• 15.11.2011, 16:50:18
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  • OTS0322 OTW0322

Leitl begrüßt verstärkte Regulierung der Ratingagenturen

Eine Europäische Ratingagentur würde den Wettbewerb erhöhen und die Qualität der Ratings verbessern

Wien (OTS/PWK815) - "Es ist unumstritten, dass Ratingagenturen
zur Entstehung der Finanzkrise 2008 beigetragen haben. Die
Regulierung und Beaufsichtigung der Ratingagenturen ist daher ein
wichtiges Element der Finanzmarktreform" begrüßte Christoph Leitl,
Präsident der Wirtschaftskammer Österreich, heute den Vorschlag der
EU-Kommission zu einer verstärkten Regulierung der Ratingagenturen.
"Auch in der gegenwärtigen Krise haben die Ratingagenturen ihre
Zeitpunkte für downgrades nicht immer richtig gewählt, und dadurch
Schuldenprobleme oftmals noch verstärkt." Seit Anfang 2011 werden die
Ratingagenturen bereits von der Europäischen
Wertpapieraufsichtsbehörde beaufsichtigt, womit ein erster Schritt in
die richtige Richtung getan wurde.

Ratingagenturen könnte jedoch nicht die Schuld für den aktuellen
Konsolidierungsbedarf der öffentlichen Haushalte und für die
dringende Notwendigkeit nationaler Strukturreformen in den einzelnen
Staaten gegeben werden: "Der Bote ist nicht für die schlechte
Nachricht verantwortlich", so Leitl, der darauf verweist, dass auch
der Internationale Währungsfond, die OECD und die Europäische
Kommission regelmäßig strukturelle Probleme in den öffentlichen
Haushalten aufzeigen: "Die Ratingagenturen hätten die Probleme
einzelner südlicher Euro-Staaten aber schon früher und deutlicher
aufzeigen können."

Leitl erneuerte anlässlich des Kommissionsvorschlages seine
Forderung nach einer Europäischen Ratingagentur. Diese würde
angesichts des bestehenden Oligopols der großen Ratingagenturen den
Wettbewerb unter den Agenturen erhöhen. Leitl verweist auf China, wo
bereits eine eigene Ratingagentur eingerichtet wurde. Auch in
Russland gebe es ähnliche Überlegungen. Leitl begrüßte die Idee des
Europäischen Parlaments, eine europäische Ratingagentur in Form einer
Stiftung einzurichten: "Eine derartige Agentur muss vollkommen
unabhängig und professionell agieren, damit ihre Bewertungen von den
Investoren auf den Finanzmärkten berücksichtigt werden. Die
Europäische Ratingagentur würde natürlich ebenso der Regulierung und
Aufsicht unterliegen wie alle anderen Ratingagenturen", so der
WKÖ-Präsident abschließend. (FA)

Rückfragehinweis:
WKÖ Abteilung für Finanz- und Handelspolitik
Mag. Erich Kühnelt, Tel. +43 (0)5 90 900-3739

EU-Büro der Wirtschaftskammer Österreich/ Presse
Mag. Franziska Annerl, Tel.: +32/474/47 25 94

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