• 14.11.2011, 12:03:21
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AKH: Ärztekammer stellt sich hinter Anliegen der Ärzte

Dramatische Personaleinsparungen und Reduktion der Nachtdiensträder angeordnet - Das AKH steht vor dem Kollaps

Wien (OTS) - Die Medizinische Universität Wien sieht sich aus
budgetären Gründen gezwungen, deutliche Einsparungen bei den
Dienststellen vorzunehmen: 180 Dienststellen und Verträge werden
entweder gestrichen, nicht nachbesetzt oder nicht verlängert. Zudem
werden 24 Nachtdiensträder eingespart. Nunmehr unterstützt auch die
Wiener Ärztekammer massiv die Anliegen der Kolleginnen und Kollegen
im AKH. ****

Die Konsequenzen aufgrund der angeordneten Sparmaßnahmen im Wiener
AKH sind besorgniserregend: Viele Abteilungen müssen Betten schließen
und Kapazitäten drastisch einschränken, die 24-Stunden-Services sind
infrage gestellt, Unfallopfer müssen an andere Spitäler verwiesen
werden.

Die Reduktion im gesamten klinischen Bereich betrifft vor allem
Abteilungen wie die Anästhesie, Chirurgie, Unfallchirurgie oder auch
Nachtdienstleistungen von Fächern wie der Dermatologie, HNO,
Gynäkologie, Urologie oder Augenheilkunde.

Notfall- und Unfallambulanzen können nicht mehr wie bisher
funktionieren. Die Versorgung von Rettungspatienten außerhalb der
Kernarbeitszeit wird, wenn überhaupt, nur mehr mit Einschränkungen
möglich sein. Das alles passiert zu einem Zeitpunkt, wo die
diensthabenden Ärztinnen und Ärzte am Ende ihrer Kapazitäten
angelangt sind und sich Burn-out-Symptome häufen. Überdies stehen
kaum Mittel für notwendige Reparaturen oder Investitionen in Geräte
und Betteninfrastruktur zur Verfügung.

30 Millionen Euro jährliches Budgetminus

Der Medizinischen Universität Wien droht ab dem Jahr 2013 ein
jährliches Minus von 30 Millionen Euro, für 2011 ist ein Minus von
mehr als neun Millionen Euro zu erwarten, 2012 würde es sich der
Abgang ohne drastische Maßnahmen auf 18 Millionen Euro verdoppeln.

Selbst die massiven Einsparungen, die Betrieb, Lehre und Forschung
einschränken, könnten das Budgetminus nicht kompensieren. Um ab dem
Jahr 2013 ausgeglichen bilanzieren zu können, müssten vermutlich
ganze Abteilungen gesperrt werden.

"Es ist ernst: Der Kollaps droht", resümiert daher der Präsident
der Ärztekammer für Wien, Walter Dorner. Die Bundeshauptstadt habe
ein "vorbildhaft funktionierendes und vernetztes Gesundheitssystem.
Um dies auch in Zukunft zu erhalten, müsse aber der finanzielle
Mehrbedarf für das AKH bereitgestellt werden. "Sonst ist der Betrieb
ernsthaft gefährdet - mit nicht auszurechnenden Folgen für alle
Patienten."

Die finanzielle Situation des AKH ist aber nicht nur für alle
Ärztinnen und Ärzte besorgniserregend, insbesondere hinsichtlich
deren Ausbildung, sondern auch für die gesamte Bevölkerung, die im
Notfall rasch und effizient medizinische Hilfe benötigt. Mit dem
radikalen Aufnahmestopp und der Kürzung der Nachtdiensträder könnten
die umfassenden medizinischen Leistungen nicht mehr gewährleistet
werden, "geschweige denn eine hochqualitative Lehre", so Dorner.

"Die Sparmaßnahmen, die aus Budgetgründen angeordnet werden, sind
nicht zu akzeptieren, wenn man einen Kollaps des AKH verhindern
will", betont auch Thomas Szekeres, Vizepräsident der Ärztekammer für
Wien sowie Vorsitzender des Betriebsrats für das wissenschaftliche
Personal der Medizinischen Universität Wien. Daher unterstütze die
Ärztekammer auch den Aufstand der Ärztinnen und Ärzte "zu 100
Prozent".

"Mit diesen Kürzungen wird gar nichts erreicht. Die Medizinische
Universität könnte ihr Budgetdefizit auch in den kommenden Jahren
nicht abbauen. Gib es nicht mehr Geld seitens des Ministeriums,
entsteht ab dem Jahr 2013 dennoch ein Minus von sieben bis acht
Millionen Euro jährlich", so Szekeres, der damit auch einen direkten
und dringenden Appell an die Finanzministerin und den
Wissenschaftsminister richtet. (hpp)

(Forts.)

Rückfragehinweis:
Ärztekammer für Wien - Pressestelle
Dr. Hans-Peter Petutschnig
Tel.: (++43-1) 51501/1223, 0664/1014222, F:51501/1289
mailto:[email protected]
http://www.aekwien.at

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