• 11.11.2011, 19:40:38
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Bloße Ankündigung. Kommentar von Jürgen Polzin

Essen (ots) - Eine Endlagersuche ohne Tabus hat Bundesumweltminister
Norbert Röttgen (CDU) nun ausgerufen. Für ihn sei die Landkarte
fortan weiß. Gorleben, die Chiffre für das Atomklo der Ewigkeit,
verblasst. Bald schon könnten Erkundungstrupps die Tonschichten in
Süddeutschland auf Eignung untersuchen. Bemerkenswertes geschieht in
diesen Tagen. Mit Röttgens Ankündigung, bei der Endlagersuche wieder
von vorn anzufangen und in ganz Deutschland zu forschen, klaut die
CDU den Grünen das Kernthema. Nassforsch spricht Röttgen von einer
Zeitenwende. Dabei gibt es noch nicht einmal Details zum
Endlagersuchgesetz. Und dass Gorleben irgendwann komplett von der
Standortliste möglicher Atommüllager verschwinden wird, darf stark
bezweifelt werden. Für die Gegner ist die Landkarte noch lange nicht
weiß. Sie hat immer noch ein dickes rotes Kreuz: Gorleben. Der
Standort, so argumentiert die Anti-Atomkraft-Initiative
"Ausgestrahlt", werde im Drei-Schicht-Betrieb rund um die Uhr
ausgebaut. Tatsächlich sind dafür im Haushalt 73 Millionen Euro
bereitgestellt. Am Ende soll ein Standort-Vergleich entscheiden. Bis
dahin ist es noch ein weiter Weg.

Rückfragehinweis:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 / 804-6528
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