• 11.11.2011, 11:15:03
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  • OTS0151 OTW0151

Wissenschaftliche Karriere und Partizipation - Wege und Irrwege

Wien (OTS) - Österreichs universitäre und außeruniversitäre
Forschung klagt über fehlenden Nachwuchs. Die Anzahl der
Doktoratsstudierenden scheint - im internationalen Vergleich - hoch,
nur wenige verbleiben jedoch in der Forschung. Ist Mitbestimmung die
motivierende Komponente? Produziert das österreichische
Karrieremodell an den Universitäten akademische Sackgassen? Wie viel
Mitbestimmung im Wissenschaftssystem ist für eine wissenschaftliche
Karriere, die internationalen Vergleichen standhalten kann,
notwendig? Wie viel wissenschaftliche Karriere ist für die
Mitbestimmung im Wissenschaftssystem, in der inneruniversitären
Organisation, Voraussetzung?

Die Erfüllung der Aufgaben einer Universität in Forschung und
Lehre setzt wissenschaftlich qualifiziertes, leistungsfähiges und
leistungsbereites akademisches Personal voraus. Seine Auswahl hat in
erster Linie den Kriterien wissenschaftlicher Qualität und
Qualifikation zu folgen, muss aber auch andere Gesichtspunkte, wie
die Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung oder
Führungsqualitäten mit berücksichtigen. In Wissensorganisationen
spielt ferner die Motivation eine wichtige Rolle, die unter anderem
von den Freiheitsspielräumen und Partizipationschancen abhängt. Dies
alles gilt für alle etablierten Universitätsangehörigen, vor allem
aber für den Nachwuchs, aus dem die künftigen Spitzenkräfte für
Wissenschaft und Universität rekrutiert werden. Die Anerkennung
erbrachter wissenschaftlicher Leistungen, die rechtzeitige Erlangung
wissenschaftlicher Selbstständigkeit und gesicherte
Karriere-perspektiven sind notwendige Voraussetzungen für die
gedeihliche Entwicklung einer Universität, während ungewisse und
prekäre Anstellungsverhältnisse hemmend wirken.

Überlegungen zur Reform universitärer Organisationsstrukturen
können daher nicht als isoliertes Reformanliegen, beschränkt auf den
Bereich des Universitätsmanagements, angesehen werden. Im Fokus der
Überlegungen zur Weiterentwicklung universitärer Governance steht
nicht nur die Frage der Organisations-, Entscheidungs- und
Mitbestimmungsstruktur (z.B. Senat, Rektorat/Rektor, Universitätsrat,
Professoren, Mittelbau, Studierende), sondern auch die Frage, wo und
wie die für eine Universität relevanten Problemstellungen definiert,
welche Strategien entworfen, wie Ressourcen verteilt und ihre
Gebarung kontrolliert werden, welche Modi der Entscheidungsfindung
genutzt werden, welcher Grad an Legitimität Entscheidungen
zugesprochen wird, welche Gruppen/Repräsentanten daran beteiligt
sind und in welcher Form dies mit der Gestaltung einer
wissenschaftlichen Karriere verknüpft sein sollte.

Der bei der heute beginnenden Tagung angestrebte Blick über den
Tellerrand - illustriert durch Beispiele aus den USA, Großbritannien,
Skandinavien, der Schweiz und Deutschland - soll Varianten
motivierender wissenschaftlicher Karrieremodelle und universitärer
Organisationsformen aufzeigen und ihre Übertragbarkeit für das
österreichische Universitätssystem zur Sprache bringen.

Rückfragehinweis:
Österreichischer Wissenschaftsrat,
Dr. Ulrike Plettenbacher, (0)1319 49 99-20,
[email protected], Liechtensteinstraße 22a, 1090 Wien.

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