• 11.11.2011, 10:43:06
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  • OTS0126 OTW0126

Bischöfe mahnen ganzheitliches Verständnis von Bildung ein

Kritik an "zunehmend ökonomisch verzwecktem Zugang" zum Bildungsthema und Fixierung auf Strukturdebatten

Wien, 11.11.11 (KAP) Österreichs Bischöfe haben im Blick auf die
laufende Bildungsdebatte ein ganzheitliches Verständnis von Bildung
eingemahnt. Sie lehnen einen "zunehmend ökonomisch verzweckten
Zugang" zum Bildungsthema ab und betonen, Bildung sei mehr als nur
Wissen und "schon gar nicht nur eine 'Investition in das
Humankapital'". In einer ausführlichen Erklärung zum Abschluss ihrer
Herbstvollversammlung formulieren die Bischöfe demgegenüber eine
"christliche Vision von Bildung": Bildung müsse die "vielfältigen
Potenziale und Begabungen jedes einzelnen auf dem Weg zu einem
selbstverantwortlichen Leben im Miteinander und Füreinander" fördern
und "zu einem erfüllten Menschsein" führen.

Die katholische Kirche als größter privater Träger von
Bildungseinrichtungen in Österreich setze dieses Verständnis von
Bildung auch in der Praxis, hebt die Bischofskonferenz hevor. Es sei
"sehr erfreulich", dass Bildung in Österreich derzeit breit
diskutiert werde - angestoßen nicht zuletzt durch ein
Bildungsvolksbegehren und eine neue Bildungsplattform.

Für Wahlfreiheit der Schulformen

Die Bischöfe wenden sich allerdings gegen eine "Fixierung" der
Bildungsdebatte auf schulische Strukturfragen. Dies seien "sekundäre
Fragen", in der auch "Katholiken legitimerweise zu unterschiedlichen
Ergebnissen kommen können". Als wichtig erachten die Bischöfe die
Wahlfreiheit von Eltern und Kindern hinsichtlich konkreter
Schulformen bei größtmöglicher Durchlässigkeit. Die geplante
Einführung der Neuen Mittelschule wird als "geeigneter Weg" begrüßt,
differenzierte Förderung zu bieten.

Besorgnis erweckt bei den Bischöfen der Befund, dass beim
gegenwärtigen Bildungssystem familiäre Herkunft und sozialer Status
eine so wichtige Rolle spielen, dass damit soziale Unterschiede und
materielle Armut eher verfestigt werden. Es sei eine "Frage der
Gerechtigkeit", eine soziale Nachhaltigkeit des Bildungssystems
anzustreben.

Mehr auf www.kathpress.at (forts. mgl.) rme/jop/

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