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OTS0296   15. Nov. 2011, 15:26

Falter: Mutmaßliche Täterinnen vom Wilhelminenberg weisen alle Anschuldigungen von sich

Missbrauchsvorwürfe seien "aus der Luft gegriffen" - Sie hätten solche Verbrechen "weder begangen noch gebilligt"


In der heute, Dienstagabend erscheinenden Ausgabe der
Wochenzeitung Falter kommen erstmals zwei mutmaßliche
Missbrauchstäterinnen vom Kinderheim Wilhelminenberg ausführlich zu
Wort.

Den beiden Frauen, die in den Siebzigerjahren als junge
Erzieherinnen am Wilhelminenberg arbeiteten, hatten die mutmaßlichen
Opfer Eva L. und Julia K. in Zeitungsinterviews und einer dem Falter
vorliegenden Klagsschrift Vergewaltigung sowie Mitwisserschaft bei
Massenvergewaltigungen und Zwangsprostitution vorgeworfen.

Die Frauen, deren Namen dem Falter bekannt sind, weisen alle
Anschuldigungen auf schärfste von sich. "Wir wehren uns gegen diese
Vorwürfe. In über vierzig Berufsjahren haben wir solche Verbrechen
weder begangen noch gebilligt."

Ihren einstigen Arbeitsplatz und dessen Direktorin Müller
bezeichnen die Frauen im Gespräch mit dem Falter als altbacken,
bieder und verstaubt. Durchaus hätten ältere Erzieherinnen an
Zöglingen Gewalt verübt und ihnen blaue Flecken zugefügt. Allerdings
habe es sich dabei nicht um einen systematische Missbrauch gehandelt,
wie ihn die ehemaligen Heimkinder Eva L. und Julia K. beschreiben.
Die beiden Frauen schildern den Wilhelminenberg durchaus als
"Kindergefängnis", in dem "Zucht und Ordnung" propagiert wurden.

Laut der Wiener Opferschutzorganisation Weißer Ring haben sich 772
weitere mutmaßliche Opfer gemeldet, seit Eva L. und Julia K. mit
ihren Berichten an die Öffentlichkeit gingen. Kein einziges davon
bestätigte allerdings bisher organisierte Massenvergewaltigungen.
Eine Kommission unter der Juristin Barbara Helige soll nun die
Vorwürfe aufarbeiten.

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0296 2011-11-15 15:26 151526 Nov 11 FAT0001 0252



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