"nanoversity": Kleine Welt für Kinder an der TU Graz eröffnet
Wien (OTS) - Spielerisch Naturwissenschaft und Technik entdecken
und dabei unvoreingenommen auf die Dinge zugehen: Das sind die zwei
pädagogischen Anliegen der "nanoversity" an der TU Graz. Das von der
Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) erbaute Haus für Kinder vom
Babyalter bis zum Ende der Schulpflicht öffnete gestern offiziell
die Tore.
Bildmaterial honorarfrei verfügbar unter
http://www.presse.tugraz.at/webgalleryBDR/data/nanoversity/index.htm
Gemeinsam spielen und lernen: "Das neue Haus für Kinder in der
Petersgasse 136 ist offen für verschiedene Altersgruppen und folgt
modernen pädagogischen Ideen", sagt Harald Kainz, Rektor der TU Graz.
Kinder von Studierenden sind gleichermaßen willkommen wie Kinder von
TU-Bediensteten, 120 Sprösslinge finden insgesamt Platz.
Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle verweist auf den
doppelten Effekt des Hauses des Kindes. "Die Einrichtung ermöglicht
die flexible Kinderbetreuung ab dem Kleinstkindalter und weckt mit
dem begleitenden Lernprogramm zugleich die Begeisterung der Kinder
für Naturwissenschaft und Technik", so Töchterle, der das Konzept als
effektiven Beitrag zur besseren Vereinbarkeit von Familie, Studium,
Beruf und wissenschaftlicher Karriere bezeichnet. "Die
Verantwortlichen der Technischen Universität Graz haben mit diesem
Projekt ein weitsichtiges und wirkungsvolles Signal für die Förderung
von Wissenschaft und Forschung gesetzt", betont der
Wissenschaftsminister.
Neben einer flexiblen Kinderbetreuung (eine Gruppe für Kinder von
0 - 12 Jahren) gibt es eine Kinderkrippe (vier Gruppen für Kinder von
0 bis 3 Jahren) und zwei "Kinderhäuser" - in dieser Einrichtung
spielen Kinder von 1 1/2 Jahren bis zum Ende der Pflichtschulzeit
bunt gemischt. Das Miteinander soll das soziale Lernen fördern: Die
Kleinen lernen von den Großen, die Großen übernehmen Verantwortung
für die Kleinen. Das bringt Erleichterungen für Familien mit mehreren
Kindern, denn Geschwister können gemeinsam untergebracht werden.
Besondere inhaltliche Schwerpunkte sind Naturwissenschaft und
Technik, aber auch Gender und Diversity: Die Kinder sollen unabhängig
vom Geschlecht ihren Interessen folgen. Beim Spielzeug achtet man von
Seiten der Betreiberin, der Volkshilfe Steiermark, daher darauf,
Rollenklischees zu vermeiden. Auch die angeschaffte Literatur folgt
diesen Regeln: Märchenbücher und Geschichten, die etwa Frauen hinter
den Herd verbannen, finden in der nanoversity keinen Platz.
Technik im Mittelpunkt
Eine weitere Besonderheit: Das "Marie Curie Zimmer" bietet ein
kindergerechtes Forschungslabor und eine Werkstatt für Klein und
Groß. Musik, Kreativität, Bewegung und Gesundheit kommen ebenfalls
nicht zu kurz und auch auf vielseitige Ernährung wird geachtet.
Der Name "nanoversity" wurde aus rund 500 Einsendungen von
TU-Angehörigen ausgewählt und steht nicht nur für etwas Kleines, wie
es der ursprünglichen Bedeutung des Wortes entspricht: "Die
Nanotechnologie steht dafür, wie kleine Teile Großes bewirken können
und das wollen wir auch mit unserem Haus des Kindes vermitteln: In
den Händen unserer Kinder liegt es, die Zukunft zu gestalten und
daher in unserer Verantwortung, sie bestmöglich zu fördern und auf
spätere Aufgaben vorzubereiten", so Kainz.
Das Gebäude selbst ist Teil des Großprojektes Neuerrichtung des
Produktionstechnikzentrums. Insgesamt wurden seitens der
Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) rund fünf Mio. Euro in die
"nanoversity" investiert. "In kaum einem anderen Objekt wird
deutlicher für wen wir bauen - nämlich für alle Menschen, die täglich
in unseren Häusern lernen, lehren oder wie in diesem Fall spielerisch
die Welt entdecken. Ziel der BIG ist daher, Architektur nicht
Selbstzweck werden zu lassen. Aus diesem Grund ist neben
Funktionalität und Wirtschaftlichkeit der Wohlfühlfaktor von
entscheidender Bedeutung bei der Realisierung eines Projektes", sagt
Hans-Peter Weiss, Geschäftsführer der BIG.
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Mag. Alice Senarclens de Grancy, MSc
Pressesprecherin TU Graz
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