• 10.11.2011, 10:12:10
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MA 22: Wissenschaftlicher Förderpreis 2011 vergeben

Auszeichnung für 13 WissenschafterInnen

Wien (OTS) - Bereits zum 14. Mal zeichnete die Wiener
Umweltschutzabteilung - MA 22 junge WissenschafterInnen für
herausragende Arbeiten zu umweltrelevanten Themen aus. Die Verleihung
fand gestern Abend in der Wiener Urania statt.

13 WissenschafterInnen erhielten dieses Jahr den
Wissenschaftlichen Förderpreis. Die Wiener Wasserwerke (MA 31) waren
auch heuer wieder mit der Ausschreibung eines Sonderpreises
beteiligt. Bei den eingereichten Arbeiten handelt es sich um
Diplomarbeiten und Dissertationen, die für die praktische
Umweltschutzarbeit in Wien von Interesse sind. Mit der Vergabe des
Förderpreises will die Wiener Umweltschutzabteilung den Austausch
zwischen den Universitäten und der Stadt Wien stärken.

Feierliche Preisverleihung in der Wiener Urania

Karin Büchl-Krammerstätter, Leiterin der Wiener
Umweltschutzabteilung, Wolfgang Zerobin, Leiter der Wiener
Wasserwerke und als Vertreter der Stadtpolitik der Vorsitzende des
Umweltausschusses der Stadt Wien, Landtagsabgeordneter Erich
Valentin, überreichten bei der Festveranstaltung die Urkunden und
Preisgelder von jeweils 700,- Euro. Als Ehrengäste gratulierten
Martin H. Gerzabek, Rektor der Universität für Bodenkultur Wien, und
Karl Schwaha, Vizerektor der Universität Wien.

"Kaum eine Studienrichtung kommt heute an den Fragen des
Umweltschutzes oder der nachhaltigen Entwicklung vorbei. Daher ist
auch der Kontakt zu den Universitäten für uns so wichtig", so Karin
Büchl-Krammerstätter, Leiterin der Wiener Umweltschutzabteilung.
"Über 250 Arbeiten sind seit der ersten Ausschreibung unseres
Förderpreises prämiert worden. Viele davon, z. B. Arbeiten zur
Luftqualitätssicherung, zu Artenschutz oder zur politischen Umsetzung
von Nachhaltigkeit, betreffen direkt die Aufgaben der Wiener
Umweltschutzabteilung und liefern uns dafür wertvolle Inputs."

"Die Umsetzung neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse ist eine
der Säulen für die Sicherung der Qualität des Wiener Wassers", betont
Wolfgang Zerobin, Leiter der Wiener Wasserwerke (MA 31). "Die
Qualität der eingereichten Arbeiten liegt auf einem beständig hohen
Niveau. Damit die Erkenntnisse aus der Wissenschaft der Stadt Wien
und den hier lebenden Menschen zugute kommen, liegt es an uns, also
an Politik und Verwaltung, diese Forschungsergebnisse im Rahmen der
von der Stadt Wien verwendeten Technologien bestmöglich einzusetzen."

"Die Partnerschaft der Stadt Wien mit der Wissenschaft hat sich
als Basis für optimiertes Handeln auf dem Gebiet des Umweltschutzes
bestens bewährt. Wissenschaft und Politik sind näher
aneinandergerückt, nur mit der Expertise der Wissenschaft sind
Lösungen für anstehende globale Herausforderungen zu finden. Diese
Partnerschaft, die in Wien auf eine lange Tradition zurückblickt,
wird mit Veranstaltungen wie dieser gepflegt und nachhaltig
verfestigt", so Gemeinderat Erich Valentin.

Die prämierten Studien - drei ausgewählte Beispiele

Auch heuer wieder waren Arbeiten aus verschiedensten universitären
Einrichtungen, wie BOKU Wien, Universität Wien, Technische
Universität Wien, Wirtschaftsuniversität Wien oder Universität Graz
vertreten. Unter den 13 ausgezeichneten Arbeiten finden sich heuer
vier Studien zum Themenkreis Wasser, weitere Arbeiten widmen sich
Themen zur Nachhaltigkeit (z. B. deren Umsetzung in der
Umweltpolitik), zu Abfall- und Ressourcenmanagement, zum Bodenschutz
und zum Artenschutz.

Studie: Umweltorientierte öffentliche Beschaffung als Instrument der
Umweltpolitikintegration

Die vorliegende Arbeit ist die Diplomarbeit einer Absolventin der
BOKU Wien. Die Fallstudie beleuchtet die Entstehungsgeschichte und
untersucht die Auswirkungen des 2010 vom Ministerrat beschlossenen
Nationalen Aktionsplans zur nachhaltigen öffentlichen Beschaffung in
Österreich. Aufgrund des dahinter stehenden Auftragsvolumens von
geschätzten 17 Prozent am europäischen Bruttoinlandsprodukt gilt die
öffentliche Beschaffung als bedeutendes Instrument der Umweltpolitik
in den Ländern der EU.

Die Stadt Wien hat dieses Potenzial schon sehr früher erkannt und
bereits 1998 das Programm "ÖkoKauf Wien" eingerichtet. Ob beim
Lebensmitteleinkauf, beim Einkauf von Büromöbeln oder bei der Vergabe
eines Bauauftrags - die Stadt Wien beschafft im Rahmen ihrer
jährlichen Ausgaben von ca. fünf Milliarden Euro gezielt ökologische
bzw. nachhaltige Produkte und Dienstleistungen.

Die Studie bietet einen wichtigen Überblick über das Wiener
Progamm, aber auch über weitere laufende Projekte österreichweit.
Wieweit diese Programme schon praktisch umgesetzt wurden, ist
ebenfalls Thema dieser Untersuchung.

Studie: Feldbestimmungsschlüssel für die Hummeln Österreichs,
Deutschlands und der Schweiz

Hummeln gehören zu denjenigen Wildbienenarten, die auch von Laien
erkannt werden. Weniger bekannt ist, dass derzeit allein im
deutschsprachigem Raum (Österreich, Deutschland, Schweiz) 48
verschiedene Hummel-Arten bekannt sind. Die vorliegende Diplomarbeit
eines Absolventen der Universität Wien (Departement für
Evolutionsbiologie) wurde von der Jury als besonders bemerkenswert
eingestuft.

Üblicherweise kann man, bis auf ein paar Ausnahmen, Insekten nicht
im Feld bestimmen, sondern muss sie im Labor untersuchen. Die
vorliegende Arbeit hat Methoden erarbeitet, die es ermöglichen, die
verschiedenen Hummel-Arten anhand von Körperumriss und Farbverteilung
im Freiland zu bestimmen. Dazu hat der Studienautor bemerkenswerte
stilisierte farbige Grafiken jeder einzelnen Hummel-Art erstellt.

Diese Arbeit, so die Jury, hat neue Erkenntnisse in die
Wildbienenforschung eingebracht und versteht sich als Beitrag zum
Schutz der Artenvielfalt. Auf Basis dieser Studie werden die Hummeln
als Indikator-Arten für die Naturschutzarbeit zukünftig eine wichtige
Rolle spielen.

Studie: Wichtigkeit nachhaltiger Geschäftspraktiken in Wiener
Beherbergungsbetrieben

Die Arbeit, verfasst von einer Wiener Studentin der University of
Exeter/UK, untersucht, wie weit Umweltschutz und nachhaltiges Denken
in Hotels in den Wiener Innenbezirken Einzug gehalten haben. Das
Gütesiegel "Umweltzeichen Tourismus" ist, so ein Ergebnis der
Arbeit, dabei vielen, aber nicht allen befragten Betrieben bekannt.
Das "Umweltzeichen Tourismus" wird von der Wiener
Umweltschutzabteilung im Rahmen ihres Umweltservice-Programms
ÖkoBusinessPlan Wien betreut. Es ist ein Garant dafür, dass in
Tourismusbetrieben Umweltschutz und nachhaltige Maßnahmen umgesetzt
werden.

Die Arbeit besagt, dass in den Wiener Innenstadthotels noch großes
Potenzial besteht, das Umweltzeichen zu implementieren. Für die
Akquisition von weiteren Tourismusbetrieben liefert die Arbeit der
Wiener Umweltschutzabteilung wichtige Inputs.

rk-Fotoservice: www.wien.gv.at/pressebilder

Rückfragehinweis:

Dr. Mathilde Urban 
   Wiener Umweltschutzabteilung - MA 22
   Bereich Kommunikation und Personal 
   Telefon: 01 4000-73422
   Mobil: 0676-8118-73422
   E-Mail: [email protected] 
   www.umweltschutz.wien.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NRK

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