- 10.11.2011, 08:00:33
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Masern: Gratis-Impfungen für alle bis 45 - Gesundheitsministerium und MedUni Wien mit Impfaktion für eigene Bedienstete und Studierende
400 Bedienstete geimpft - Gratisimpfung für alle Österreicherinnen und Österreicher bis 45 schon seit Sommer - Verdopplung der Masernfälle gegenüber Vorjahren
Wien (OTS/BMG) - Gesundheitsminister Alois Stöger hat eine
Masernimpfaktion für alle Bedienstete des Bundesministeriums für
Gesundheit gestartet: "Ich will damit nicht zuletzt auch ein Zeichen
der Verantwortung im eigenen Bereich angesichts der drastisch
steigenden Zahl von Masernfällen in Europa setzen", so der Minister.
Dieser Aktion hat sich auch die Medizinische Universität Wien
angeschlossen um bestehende Impflücken bei allen im Gesundheitsdienst
tätigen Personen sowie bei Medizinstudentinnen und -studenten zu
schließen.
Gratisimpfung für alle bis 45
Schon seit Sommer dieses Jahres läuft eine österreichweite
Masernimpfaktion für alle Personen bis zum 45. Lebensjahr - die
kostenfreie Impfung wird an allen öffentlichen Impfstellen angeboten.
Die Wichtigkeit dieser Maßnahme zeigt sich auch am Beispiel des
jüngsten deutschen Masern-Todesfalls, eines 13-jährigen Mädchens, das
an den tödlichen Folgen einer Maserninfektion, einer subakuten
sklerosierenden Panenzephalitis, verstorben ist. Im konkreten Fall
hatte ein an Masern erkranktes ungeimpftes Kind, dessen Eltern
Impfungen ablehnten, vor 12 Jahren sechs Kinder in einer Ordination
infiziert. Bei zwei Kindern kam es zu schweren Komplikationen, die in
einem Fall zum Tod führten.
Pamela Rendi-Wagner, zuständige Sektionsleiterin im
Gesundheitsministerium: "Europa erlebt seit zwei Jahren eine Serie
von massiven Masernausbrüchen, auch unsere Nachbarstaaten sind davon
betroffen. Aufgrund der guten Impfbeteiligung der letzten Jahre
konnte die Epidemie in Österreich bisher nicht großflächig Fuß
fassen. Jedoch ist heuer auch in Österreich bereits eine Verdoppelung
der Erkrankungszahlen im Vergleich zu den Vorjahren zu erkennen."
Rückläufige Impfbeteiligung bei Kindern
Die jüngsten Daten zeigen auch, dass seit 2009 die Impfbeteiligungen
bei den Kindern rückläufig sind. Eine Analyse hat gezeigt, dass zwar
bei Schuleintritt über 95 Prozent der österreichischen Kinder
mindestens eine Masernimpfung haben. Zum von der
Weltgesundheitsbehörde WHO vorgeschlagenen Stichtag, dem Zeitpunkt
des vollendeten zweiten Lebensjahrs, sieht jedoch die österreichische
Durchimpfungsrate von 70%, jedoch ernüchternd aus. Die Masernimpfung
sollte daher ab dem 2. Lebensjahr angeboten werden. Eine zweite
Teilimpfung sollte ehestmöglich, frühestens jedoch vier Wochen nach
der ersten Teilimpfung, erfolgen.
Besonders große Impflücken gibt es auch bei Adoleszenten und jungen
Erwachsenen, die teilweise keine oder nur eine einzige Impfdosis
erhalten haben. Teilweise wurden damals auch Impfstoffe verwendet,
die im Gegensatz zu den derzeit verwendeten Impfstoffen keinen
lebenslangen Schutz boten. Jene ungeschützten Personen stellen eine
gefährliche Infektionsquelle für Kinder unter einem Lebensjahr dar,
da diese selbst noch nicht durch eine Impfung geschützt werden
können, aber ein viel höheres Risiko haben, an einer schweren
Masernkomplikation zu erkranken.
Rückfragehinweis:
Bundesministerium für Gesundheit Thomas Kvicala, Pressesprecher Radetzkystraße 2, 1030 Wien Tel.: +43/1/71100-4506 mailto:[email protected] http://www.bmg.gv.at
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