- 12.11.2011, 15:45:49
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Olivier Dantine neuer Superintendent der Diözese Salzburg-Tirol
Der Großpetersdorfer Pfarrer erreichte bereits im ersten Wahlgang die Zweidrittelmehrheit
Salzburg (OTS/epdÖ) - Hinweis: Honorarfreie Bilder in
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Olivier Dantine ist zum Superintendenten der Evangelischen Diözese
A.B. Salzburg-Tirol gewählt worden. Die Superintendentialversammlung,
in der alle Gemeinden der Diözese mit fast 70 geistlichen und
weltlichen Delegierten vertreten sind, wählte den 38-jährigen Pfarrer
aus Großpetersdorf im Südburgenland am 12. November in der
Auferstehungskirche in Salzburg Süd mit der notwendigen
Zweidrittelmehrheit gleich im ersten Wahlgang. Dantine erhielt 48 von
69 abgegebenen Stimmen. Auf den zweiten Kandidaten, Pfarrer Wolfgang
Rehner aus der steirischen Pfarrgemeinde Ramsau am Dachstein,
entfielen 21 Stimmen.
Das Wirken der Kirche, so Dantine vor den Delegierten, werde "am
Deutlichsten in der Diakonie, die auf zwei Beinen steht: die
institutionalisierte und die, die in den Gemeinden verwurzelt ist."
Beides sollte miteinander verbunden werden, wie dies etwa in der
Flüchtlingshilfe in Innsbruck bereits geschehe. Wichtig ist dem
Theologen die Vernetzung von Pfarrgemeinden, "nicht jede
Pfarrgemeinde muss nicht immer alles selber machen". Obwohl Kirche
ökonomisch denken müsse, dürfe die Ökonomie die Kirche nicht
bestimmen. Ökumene bezeichnete Olivier Dantine im ausführlichen
Hearing, das der Wahl vorausgegangen war, als Grundaufgabe der
Kirche: "Jede Konfession weist über sich hinaus auf Christus, schon
allein deswegen ist Ökumene wichtig. Ökumene bedeutet, von einem
selbstbewussten Standpunkt das Gespräch suchen, aber auch das
Gemeinsame zu suchen um in gesellschaftlichen Anliegen gemeinsam
gehört zu werden." Immer wichtiger würden auch die interreligiösen
Kontakte. Der Antisemitismus sei "noch lange nicht überwunden", bei
der Islamfeindlichkeit müsse die Kirche "einen Gegenpol bilden",
forderte der neu gewählte Superintendent.
Nach der Bekanntgabe des Ergebnisse zeigte sich Dantine "überwältigt"
und dankte "allen, die mich ermutigt haben, mich dieser Wahl zu
stellen, danke, dass Sie mir das zutrauen". "Ich möchte kein Solist
sein", sagte der Fagottspieler weiter und bat um gute Zusammenarbeit:
"Gute Musik besteht aus einem guten Miteinander."
Olivier Dantine stammt aus Wien, er studierte evangelische
Fachtheologie in Wien, Berlin und Jerusalem. Von 1999 bis 2001 war er
Lehrvikar in Großpetersdorf, 2001 bis 2002 Pfarramtskandidat in Bruck
an der Mur, seit 2002 Pfarrer in Großpetersdorf. Der 2006 in die
Synode gewählte Theologe engagiert sich besonders im
christlich-jüdischen Dialog sowie in den Bereichen
Religionsunterricht, ökumenische Ehevorbereitung, Jugendarbeit und
Erwachsenenbildung. Die Synode wählte ihn 2006 in den theologischen
und religionspädagogischen Ausschuss. 2010 nahm Dantine am
europäisch-ökumenischen Studienkurs in Josefstal (Bayern) teil. Sein
Elternhaus, die Arbeit mit biblischen Texten, die Beschäftigung mit
dem Judentum und neuerdings mit dem Islam seien prägend für seine
Ausbildung und bisherige Berufstätigkeit als Pfarrer gewesen. Dantine
ist verheiratet, seine Frau ist ebenfalls Pfarrerin, Sohn Jakob wird
demnächst vier.
Zu den Aufgaben des neuen Superintendenten gehört die geistliche
Leitung der Diözese. Er hat die Aufsicht über die kirchlichen
Ordnungen und über die schriftgemäße Verkündigung. Zu seinen
bischöflichen Rechten gehören Ordination und Visitation. Seine
Stellung entspricht der des Diözesanbischofs in der
römisch-katholischen Kirche. Die Diözese Salzburg-Tirol hat rund
30.000 Mitglieder in 16 Pfarrgemeinden, davon liegen sieben in Tirol
und neun in Salzburg.
Die Wahl war notwendig, da die bisherige Superintendentin Luise
Müller mit 31. August 2012 in den Ruhestand tritt. Der neue
Superintendent wird sein Amt mit 1. September 2012 antreten.
Rückfragehinweis:
epdÖ
Dr. Thomas Dasek
Tel.: Tel.: 0664 22 395 11
mailto:[email protected]
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