- 09.11.2011, 13:49:10
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Produktion bleibt in Österreich
Wien (OTS) - Best Practices in der Fabrik- und Layoutplanung war
das Thema eines Kaminabends von Fraunhofer Austria und der TU Wien.
Planungsexperten aus Industrie und Wissenschaft diskutierten aktuelle
Vorgehensweisen, Trends und Planungstools in der Fabrikplanung.
Erfreuliche Entwicklung: Eine Verlagerung von Produktion ins Ausland
ist immer seltener ein Thema.
Viermal im Jahr laden Fraunhofer Austria und die TU Wien zum
Kaminabend mit interessanten Experten-Vorträgen und anschließendem
Networking ein. Beim letzten Kaminabend des Jahres stand das Thema
Fabrik- und Layoutplanung auf der Tagesordnung. Und dass nicht von
ungefähr: Erlebt doch Österreichs Industrie derzeit einen
regelrechten Boom bei Fabrikneubauten und Fabrikumplanungen. Und bei
jeder Neuplanung steht der Standort Österreich auf dem Prüfstand.
Doch der kann häufig gegenüber den Niedrigkostenstandorten punkten.
"Früher wurde oft blind verlagert", kommentiert Daniel Palm, Leiter
des Geschäftsbereichs Produktions- und Logistikmanagement der
Fraunhofer Austria, die Entwicklung. "Da waren die Lohnkostenvorteile
im Osten vordergründig so attraktiv, dass die Standortauswahl nicht
mehr Teil einer objektiven Planung war. Oder man hat sich den
Niedrigkostenstandort einfach schöngerechnet und Managementaufwände,
Mitarbeiterfluktuation, Logistikkosten sowie Reaktionszeiten
vernachlässigt."
Österreich mit Standortvorteilen
Dieser Trend ist in der letzten Zeit massiv rückläufig und es
finden Neubauten und Kapazitätserweiterungen wieder verstärkt in
Österreich statt. "Einer unserer Kunden hatte sogar bereits ein
Grundstück in Osteuropa gekauft, doch nach der Planung hat der
Spatenstich zum Bau des neuen Werks in Österreich stattgefunden",
erklärt Christian Morawetz, Leiter der Gruppe "Produktionsstrukturen"
bei der Fraunhofer Austria in Wien. Auch viele andere Unternehmen
investieren lieber in Österreich, die Gründe dafür liegen einerseits
in der Verfügbarkeit von qualifizierten, aber auch motivierten und
loyalen Mitarbeitern und andererseits in der Nähe zum Kunden, den
Entwicklungsabteilungen sowie der Unternehmensführung. Trotzdem
dürfen die Lohnkosten nicht vernachlässigt werden. Doch mit der
Planung von hocheffizienten Produktionsstätten und schlanken
Produktionsstrukturen ist eine erfolgreiche Wertschöpfung in
Österreich möglich.
Zunehmende Komplexität der Fabrikplanung
Auslöser für fabrikplanerische Aktivitäten sind oft zu geringe
Kapazitäten oder Platzmangel. Doch auch kürzer werdende
Konjunkturzyklen, bedingt durch die globale Vernetzung der
Wirtschaft, kombiniert mit häufigen Produktwechseln, einer größeren
Variantenvielfalt und einem erhöhten Preisdruck machen bei vielen
Unternehmen permanente Umplanungen erforderlich. Und noch während der
Laufzeit eines Planungsprojekts kommt es häufig zu starken
Veränderungen in den Planungsprämissen, sodass wesentliche Teile der
Planung wieder überarbeitet werden müssen. Hier helfen methodische,
effiziente und teamorientierte Vorgehensweisen und moderne vernetzte
Planungstools, die bei Veränderungen von Prämissen die Auswirkungen
im Layout ohne großen Zusatzaufwand darstellen können. Allerdings ist
auch die wandlungsfähige Gestaltung von Produktionsstätten
entscheidend, um für zukünftige Veränderungen gerüstet zu sein.
"Wichtig ist, dass alle potenziell erforderlichen
Kapazitätsanpassungen bereits in der Planung berücksichtigen werden,
um später die Anpassungskosten gering zu halten", beschreibt
Christian Morawetz die Problematik.
Gute Planung unabdingbar
Eine Entwicklung, die auch im "Best Practice-Beispiel" beim
Fraunhofer-Kaminabend eine entscheidende Rolle spielte. DI Andreas
Mühlberger berichtete über den Werksneubau auf der grünen Wiese der
Wacker Neuson Linz GmbH. Die Spezialisten für die Entwicklung und
Produktion von Kompaktbaggern errichten in Hörsching ihr neues
Betriebsgebäude und verdoppeln hierbei ihre Produktionskapazitäten.
Die professionelle Begleitung des Planungsprozesses und die
Einbindung der Mitarbeiter waren entscheidende Erfolgsfaktoren des
Neubaus, der im Juni 2010 begann und Ende April 2012 abgeschlossen
sein wird. Ein gutes Beispiel, dass mit einer effizienter Planung und
dem Einsatz der richtigen Planungstools auch in Österreich
international wettbewerbsfähige Produktionsstätten errichtet werden
können.
Rückfragehinweis:
Fraunhofer Austria Research GmbH Produktions- und Logistikmanagement Dipl.- Ing. Daniel Palm Telefon: +43 1 504 6906 mailto:[email protected] www.fraunhofer.at
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