- 10.11.2011, 08:41:05
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Spitalsreform: Massives Echo auf 40-Punkte-Programm
Ordensspitäler: Umfassende Analyse und Vorschläge zu Strukturfragen und Finanzierungsproblemen - Aufzeigen von Effizienzpotentialen und Lösungsansätzen
Wien (OTS) - Überwältigendes Echo zum "Memorandum zur Reform des
österreichischen Spitalswesens" bei den Entscheidungsträgern aus
Politik, Kammern, Sozialversicherungswesen, Einrichtungen des
Gesundheitswesens und Kirchenvertretern für die Ordensspitäler. Rund
40 zum Teil sehr ausführliche Stellungnahmen reagierten überwiegend
positiv auf die konkreten Vorschläge der Ordensspitäler, darunter
auch die zuständigen Mitglieder der Bundesregierung, Vertreter der
Landesregierungen und anderer Organe.
"Die umfangreichen Reaktionen zeigen, dass unsere Reformvorschläge
eine konsensfähige Basis für eine tragfähige Reform des Gesundheits-
und Spitalswesens darstellen. Manche unserer Programmpunkte sind bei
den zuständigen Stellen bereits in Umsetzung. "Wir hoffen, dass eine
breit angelegte Spitalsreform möglichst bald realisiert wird", dies
erklärt dazu Pater Leonhard Gregotsch, Leiter der Arbeitsgemeinschaft
der Ordensspitäler Österreichs, die rund 20 Prozent des heimischen
Spitalswesens abdecken.
Schwerpunkte des Memorandums
Das 40-Punkte-Memorandum der österreichischen Ordensspitäler enthält
unter anderem folgende Programmpunkte:
- Etablierung eines Systems der Qualitätsmessung im Gesundheitssystem. - Optimale Koordinierung der Planung, Steuerung und Finanzierung für den niedergelassenen, ambulanten und stationären Bereich. - Trennung der Funktion von Gesundheitsplaner, Finanzierer und Spitalsbetreiber. - Schaffung eines ökonomischen Anreizsystems für Krankenanstaltenträger. - Gleiche Rechte und Pflichten für alle Krankenhäuser im öffentlichen Versorgungsauftrag. - Übergang von Abgangsdeckung und Subvention zu kostendeckenden Erlösen im leistungsorientierten Krankenhaus-Finanzierungssystem. Im Memorandum werden auch die Kriterien für die Beurteilung von Krankenhäusern formuliert: - Wesentlich bei der Beurteilung müssen nachgewiesene Qualität der Leistungen, Effizienz in der Leistungserbringung und Patientenzufriedenheit sein. - Nicht die Größe eines Spitals ist maßgeblich für dessen Beurteilung, sondern die Qualität der dort erbrachten medizinischen Leistungen sowie die Effizienz der Strukturen und Prozesse. - Jedenfalls sind simple Kriterien wie die Anzahl der Betten in höchstem Maße ungeeignet für die Beurteilung von Krankenhäusern. Grundprobleme aufgezeigt
Als Grundprobleme im österreichischen Gesundheitssystem nennen die
Ordensspitäler u. a.:
- Divergierende Kompetenzen von Krankenanstalten und Ärzten. - Ein duales Finanzierungssystem (Länder und Sozialversicherungen), welches keine Vollkostendeckung sowie angemessene Investitionsfinanzierung vorsieht. - Permanente Steigerung der Ausgaben für die Aufrechterhaltung der Gesundheitsversorgung auf hohem Niveau. - Strukturelle Fehlentwicklungen: Vorhalten von Doppelstrukturen, Fehlbelegungen etc. - Eine zu optimierende, ganzheitliche sektoren- und regionenübergreifende Zielsetzung und Planung.
Das Memorandum nennt auch Beispiele für Strukturprobleme im
europäischen Vergleich, etwa:
- Rund 40 % der Gesamtausgaben für Gesundheit werden für die stationäre Versorgung aufgewendet - ein Spitzenwert in der EU. - Jeder 5. Österreicher wird stationär aufgenommen - die höchste Rate in der EU. - Mit 6,5 Akutbetten je 1.000 Einwohner liegt Österreich um 70 % über dem EU-Durchschnitt. - Keine optimale Produktivität in den österreichischen Krankenhäusern
Das Memorandum wird auf Wunsch gerne übermittelt. Bitte senden Sie
eine E-Mail an [email protected].
Rückfragehinweis:
P. Leonhard Gregotsch
Arbeitsgemeinschaft der Ordensspitäler Österreichs
1010 Wien, Freyung 6/1/2/3, E-Mail: [email protected]
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