• 14.11.2011, 10:26:50
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AK-Wertschöpfungsbarometer - Neuer Rekord bei der Wertschöpfung pro Mitarbeiter

Linz (OTS) - Im Jahr 2010 verdienten die österreichischen
Unternehmen mehr an jeder Mitarbeiterin/jedem Mitarbeiter als je
zuvor. Der AK-Wertschöpfungsbarometer 2010 zeigt, dass sich die
Verteilungsschieflage weiter deutlich verfestigt hat. "Mehr denn je
müssen die Unternehmen in die Pflicht genommen werden, einen
gerechten Beitrag zum Gemeinwohl durch faire Löhne, Überstundenabbau
und Arbeitszeitverkürzung mit Ausgleich bei Lohn und Personal zu
leisten", sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Die AK OÖ errechnet anhand der veröffentlichten Jahresabschlüsse
mittlerer und großer Unternehmen seit Jahren, wie viel diese - nach
Abzug der Personalkosten - durchschnittlich an jeder Mitarbeiterin/an
jedem Mitarbeiter verdienen. Jetzt wurde diese Auswertung um die
Daten der aktuell vorliegenden, verwendbaren Jahresabschlüsse 2010
erweitert. Ergebnis: Pro Beschäftigter/pro Beschäftigtem blieben den
Unternehmen im Jahr 2010 durchschnittlich 40.335 Euro, das ist der
höchste je von der AK errechnete Wert. Er hat sich sogar gegenüber
dem Spitzenjahr 2007 (37.133 Euro) deutlich erhöht und liegt nominell
- also ohne Inflationsbereinigung - um 53 Prozent über dem des Jahres
2004. Als "Gegenleistung" haben die Unternehmen den Personalaufwand
pro Beschäftigtem im gleichen Zeitraum nur um knapp 13 Prozent
erhöht.

Dafür stiegen - in absoluten Geldwerten betrachtet - die
Auszahlungen der Vorjahresgewinne an die Eigentümer seit dem Jahr
2004 bis zum Einsetzen der Krise rasant an. 2008 und 2009 - mitten in
der Krise - waren sie immer noch so hoch, dass sie sogar über den
jeweiligen gesamten Jahresergebnissen der untersuchten Unternehmen
lagen. Sie gingen also zulasten der Substanz der Unternehmen. Erst
2010 ist hier eine Anpassung nach unten festzustellen. Da der
erwirtschaftete Überschuss vor allem zur Befriedigung der
Kapitalinteressen der Eigentümer/-innen und nicht zur nachhaltigen
Verbesserung des Eigenkapitals und der Liquidität der Unternehmen
genutzt wurde, ist die Forderung nach angemessenen Lohn- und
Gehaltserhöhungen jedenfalls legitim.

Ein Alarmsignal ist der Rückgang der Investitionsneigung
(prozentuelles Verhältnis der Sachinvestitionen zum Wertverlust der
Sachanlagen) um mehr als 22 Prozentpunkte im Jahr 2010, weil er den
Fortbestand von Unternehmen und Arbeitsplätzen gefährdet. Zumindest
in einem Punkt scheinen aber Lehren aus der Krise gezogen worden zu
sein: Der Anteil der Investitionen in Finanzprodukte an den
Gesamtinvestitionen ist von 2009 auf 2010 von 48 auf rund 31 Prozent
zurückgegangen.

Fazit: Auch im Jahr 2010 konnte die Entwicklung von Löhnen und
Gehältern mit jener der Produktivität nicht mithalten. AK-Präsident
Kalliauer fordert daher reale Lohn- und Gehaltsteigerungen für mehr
Kaufkraft und Gerechtigkeit, innovative Modelle der
Arbeitszeitverkürzung, mehr betriebliche Mitbestimmung - vor allem in
Fragen der Personalpolitik und -bemessung sowie einen Mindestlohn von
1300 Euro brutto.

Rückfragehinweis:
Arbeiterkammer Oberösterreich, Kommunikation
Dr. Walter Sturm
Tel.: (0732) 6906-2192
mailto:[email protected]
http://www.arbeiterkammer.com

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