• 09.11.2011, 15:13:32
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Bundesweites Netzwerk Offene Jugendarbeit (bOJA): Zu wenig Bildungschancen für Jugendliche

Bundesweite Fachtagung erörtert Strategien gegen Ausgrenzung

Wien (OTS) - bOJA, das bundesweite Netzwerk für Offene
Jugendarbeit, sieht die Bildungschancen von Jugendlichen gefährdet,
weil in der aktuellen öffentlichen Diskussion Bildung primär als
formale Bildung verstanden wird, warnt die Geschäftsführerin des
Bundesweiten Netzwerkes Offene Jugendarbeit (bOJA), Mag.a Sabine
Liebentritt: "Das Bildungsvolksbegehren betont vor allem formale
Bildungswege, das ist jedoch für Jugendliche ein zu eng gefasster
Bildungsbegriff. Er vernachlässigt "non-formale Bildung" und
"informelles Lernen", sagt die bOJA-Geschäftsführerin. Ein solches
Lernen finde vordergründig nicht in Bildungs-und
Berufsbildungseinrichtungen statt, sei jedoch meist systematisch (in
Bezug auf Lernziele, Lerndauer und Lernmittel) und - aus der Sicht
der Lernenden, also der Jugendlichen - zielgerichtet, sagt sie. Aus
diesem Grund fordert Liebentritt eine weitere Aufwertung der "Offenen
Jugendarbeit". "Denn Offene Jugendarbeit erhöht die Bildungschancen
von Jugendlichen deutlich", sagt Liebentritt.

Mehr Möglichkeiten für Offene Jugendarbeit gefordert

Liebentritt verweist insbesondere auf die Potentiale der Offenen
Jugendarbeit im Bezug auf non-formales und informelles Lernen und die
wichtige Vermittlerrolle der Offenen Jugendarbeit im Gemeinwesen und
Sozialraum. Sie warnt insbesondere davor, Kinder aus sozial
benachteiligten Familien auszugrenzen. "Jugendliche brauchen
Perspektiven für ein gutes Leben, um Potenziale zu wecken und
eigeninitiativ tätig zu werden. Zu diesem Zweck muss Jugend-, Sozial-
und Bildungspolitik zusammenwirken. Dazu genügt es nicht, nur
Ganztagesschulen zu fordern. Wir brauchen erweiterte
Angebotsmöglichkeiten im Bereich Offene Jugendarbeit und verbesserte
Kooperationsmöglichkeiten mit Schulen", sagt die Geschäftsführerin
des Bundesweiten Netzwerkes für Offene Jugendarbeit, bOJA.

Offene Jugendarbeit ist Bildungsarbeit

Dabei sei Offene Jugendarbeit als Bildungsarbeit zu verstehen,
sagt Liebentritt. "Offene Jugendarbeit versteht sich als
Bildungsarbeit und beruht auf den Prinzipien der Freiwilligkeit, der
Ressourcenorientierung und der Partizipation. Lernen unter diesen
Voraussetzungen wirkt unmittelbar und nachhaltig und daher muss
Offene Jugendarbeit in unser aller Interesse in Zukunft weiterhin
aufgewertet werden." Und Liebentritt erläutert weiter "Denn wenn ich
freiwillig etwas lernen kann, das an meinen Fähigkeiten anknüpft und
ich dabei noch aktiv mitgestaltend tätig sein kann, so kann ich das
Erlernte doch viel besser für mich und die Gesellschaft nutzen und es
macht Lust auf mehr".

Bildungsvolksbegehren

Das Bildungsvolksbegehren hingegen bezieht sich stark auf
institutionalisierte Formen von Bildung. Flächendeckende Angebote an
"elementarpädagogischen Einrichtungen", "bundesweite
Ganztagsangebote" und "Ganztagsschulen" werden gefordert. Der
"Ausbau- und Finanzierungsplan für Hochschulen und Universitäten" ist
ebenso Thema wie die "Erhöhung der staatlichen Mittel für
lebenslanges Lernen (Erwachsenenbildung)" und ein "weltoffenes
Bildungssystem, das Internationalität und kulturelle Vielfalt als
Bereicherung ansieht und den MigrantInnen und ihren Kindern faire
Bildungs- und Berufschancen einräumt" (Punkt 12).

"Bildungsvolksbegehren greift zu kurz"

Für Kinder aus sozial benachteiligten Familien sei in Zusammenhang
mit Bildung und Lernen Offene Jugendarbeit besonders wichtig, sagt
die bOJA-Geschäftsführerin. "Diese Kinder haben schlechte(re)
Chancen, eine zukunftsorientierte Ausbildung abzuschließen oder
überhaupt erst zu beginnen. Da sind wir von Hochschulen und
Universitäten ganz weit entfernt. Das heißt: Bildung, Ausbildung und
Beschäftigung gehen einher mit den gesellschaftlichen Möglichkeiten
eines (jungen) Menschen in Österreich und Europa, und deshalb ist die
Rolle der Offenen Jugendarbeit in der Bildungs- und
Beschäftigungslandschaft nicht hoch genug zu bewerten", sagt
Liebentritt. Und diese Art von Bildung sei in der Realität eben oft
im informellen und nicht-formalen Raum angesiedelt. "Das
Bildungsvolksbegehren ein sehr wichtiges Signal, greift aber in
diesen Punkten zu kurz", sagt Liebentritt.

Offene Jugendarbeit

Offene Jugendarbeit ist ein pädagogisches Handlungsfeld im Kontext
von Bildungsarbeit, Kulturarbeit, sozialer Arbeit und
Präventionsarbeit. Sie setzt sich mit jungen Menschen auseinander,
nimmt sie ernst und arbeitet parteilich für sie. Neben der
verbandlichen Jugendarbeit, dem EU-Jugendprogramm "Jugend in Aktion"
und der Jugendinformation ist die Offene Jugendarbeit auf nationaler
Ebene eine der vier Säulen der österreichischen Jugendpolitik.

Bundesweite Fachtagung macht Potentiale sichtbar

bOJA - Bundesweites Netzwerk für Offene Jugendarbeit, veranstaltet
gemeinsam mit dem Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und
Jugend (BMWFJ) Ende November in Vorarlberg eine bundesweite
Fachtagung zum Thema Offene Jugendarbeit unter dem Motto "Bildung
beschäftigt - beschäftigt Bildung?". Die Rolle der Offenen
Jugendarbeit in der Bildungs- und Beschäftigungslandschaft wird dabei
auf nationaler und internationaler Ebene ebenso diskutiert werden wie
der Zusammenhang von Bildung, Ausbildung und Beschäftigung.

Über bOJA

bOJA ist das Bundesweite Netzwerk für Offene Jugendarbeit, dient
als Plattform für Wissens- und Informationsaustausch und vernetzt
Menschen, Ideen, Projekte, Einrichtungen - national und
international. bOJA unterstützt das Erwachsen werden für Jugendliche
in Österreich, indem es mit seinen Partnern im Handlungsfeld der
Offenen Jugendarbeit (soziale Einrichtungen, Wirtschaft, Verwaltung,
Bildungswesen, etc.) zusammenarbeitet und als Sprachrohr und
Interessensvertreter für die Bedürfnisse von Jugendlichen aus der
Offenen Jugendarbeit agiert. bOJA hat sich zur Aufgabe gesetzt, die
Qualitätsstandards in der Offenen Jugendarbeit voranzutreiben und das
Bewusstsein für die Bedeutung von Offener Jugendarbeit zu heben.
Geschäftsführerin von bOJA ist Mag.a Sabine Liebentritt.
bOJA wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und
Jugend.

www.boja.at

Rückfragehinweis:

Bundesweites Netzwerk Offene Jugendarbeit
   Mag.a Sabine Liebentritt, GF
   
   c/o Lilienbrunngasse 18/2/47
   1020 Wien, Österreich
   
   Mail: [email protected] 
   Tel: 0660 7315 237

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