• 10.11.2011, 09:11:20
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ÖAMTC-Kompatibilitäts-Crashtest: Ernüchternde Ergebnisse für zwei Fünf-Sterne-Autos (+ Foto, + Video)

Neues Testverfahren ermöglicht objektive Bewertung der Kompatibilität

Wien (OTS) - Um herauszufinden, wie sich die Knautschzone eines
Fahrzeuges bei einem Frontalaufprall gegen ein anderes Auto verhält,
werden vom ÖAMTC und seinen Partnerclubs regelmäßig
Kompatibilitäts-Crashtests durchgeführt. Bisher wurden zu diesem
Zweck zwei Pkw direkt gegeneinander gecrasht. "Beim aktuellen Test
kommt ein neues Verfahren zum Einsatz, das einen
fahrzeugübergreifenden Vergleich ermöglicht. Dabei trifft das
Testfahrzeug mit der Hälfte seiner Frontfläche auf einen gleich
schnell entgegen kommenden Barrierewagen, der einen typischen
Unfallgegner aus der weit verbreiteten unteren Mittelklasse
darstellt", erläutert ÖAMTC-Cheftechniker Max Lang. An der Front des
Barrierewagens ist ein Deformationselement montiert. Durch den Crash
ergibt sich darauf ein Deformationsbild - ein Abdruck, der eine
objektive Bewertung der Kompatibilität ermöglicht.

Die Ergebnisse im Detail

* "Der Fiat 500 schneidet bei der Kompatibilität 'befriedigend'
ab. Die Fahrzeugfront ist großteils homogen aufgebaut und fügt dem
Unfallgegner wenig Schaden zu", berichtet der ÖAMTC-Experte.
Allerdings weist der "Schutzschild" des Fahrzeugs Schwächen im
Bereich der Vorderräder auf. Damit wird wenig Energie und
Geschwindigkeit abgebaut. Wenn der Unfallgegner auf die Fahrgastzelle
trifft, kommt es zu sehr hohen Verzögerungen und Belastungen für die
Insassen beider Fahrzeuge. Zudem steigt das Risiko, dass die
Fahrgastzelle zerstört wird.

* Die Kompatibilität des Audi Q7 wird mit "mangelhaft" beurteilt.
"Die steifen Längsträger bohren sich wie Lanzen in den Unfallgegner.
Zusätzlich hat der 'Schutzschild' im äußeren Bereich deutliche
Schwächen. Trifft dort ein anderes Fahrzeug auf, kann nur wenig
Energie und Geschwindigkeit abgebaut werden", kritisiert der
ÖAMTC-Cheftechniker. Wenn der Unfallgegner auf die Fahrgastzelle
trifft, kommen im Audi sprunghaft sehr hohe Verzögerungen zustande.
Auch hier besteht ein hohes Risiko, dass die Fahrgastzelle zerstört
wird. Durch den insgesamt ungleichmäßigen Aufbau der Frontpartie ist
die Gefahr von Überlastungen sowohl beim Unfallgegner als auch beim
Q7 selbst sehr hoch.

Fazit: Das Erfüllen der Kriterien beim Euro NCAP-Crashtest ist
eine wichtige Voraussetzung für guten Schutz der Fahrzeuginsassen.
Aber auch das Zusammenspiel der Autos untereinander in
Unfallsituationen muss verbessert werden. "Fahrzeuge müssen dafür mit
einem wirkungsvollen 'Schutzschild' ausgerüstet werden. Zusätzlich
ist es wichtig, Geometrie und Steifigkeit der tragenden Teile besser
aneinander anzupassen", fordert der ÖAMTC-Cheftechniker. "Wenn diese
Punkte von den Herstellern berücksichtigt werden, kann der
Insassenschutz bei allen Unfällen erheblich erhöht werden. Es ist
davon auszugehen, dass das Risiko von schweren und tödlichen
Verletzungen durch diese Maßnahmen deutlich reduziert werden kann."

(Schluss)

Aviso an die Redaktionen:
Bildmaterial zu dieser Aussendung ist unter www.oeamtc.at/presse
abrufbar. Sendefähiges Videomaterial ist auf Anfrage über die
Pressestelle erhältlich.

Informationen zu allen getesteten Produkten und weitere Tests des
ÖAMTC findet man unter www.oeamtc.at/tests.

Rückfragehinweis:
ÖAMTC-Öffentlichkeitsarbeit
Stefan Tschernutter
Tel.: +43 (0) 1 711 99-1218
mailto:[email protected]
http://www.oeamtc.at

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