SP-Berger-Krotsch: Wiener Maßnahmenpaket gegen Zwangsverheiratung
Wien (OTS/SPW) - "Seit 2008 sorgt die Stadt Wien mit einem
umfassenden Maßnahmenpaket dafür, einerseits bedrohliche Situationen
bereits im Vorfeld einzudämmen und andererseits Zwangsverheiratung zu
verhindern. Denn neben gesetzlichen Bestimmungen ist auch eine
kontinuierliche Sensibilisierungsarbeit besonders wichtig und das
wird in Wien mit gezielten Maßnahmen besonders ernst genommen",
betonte die Frauensekretärin der Wiener SPÖ, LAbg. Nicole
Berger-Krotsch in einer Replik auf heutigen Aussagen der Wiener
ÖVP-LAbg. Barbara Feldmann.****
Das Paket beinhaltet unter anderem Handlungsleitfäden für alle mit
der Thematik konfrontierten Dienststellen der Stadt Wien: Damit soll
im Akutfall der Umgang mit den von Zwangsheirat Bedrohten oder
Betroffenen erleichtert und die individuelle Unterstützung noch
professioneller werden. So wird zum Beispiel sofort in der
Einrichtung, zu der sich von Zwangsheirat bedrohte oder betroffene
Mädchen und junge Frauen hinwenden, das Alter, die Lebens-, Familien-
und Soziale Situation erhoben und auch geklärt, ob es eine akute
Gefahrensituation gibt und z. B. eine sofortige anonyme Unterbringung
notwendig ist. Darüber hinaus liegt unter anderem in Jugendzentren,
an Schulen, in Spitälern, in NGOs sowie in den Magistratischen
Bezirksämtern der Informations- und Servicefolder "Heiraten ohne
Zwang" - auf, der eine möglichst breite Öffentlichkeit für dieses
Thema sensibilisieren soll.
"Uns ist es besonders wichtig, dass Betroffene und Bedrohte möglichst
rasch und unbürokratisch Hilfe, Unterstützung und Betreuung
bekommen", so Berger-Krotsch. Dazu stehe in Wien ein umfangreiches
und vernetztes Informations- und Kommunikationssystem zur Verfügung.
"Dazu zählen auch die Wiener Frauenhäuser, oder der europaweit
einzigartige 24-Stunden-Frauennotruf sowie die Krisenzentren",
unterstrich Berger-Krotsch und verwies in diesem Zusammenhang auch
auf den kontinuierlichen Ausbau der Einrichtungen und erinnerte
VP-Feldmann an den Bau des neuen Frauenhauses, mit dem ab 2012 in
Wien weitere Akutplätze zur Verfügung stehen.
Schon jetzt liege Wien mit den zur Verfügung gestellten Plätzen in
Frauenhäusern über der Empfehlung des Europarates. Dieser zufolge
sollte nämlich pro 7.500 EinwohnerInnen ein Krisenplatz bereit
gestellt werden. "Weiters bietet die Stadt Wien Frauen und Kindern,
die nicht mehr akut von Gewalt betroffen sind, dennoch weitergehende
Hilfe und Unterstützung etwa über die Zurverfügungstellung von
Übergangswohnungen. Die Zahl dieser Wohnungen wurde in den letzten
Jahren kontinuierlich aufgestockt", so Berger-Krotsch abschließend.
(Schluss) nk
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