- 11.11.2011, 11:02:49
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Sima: "Helle Birnen entsorgen richtig!"
Neue Infokampagne der MA 48 zur umweltgerechten Entsorgung von Energiesparlampen
Wien (OTS) - "Helle Birnen entsorgen richtig!" mit diesem Slogan
informiert die MA 48 in ihrer neuen Kampagne über die umweltgerechte
Entsorgung von Energiesparlampen, die als Problemstoffe keinesfalls
in den Restmüll gehören. "Energiesparlampen enthalten Quecksilber und
müssen im Gegensatz zu den Glühbirnen in der Problemstoffsammlung
entsorgt werden. Wir gehen davon aus, dass dies dem Großteil der
Wienerinnen und Wienern noch nicht bewusst ist und setzen daher auf
ein auffälliges Sujet mit einer Energiesparlampe inmitten von echten
Birnen", erläutert Umweltstadträtin Ulli Sima. Mit den Neuregelungen
auf EU-Ebene kommen immer mehr Energiesparlampen in Umlauf, daher
muss auch die Sammelschiene angepasst werden. Ausgediente
Energiesparlampen werden vom Handel zurückgenommen, die MA 48 sammelt
sie auf den 19 Mistplätzen und über die Problemstoffsammlung. In
einem Wiener Verwertungsunternehmen werden die Stoffe - wie Aluminium
und Natron-Kalk-Glas der Energiesparlampe weiterverwertet, das
Quecksilber wird als gefährlicher Abfall gesondert entsorgt.
Energiesparlampen lösen Glühlampen ab
Im Juli 2005 wurde im Rahmen der europäischen Öko-Design
Richtlinie (Eco-Design Requirements for Energy-Using Products,
2005/32/EG) das langfristige Aus der herkömmlichen Glühlampen
beschlossen. Ziel ist die mehrstufige Abschaffung
energieineffizienter Leuchtmittel und Umstellung auf sogenannte
Energiesparlampen mit dem Vorteil des geringeren Stromverbrauchs. Mit
dem Umstieg auf Energiesparlampen soll der Stromverbrauch der
Privathaushalte EU-weit bis 2020 um fünf Prozent sinken. Rund 15,5
Millionen Tonnen Kohlendioxid werden so europaweit jährlich
eingespart. (Quelle: Deutsches Umweltbundesamt, Dez. 2008).
Somit verschwinden Lampen mit geringerer Effizienz - v.a.
Glühbirnen - schrittweise vom Markt. Am 1. September 2009 erfolgte
bereits der erste Schritt mit der Abschaffung der 100 Watt Glühbirne,
gefolgt von der 75 Watt Birne ein Jahr später und der 60 Watt Birne
im September diesen Jahres. Neue Glühlampen der jeweiligen
Wattleistung dürfen ab diesem Zeitpunkt nicht mehr in den Verkehr
gebracht werden, alte Lagerbestände dürfen noch aufgebraucht werden.
Das endgültige Aus kommt im Jahr 2016: ab diesen Zeitpunkt dürfen
keinerlei Glühbirnen - auch nicht aus alten Lagerbeständen - mehr
verkauft werden.
Deutliche Zunahme an Energiesparlampen
Der kontinuierliche Ersatz der Glühbirnen durch Energiesparlampen
und der damit einhergehende Verkauf setzt sich natürlich auch bei der
Entsorgung fort: Seit 2005 hat sich die Menge an Energiesparlampen,
welche bei den Sammelstellen der MA 48 abgegeben werden, beinahe
verdreifacht: von 2,3 Tonnen oder 11.500 Stück im Jahr 2005 auf ca. 6
Tonnen bzw. 30.000 Stück gemäß der Hochrechnung für 2011. Hinzu
kommen noch jene Mengen, welche direkt beim Handel abgegeben werden.
Was macht Energiesparlampen zum Problemstoff?
Sie gehören zur Kategorie der Gasentladungslampen und fallen daher
unter die Elektroaltgeräteverordnung. Um ausgediente
Energiesparlampen umweltfreundlich zu entsorgen und gleichzeitig
wertvolle Rohstoffe zurückzugewinnen, müssen sie von anderen Abfällen
getrennt gesammelt werden. Energiesparlampen sind zu wertvoll für den
Restmüll und müssen daher bruchsicher und getrennt von anderen
Abfällen erfasst werden. Energiesparlampen enthalten neben
Wertstoffen (Kupfer, Aluminium und Zinn) auch zwischen 2 und 5 mg
Quecksilber. Es handelt sich um ein giftiges Schwermetall und darf
daher nicht über den Restmüll entsorgt werden.
Verwertung der Energiesparlampen
Bei der umweltgerechten Entsorgung in einem Wiener
Verwertungsbetrieb werden folgende Schritte in einem abgeschlossenem
System - unter Unterdruck - durchgeführt: Zunächst werden die Lampen
in einer sich drehenden Trommel auf 5-20 mm Scherbengröße gebrochen.
Durch die Drehbewegung kommt es zum gegenseitigen Abrieb der auf den
Scherben anhaftenden Leuchtschicht, die Quecksilber enthält. Eine
Abluftanlage mit angeschlossenem Filtersystem saugt kontinuierlich
den Leichtstaub ab, der als Gefährlicher Abfall Untertage deponiert
wird. Die verbliebenen Scherben und Aluminiumkappen werden über
verschiedenste Trenneinrichtungen wie Siebe von einander getrennt.
Beim Verwertungsprozess fallen rund 5 Masse% an Aluminium an, dies
verwendet die Metallindustrie weiter. 90% der Lampe sind
Natron-Kalk-Glas, das u. a. zur Herstellung von Glaswolle als
Dämmmaterial verwendet wird. Die restlichen 5,5% sind
quecksilberhaltige Abfälle, die gesondert entsorgt werden müssen.
Umweltgerechte Entsorgung mit Top-Online-Service
Da Quecksilber bei Zimmertemperatur entweicht, ist es wichtig, die
kaputte Energiesparlampe bruchsicher bis zur Entsorgung
aufzubewahren (am besten in der Verkaufsverpackung) und im intakten
Zustand - d.h. im Ganzen - ordnungsgemäß zu entsorgen. Folgende
Entsorgungswege stehen hierfür in Wien kostenlos zur Verfügung:
o Supermarkt und Elektrofachhändler: Beim gleichzeitigen Neukauf
eines gleichwertigen Produktes können alte Energiesparlampen im
Gegenzug im Geschäft abgeben werden. Diese "Zug um Zug"
Rücknahmeverpflichtung des Handels gilt ab einer Verkaufsfläche von
150 m2.
o 19 Wiener Mistplätze der MA 48
o 54 stationäre und mobile Problemstoffsammelstellen
Die MA 48 bietet ein tolles Online-Service für die Wiener
Mistplätze und Problemstoffsammelstellen im Online- Stadtplan
(www.wien.gv.at/stadtplan) der Stadt Wien: Unter Eingabe der Adresse
und durch Anklicken der jeweiligen gewünschten Einrichtung unter dem
Karteninhalt "Saubere Stadt", erscheinen die nächsten Standorte am
Plan samt näherer Details wie Links, Öffnungszeiten etc.
Die Energiesparlampe darf keinesfalls über den Restmüll entsorgt
werden, da sie ansonsten im Restmüllbehälter bzw. beim Transport
zerbrechen und Quecksilber entweichen kann. Zusätzlich werden die
Wertstoffe der Verwertung entzogen.
Was tun, wenn eine Energiesparlampe dennoch zerbricht?
Eine neue Marken-Energiesparlampe enthält rund 2 Milligramm an
Quecksilber, ältere bzw. Billigprodukte bis zu 5 Milligramm, d.h. das
Kaufverhalten bestimmt den Gehalt an Quecksilber. Wenn eine Lampe zu
Bruch geht, entweicht Quecksilber, welches die Gesundheit gefährden
kann. Folgende Vorsichtsmaßnahmen sind daher einzuhalten: Bitte die
Scherben z.B. mit einem Karton zusammenkehren und die Reste mit
feuchten Papiertüchern - eventuell mit Klebeband aufnehmen. Alle
Bruchstücke und verwendete Reinigungsutensilien sollen in einem
leeren verschließbaren Glasgefäß, z.B. einem Gurkenglas gesammelt und
beim nächsten Mistplatz oder Problemstoffsammelstelle abgegeben
werden. Um die Partikel nicht zu verteilen, darf kein Staubsauger
verwendet werden. Die Verwendung von Einweghandschuhen verhindert den
direkten Hautkontakt. Nach dem Wegräumen der Scherben sollte der Raum
kurz gelüftet werden.
LED - Lampen als umweltfreundliche Alternative
Mittlerweile gibt es auch eine umweltfreundlichere Alternative zur
Energiesparlampe. Sogenannte LED-Lampen (lichtemittierende Dioden):
o Die Energieeinsparung entspricht jener von Energiesparlampen, d.h.
im Vergleich zu einer herkömmlichen Glühbirne wird rund 80 % an
Energie eingespart
o Sie haben mit 50.000 h eine höhere Lebensdauer als
Energiesparlampen (jedoch bei derzeit noch etwas höheren
Anschaffungskosten)
o Sie sind frei von schädlichen Inhaltsstoffen wie Quecksilber
o Das Lichtspektrum ist im Vergleich zur Energiesparlampe
gleichmäßiger und entspricht in etwa jener von Glühbirnen
Herkömmliche Glühlampen gehören zum Restmüll
Herkömmliche Glühlampen enthalten feine Drähte, die an den
Zerkleinerungsanlagen der Glasaufbereitung fast unsichtbar an den
Scherben hängen bleiben. Sie führen beim Einschmelzen und Formen von
neuen Glasgegenständen zu Einschlüssen, die Flaschen und Gläser
unbrauchbar machen. Aus diesem Grund gehören konventionelle
Glühbirnen in den Restmüll - und nicht zum Altglas.
Neue Infokampagne der MA 48
In einer breit angelegten Infokampagne informiert die MA 48 in den
nächsten Wochen über die Entsorgungsmöglichkeiten der
Energiesparlampen, es wird dazu Citylights, Inserate und Infos via
infoscreen geben, um die Wienerinnen und Wiener gezielt zu
informieren. Auch auf den Mistplätzen wird verstärkt informiert -
nach dem Motto "Helle Birnen entsorgen richtig!"
Alle Infos auf www.abfall.wien.at
rk-Fotoservice: www.wien.gv.at/pressebilder
Rückfragehinweis:
Mag.a Anita Voraberger Mediensprecherin Umweltstadträtin Mag.a Ulli Sima Tel.: +43 1 4000 81353 Mobil: +43 664 16 58 655 E-Mail: [email protected] www.natuerlich.wien.a
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