• 15.11.2011, 09:31:30
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Mitterlehner will neue Zielgruppen für Lehre erschließen und Ausbildungsabbrüche reduzieren

Ministerrat hat Reform der Lehrlingsförderung beschlossen - Neues Coaching-Programm für Jugendliche und Betriebe kommt

Wien (OTS/BMWFJ) - Auf Initiative von Wirtschafts- und
Jugendminister Reinhold Mitterlehner hat der Ministerrat am Dienstag
das neue Berufsausbildungsgesetz (BAG) beschlossen, mit dem ab 2012
neue Schwerpunkte in der Lehrlingsförderung gesetzt werden können.
"Angesichts des demographischen Wandels und des Fachkräftebedarfs der
Betriebe wollen wir neue Zielgruppen für die Lehre erschließen und
die Zahl der Ausbildungsabbrüche langfristig halbieren", betont
Mitterlehner. "Bis 2015 geht die Zahl der 15-Jährigen laut Prognosen
um rund 15.000 zurück. Daher ist es ein Gebot der Stunde, die
Treffsicherheit bei der Lehrberufswahl und der weiteren Ausbildung zu
erhöhen."

Im Rahmen eines Pilotprojekts wird deshalb 2012 ein neues Programm
etabliert, das Lehrlinge und Ausbildungsbetriebe gezielt bei
Problemen unterstützt. Zu den Schwerpunkten zählen Rechts- und
Förderberatung, aber auch Mediation und Krisenintervention.
Zusätzlich werden für zehn Zukunftsberufe (wie zum Beispiel
Metalltechnik, Elektrotechnik, Chemielabortechnik, bautechnischer
Zeichner) neue Leitlinien erstellt, die insbesondere erstmals in die
Lehre einsteigende Betriebe bei der Ausbildungsplanung unterstützen
sollen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Unterstützung von
Lehrlingen mit Migrationshintergrund und ihren Ausbildnern sowie auf
von Migranten geführten Betrieben. Stärker unterstützt werden sollen
auch Ausbildungsunternehmen, die Auslandspraktika von Lehrlingen
forcieren. Ein weiteres Ziel ist die Qualitätssicherung bei den
Lehrabschlussprüfungen.

Auf Basis der BAG-Novelle können Wirtschafts- und Sozialminister
im Einvernehmen neue Förderrichtlinien erlassen, mit denen allein im
nächsten Jahr bis zu 11,5 Millionen Euro zielgerichtet und
unbürokratisch für die Lehrlingsförderung eingesetzt werden können.
Der finanzielle Spielraum dafür ergibt sich aus Umstrukturierungen in
der Lehrlingsförderung, die aus dem Insolvenzentgeltfonds finanziert
wird. Nach Berechnungen der zuständigen WKÖ Inhouse GmbH stehen 2012
zusätzlich zu den bereits gebundenen Mitteln (z.B. für die
Basisförderung) von rund 140 Millionen Euro voraussichtlich 22,6
Millionen Euro zur Verfügung. Aufgrund der aktuellen
Konjunkturprognosen sollen davon vorläufig die oben genannten 11,5
Millionen Euro investiert werden. Der Rest, rund 11,1 Millionen,
dient angesichts der prognostizierten Konjunkturentwicklung als
Reserve und fließt in eine für die Lehrlingsförderung zweckgebundene
Rücklage.

Unterstützung für Fachkräfte mit Migrationshintergrund

Weiters soll die BAG-Novelle die Möglichkeiten der Anrechnung von
facheinschlägigen Vorkenntnissen - die z.B. aufgrund langjähriger
Tätigkeit im Betrieb aber ohne formale Lehrausbildung erworben wurden
- auf die Lehrabschlussprüfung erweitern. "Damit erleichtern wir das
Nachholen eines formalen Bildungsabschlusses. In der Praxis wird das
vor allem Fachkräften mit Migrationshintergrund helfen, ihre im In-
und Ausland erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten besser zu
verwerten" betont Mitterlehner. Damit werden die schon jetzt
bestehenden gesetzlichen Möglichkeiten der Anerkennung von im Ausland
erworbenen Qualifikationen weiter ausgebaut.

Konkret werden Prüfungswerbern informell oder non-formal erworbene
Qualifikationen auf die Lehrabschlussprüfung angerechnet. Die
zuständige Lehrlingsstelle beurteilt, welche Qualifikationen für eine
Anrechnung in Frage kommen und legt fest, welche Teile der
Gesamtqualifikation noch fehlen und zu ergänzen sind. Zum Beispiel
könnte sich ein Mitarbeiter im Bereich der Elektrotechnik ohne
offiziellen österreichischen Berufsabschluss durch berufsbegleitende
Kurse die Kenntnisse einer Fachkraft erwerben. Im Hinblick auf diese
non-formale Weiterbildung werden ihm in Zukunft bei der
Lehrabschlussprüfung theoretische und praktische Prüfungsteile
angerechnet.

Ein Inkrafttreten der BAG-Novelle ist für den 1. Jänner 2012
geplant. Die darauf basierenden neuen Förderrichtlinien werden
derzeit erarbeitet und sollen parallel dazu erlassen werden.

Rückfragehinweis:

Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend
   Pressesprecher des Bundesministers:
   Mag. Waltraud Kaserer
   Tel.: +43 (01) 71100-5108 / Mobil: +43 664 813 18 34
   mailto:[email protected]
   www.bmwfj.gv.at
   
   Mag. Volker Hollenstein
   Tel.: +43 (01) 71100-5193 / Mobil: +43 664 501 31 58
   [email protected]

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