VIER PFOTEN kritisiert Tatsachenverdrehungen steirischer Jäger in gestriger APA-Meldung
Schäden durch Wildschweine und Krähen nicht belegt / Jagd wirkt kontraproduktiv
Wien (OTS) - Die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN kritisiert die
gestrige "Erfolgsmeldung" (http://tinyurl.com/7hfyxtr ), dass
steigende Abschusszahlen von Schwarzwild sowie Krähen Agrarschäden in
der Steiermark eingedämmt hätten, heftig. "Unter anderem der wahllose
Abschuss von Wildschweinen führt sogar zu einer
Populationsexplosion", so VIER PFOTEN-Geschäftsführerin Johanna
Stadler, "da die Tötung der Muttertiere oder Leittiere dazu führt,
dass die führungslosen Jungtiere schneller geschlechtsreif werden und
sich verstärkt vermehren." Die angegebene Vervierfachung der
Abschußzahlen von Wildschweinen ohne einen Einfluß auf die
Populationsdichte belegt dies eindrucksvoll. "Wenn immer mehr
Wildtiere geschossen werden, weil es immer mehr gibt, müssen dann
noch mehr geschossen werden, damit es weniger werden?" fragt der
Zoologe Wolfgang Scherzinger in seinem Buch "Naturschutz im Wald"
(Ulmer Verlag). Die nicht nur von VIER PFOTEN seit langem kritisierte
intensive Fütterung von Wildschweinen und Rehen wird zynischerweise
ebenso erwähnt. Die behaupteten massiven Wildschweinschäden im
steirischen Almenland konnten auch nach gründlicher Nachschau nicht
verifiziert werden.
Auch bei den Krähen wird bewusst nicht auf die angebotenen
Management- und Vergrämungsmaßnahmen zurückgegriffen, sondern
stattdessen wahllos getötet. Krähenjagd ist in Jagdzeitschriften ein
beliebtes Thema. Dabei wird erst gar nicht versucht, die Gier und
Lust an der Tötung möglichst vieler dieser geschützten Rabenvögel zu
verschleiern. Immer noch fehlt aber jeglicher Beleg über das Ausmaß
des Schadens durch die betroffenen Tiere. Stattdessen wird
fälschlicherweise behauptet, dass die - im Übrigen rechtswidrige -
"Notverordnung" zur "letalen Vergrämung" die Abschüsse ermögliche. In
Wahrheit wird darin die Tötung der gleichen Anzahl an Rabenvögeln
etc. pauschal verordnet, für die bisher bei den
Bezirkshauptmannschaften einzeln und begründet angesucht werden
müsste. "Ein Freibrief für ein massenhaftes sinnloses Massaker", so
Stadler.
Statt weiterhin Stimmungsmache gegen unschuldige Tiere zu
betreiben um die Jagd auf sie zu rechtfertigen, fordert VIER PFOTEN,
endlich die angeblichen Schäden nachzuweisen und im Bedarfsfall
Zoologen und Experten zu Rate zu ziehen um durch tierfreundliche und
nachhaltige Maßnahmen die Ernten zu schützen.
Tel.: 0664 / 122 1367














