• 11.11.2011, 10:31:09
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Bischöfe: "Erneuerung der Kirche" im Sinne des Konzils

Bischofskonferenz weist aber Modelle zurück, die "zu kurz greifen oder gar die Einheit der Kirche aufs Spiel setzen" - Priester sollen mit dem Wort "Ungehorsam" nicht leichtfertig umgehen

Wien, 11.11.11 (KAP) "Erneuerung der Kirche war der große Anspruch
des Zweiten Vatikanischen Konzils, dem wir auch heute verpflichtet
sind und in Zukunft verpflichtet bleiben": Das haben die
österreichischen Bischöfe zum Abschluss ihrer Herbstvollversammlung
hervorgehoben. Bei ihren Beratungen in Salzburg haben sich die
Bischöfe auch "intensiv mit einigen österreichischen Initiativen
befasst, die massiv auf Veränderungen in der Kirche drängen", heißt
es in einer Presseerklärung, die vom Vorsitzenden der
Bischofskonferenz, Kardinal Christoph Schönborn, am Freitag in Wien
präsentiert wurde.

Manche Forderungen und Modelle dieser Initiativen würden "nach
Überzeugung vieler zu kurz greifen oder gar der kirchlichen
Identität schwerwiegend widersprechen und die Einheit der Kirche
aufs Spiel setzen". Ausdrücklich kritisiert die Bischofskonferenz
dabei den "Aufruf zum Ungehorsam" der "Pfarrer-Initiative".

"Wir Bischöfe nehmen selbstverständlich alle Sorgen um die Gegenwart
und Zukunft der Kirche wahr und ernst. Die österreichischen Diözesen
stellen sich dieser Situation und nehmen die Chancen zu Neuem wahr",
heben die Bischöfe hervor. Sie ersuchen "alle Katholiken und
Verantwortungsträger für das öffentliche Leben darum, dies
wohlwollend zu sehen und mitzutragen".

Meinungsumfragen ersetzen Verantwortung nicht

Einige mit der Aufforderung zum Ungehorsam verbundene Forderungen
seitens der Pfarrer-Initiative und von Laieninitiativen aber seien
"nicht einlösbar", stellt die Bischofskonferenz klar. Der
Ungehorsams-Aufruf durch einige Priester habe zudem "bei vielen
Katholiken nicht nur ein Kopfschütteln, sondern tiefe Sorge und
Traurigkeit ausgelöst". Gehorsam sei in der Kirche nicht "blind"
oder "sklavisch", aber: "Ungehorsam ist ein Kampfwort, das so nicht
stehenbleiben kann. Wer bei der Weiheliturgie öffentlich und
freiwillig ein Dienstamt in der Kirche übernommen hat, schadet der
Gemeinschaft und sich selbst, wenn er mit diesem Wort leichtfertig
umgeht. Meinungsumfragen können ihm die schwerwiegende Verantwortung
für eine fundamentale Einheit in der Kirche nicht abnehmen."

Weiter betonen die Bischöfe, dass die Rede von einer
Eucharistiefeier ohne Weihesakrament "ein offener Bruch mit einer
zentralen Wahrheit unseres katholischen Glaubens ist". Hier gehe es
nicht um Fragen der Kirchenorganisation, sondern um fundamentale
Fragen der katholischen Identität.

Mehr auf www.kathpress.at (forts. mgl.) jop/gut/

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