OTS0264   10. Nov. 2011, 13:43

Symposium "Soziale Dorferneuerung" in St. Pölten

LH Pröll: In der Entwicklung unserer Dörfer einen Schritt nach vorne tun


Der Landtagssaal in St. Pölten ist heute,
Donnerstag, 10. November, Austragungsort des ganztägigen Symposiums
"Soziale Dorferneuerung" der Europäischen Arbeitsgemeinschaft
Landentwicklung und Dorferneuerung und der Niederösterreichischen
Dorf- und Stadterneuerung. Am Vormittag kamen in diesem Rahmen u. a.
Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll, DI Stanislaw Tillich,
Ministerpräsident des Freistaates Sachsen (Deutschland), und MUDr.
Jirí Behounek, Kreishauptmann von Vysocina (Tschechische Republik),
zu Wort.

"In unserem niederösterreichischen Landtagssaal hier in St. Pölten
werden die Zukunftsthemen für das Land diskutiert. Heute erhält
dieser Saal eine zusätzliche Perspektive, denn dieses Thema geht weit
über die Grenzen des Bundeslandes hinaus - wir können hier und heute
Zukunftsthemen ansprechen und auch Zukunftsperspektiven gewinnen. Wir
haben die Aufgabe, weiter darüber nachzudenken, mit welchem Gesicht
sich Städte und Dörfer in Zukunft zeigen werden", sagte
Landeshauptmann Pröll in seiner Ansprache. Als eine im Zusammenhang
mit der Dorferneuerung stehende aktuelle Herausforderung bezeichnete
der Landeshauptmann die demografische Entwicklung. Angesichts dieser
Herausforderung gelte es, so Pröll, "Scheuklappen abzulegen, offen an
Entwicklungen heranzugehen und Chancen zu erkennen und zu nutzen".
Dabei müssten künftig Eigeninitiative und Freiwilligkeit sowie der
Dorfverband eine größere Rolle spielen. Es müsse die Chance auf ein
Miteinander geben, so der Landeshauptmann. Speziell zur Entwicklung
der Dorferneuerung in Niederösterreich merkte Pröll an, dass der
Mensch mit seinen Fähigkeiten wieder mehr und mehr "ins Zentrum des
Agierens" komme. "Ziel der Dorferneuerungspolitik ist es, einen
Beitrag dazu zu leisten, dass Niederösterreich auf europäischer Ebene
zu einer Modellregion wird. Hilfe zur Selbsthilfe und
Nachbarschaftshilfe sollen bei uns groß geschrieben werden. Die
Menschen sollen motiviert werden, in der Entwicklung unserer Dörfer
einen Schritt nach vorne zu tun", so Pröll.

Der sächsische Ministerpräsident DI Stanislaw Tillich führte aus,
dass Sachsen die Chancen für die Entwicklung des ländlichen Raumes in
der Vergangenheit genutzt habe, jetzt aber neue Herausforderungen zu
bewältigen seien, wobei die Demografie als Chance zu sehen sei. "Wir
müssen den ländlichen Raum noch attraktiver machen als bislang. Die
wirtschaftliche Entwicklung ist dazu eine wichtige Voraussetzung. Das
ist in Sachsen gelungen, zwei Drittel der Unternehmen sind hier heute
im ländlichen Raum zu finden." Dennoch müsse man in Bezug auf die
öffentliche Infrastruktur vorsorgen. Als Antworten auf die
anstehenden Fragen verwies Tillich auf vier Thesen, wobei er die
Wichtigkeit der Zusammenarbeit, der Kooperation und Koordination
sowie Verantwortung und Freiwilligkeit ansprach. Er betonte u. a.,
dass der Staat alleine hier nicht ausreiche, sondern man auf
bürgerliches Engagement angewiesen sei. "Wir stehen am Anfang einer
Entwicklung, sind aber auf dem richtigen Weg unterwegs", so Tillich.

MUDr. Jirí Behounek lieferte im Rahmen des Symposiums grundlegende
Informationen über die Situation im Kreis Vysocina und hielt im
Zusammenhang mit der Dorferneuerungsbewegung fest, dass 2011
1.775.000 Euro in insgesamt 14 Förderprogramme geflossen seien.
Am heutigen Nachmittag stehen im Rahmen des Symposiums noch einige
Punkte auf dem Programm, insbesondere sollen Praxisbeispiele und
Projekte präsentiert werden.

Nähere Informationen: NÖ Verband für Dorf- und Stadterneuerung,
Telefon 02952/4848, e-mail office@dorf-stadterneuerung.at,
www.dorf-stadterneuerung.at, bzw. Europäische ARGE Landentwicklung
und Dorferneuerung, www.landentwicklung.org.

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0264 2011-11-10 13:43 101343 Nov 11 NLK0004 0512



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