig
ausrichten können. Denn neben allen Konzepten und Instrumenten,
braucht es vor allem Vorbilder, die den Mitarbeitern nachhaltiges
Handeln vorleben", so die Hernstein Leiterin weiter. In den
Praxisworkshops mit den anwesenden Unternehmern Reinhard Backhausen
(Backhausen interior textiles GmbH), Thomas Bene (Bene AG), Kirsten
Hirschmann (Hirschmann Laborgeräte), Ralf Zastrau (Nanogate), Georg
Erlacher (Österreichische Bundesforste AG), Herbert Ortner (Palfinger
AG) und Johannes Gutmann (Sonnentor) konnte man sich davon
überzeugen.
Ralf Zastrau von Nanogate maß dem Thema "Vertrauen" eine zentrale
Bedeutung bei. "Grundsätzlich geht es jedem nachhaltig ausgerichteten
Unternehmen immer darum Vertrauen zu generieren, denn Vertrauen
bildet die Grundlage jedes Geschäfts. Vertrauen bedingt ein
langfristiges und vor allem glaubwürdiges Engagement, wie es
besonders die mittelständischen Unternehmen regelmäßig erbringen", so
der Vorstandsvorsitzende der Nanogate AG.
Aber auch die "Messbarkeit" von Nachhaltigkeit ist ein wichtiges
Kriterium. "Was ich nicht messe und bewerte, bekommt nicht die
gleiche Aufmerksamkeit. Qualitative Parameter müssen dabei ebenso
herangezogen werden wie quantitative. Dabei müssen die drei
Dimensionen der Nachhaltigkeit wirklich heruntergebrochen werden und
nicht zuletzt Teil der Zielvereinbarungen für Führungskräfte werden",
erklärte Katharina Lichtmannegger.
Professionalisierung auf allen Ebenen
In der abschließenden Podiumsdiskussion mit Katharina
Lichtmannegger, dem Vorstandsvorsitzenden von Nanogate Ralf Zastrau,
dem Bremer Universitätsprofessor Georg Müller-Christ, der deutschen
Nachhaltigkeitsexpertin Monika Griefahn und dem Leiter für
Nachhaltige Entwicklung im Lebensministerium Wolfram Tertschnig
unter der Leitung von Karin Bauer war man sich einig, dass
Nachhaltigkeit als Managementprinzip hohe Skills - vor allem
Widerspruchskompetenz - erfordere und eine Professionalisierung auf
allen Ebenen notwendig sei.
Rückfragehinweis:
Mag. Daniela Kaser, MAS, PR & Marktforschung
Hernstein Institut für Management und Leadership
Tel.: 01/514 50-5633, mailto:[email protected]
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