- 14.11.2011, 12:06:15
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AKH 2: Die Patientenzahlen steigen weiter an
Vor allem ambulante Behandlungen sowie Behandlungen am Wochenende, Abenden und Nacht betroffen - Verein "Rettet das AKH" gegründet
Wien (OTS) - Ein besonderes Problem stellt die ständig steigende
Zahl der Patienten im Wiener AKH dar, vor allem bei den ambulanten
Behandlungen und am Wochenende sowie in den Abend- und Nachtzeiten -
und das alles bei konstanten Ärztestellen. ****
"Die Menschen kommen ins AKH, weil rund um die Uhr Betreuung
herrscht und die Qualität in Diagnostik und Therapie anerkannt gut
ist. Gerade das aber können wir in Zukunft nicht mehr garantieren",
erklärt Ingwald Strasser, stv. Vorsitzender des Betriebsrats für das
wissenschaftliche Personal an der Medizinischen Universität Wien.
Dabei betreffen die Einsparungen alle Universitätsklinken und
Abteilungen gleich, denn die Klinikleiter und Institutsvorstände
wurden vom Rektor der Medizinischen Universität Wien, Wolfgang Schütz
aufgefordert, mögliche Einsparungsmaßnahmen autonom vorzuschlagen.
Deren einhellige und ablehnende Erkenntnis: "Unsere Kernkompetenz
und Hauptaufgabe ist die spitzenmedizinische Versorgung von schwer
kranken und chronisch kranken Patienten, die uns mit komplexen
Krankheitsbildern zum Teil aus ganz Österreich zugewiesen werden. Das
setzt allerdings voraus, dass unsere Ärztinnen und Ärzte forschen und
Jungmediziner ausbilden können. Durch die bis heute fehlende
Leistungsdefinition des AKH ist aber gerade die Erfüllung dieser
Aufgaben im Rahmen der Sparmaßnahmen an allen Universitätskliniken
gefährdet", so Arnold Pollak, Vorstand der Universitätsklinik für
Kinder- und Jugendheilkunde und Vorsitzender des Senats an der
Medizinischen Universität Wien, dessen Abteilung selbst von den
Einsparungsmaßnahmen stark betroffen wäre.
Der Betriebsrat der Medizinischen Universität Wien hat daher
bereits erste konkrete Maßnahmen beschlossen: "Es geht nicht an, dass
die Patienten gefährdet werden, dass das Gesundheitssystem in Wien
zusammenbricht und menschenunwürdige Zustände einreißen. Die
Ärztinnen und Ärzte des AKH fordern deshalb den Wissenschaftsminister
und die Finanzministerin ultimativ auf, die Medizinische Universität
Wien mit deutlich mehr Geldmitteln - 30 Millionen Euro pro Jahr -
auszustatten, und zwar gleich, um einen Kollaps zu verhindern. Denn
nur so könnten zumindest Basisstandards in der Patientenversorgung,
Lehre und Forschung erhalten werden", appelliert Szekeres.
Spenden als letzter Rettungsversuch
Seitens der Ärzteschaft wurde nun der Verein "Rettet das AKH"
gegründet: "Wir haben bald keine andere Möglichkeit mehr, als zu
privaten Spenden aufzurufen und die Medien zu ersuchen, mit uns
gemeinsam Druck auf die Politik auszuüben. Es kann doch nicht sein,
dass in einem reichen Land wie Österreich die medizinische
Grundversorgung, aber auch die Ausbildung von Ärztinnen und Ärzten,
infrage gestellt wird", betont Szekeres.
Der Verein "Rettet das AKH" möchte die bisherige hohe Qualität der
medizinischen Versorgung sowie der Forschung und Ausbildung im Wiener
AKH sichern und sich damit für ein weiterhin vorbildhaftes
Gesundheitssystem in Wien einsetzen. Szekeres: "Für Millionen
Österreicher ist das AKH die Top-Adresse für Spitzenmedizin und
genießt höchstes Vertrauen. Dieses Vertrauen darf nicht zerstört
werden."
Die Spenden werden ausschließlich für die Sicherung von genügend
Dienststellen und die Ausbildung von Studenten verwendet. "Wir
möchten mit dem Verein an alle appellieren, denen die Gewährleistung
von bestmöglicher medizinischer Versorgung im Krankheitsfall etwas
Wert ist. Deshalb ist der Verein offen und transparent für alle, denn
schließlich geht es um die Gesundheit von uns allen", so Szekeres,
der den Verein ins Leben gerufen hat. (hpp)
(S E R V I C E - Unter http://www.rettetakh.at wurde dazu eine
eigene Website eingerichtet, auf der über aktuelle Schritte und
öffentliche Aktivitäten laufend informiert wird sowie Spenden und
Beitrittserklärungen möglich sind. Beitritte zum Verein sind auch
unter E-Mail: [email protected] möglich.)
(Schluss)
Rückfragehinweis:
Ärztekammer für Wien - Pressestelle
Dr. Hans-Peter Petutschnig
Tel.: (++43-1) 51501/1223, 0664/1014222, F:51501/1289
mailto:[email protected]
http://www.aekwien.at
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