- 09.11.2011, 10:03:22
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Ludwig Boltzmann Institut für Translationale Herzinsuffizienzforschung in Graz eröffnet
Das neu gegründete Ludwig Boltzmann Institut für Translationale Herzinsuffizienzforschung (LBI HF) erforscht Ursachen und neue Therapien zur Behandlung der Herzmuskelschwäche.
Wien (OTS) - Das im Oktober 2011 unter der Leitung von Herrn
Univ.-Prof. Dr. Burkert Pieske in Graz eingerichtete Ludwig Boltzmann
Institut für Translationale Herzinsuffizienzforschung (LBI HF) hat es
sich zur Aufgabe gemacht, neue Methoden zur Früherkennung und
ursächlichen Behandlung der Herzinsuffizienz (Herzmuskelschwäche) zu
erforschen.
Neben der Herzinsuffizienz mit verringerter Auswurfleistung des
Herzens (systolische Herzinsuffizienz) ist ein besonderer Schwerpunkt
die Herzinsuffizienz mit erhaltener Auswurfleistung, aber gestörter
Erschlaffung des Herzmuskels (diastolische Herzinsuffizienz). Während
die derzeit bekannten Medikamente bei systolischer Herzinsuffizienz
die Lebensqualität verbessern und die Lebenserwartung erhöhen können,
gibt es bei der diastolischen Herzinsuffizienz (bis zu 50% aller
Herzinsuffizienz-Patienten) bisher keine wirksame medikamentöse
Therapie.
Herzinsuffizienz betrifft derzeit mehr als 200,000 Menschen in
Österreich mit steigender Tendenz. Die Beschwerden der Patienten
umfassen häufig zunächst sehr allgemeine Symptome wie
Belastungseinschränkung ("Leistungsknick"), Abgeschlagenheit und
Müdigkeit, aber auch Luftnot, Schwellungen der Beine und
Herzrhythmusstörungen. Einschränkungen im Alltag und häufige
Krankenhausbesuche verringern die Lebensqualität der Betroffenen und
stellen darüber hinaus einen wesentlichen gesundheitsökonomischen
Faktor dar (Kosten für das Gesundheitssystem in Österreich: ca. 340
Mio./Jahr). Die Sterblichkeit bei Herzinsuffizienz liegt mit über 50%
innerhalb von 5 Jahren höher als bei vielen Krebserkrankungen. Die
einzige Heilungsmöglichkeit bei fortgeschrittener Herzinsuffizienz
ist die Herztransplantation.
Eine Stärke des neuartigen Forschungskonzepts des Ludwig Boltzmann
Instituts für Translationale Herzinsuffizienzforschung ist die
inhaltlich und räumlich enge Verknüpfung der Grundlagenforschung mit
der klinischen Forschung in einem translationalen Institut. Das LBI
HF ist das einzige speziell auf Herzinsuffizienzforschung
ausgerichtete Institut in Österreich.
Univ.-Prof. Dr. Burkert Pieske dazu: "Der Standort für das neue
LBI HF an der Medizinischen Universität Graz ist für uns ideal. Die
Med Uni Graz hat die Kardiovaskuläre Forschung als erklärten
Forschungsschwerpunkt und bietet mit über 70 aktiven
Wissenschaftlerin in diesem Bereich ein optimales Umfeld für
wissenschaftliche Kooperationen und die Einbindung des LBI HF in
internationale Forschungsnetzwerke."
Im LBI HF arbeiten 18 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in
enger Kooperation mit den Partnern des Instituts, der Medizinischen
Universität Graz, Bayer HealthCare Pharmaceuticals, dem AIT Austrian
Institute of Technology, der Karl-Franzens Universität in Graz, der
Steiermärkische Gebietskrankenkasse (GKK) und der Steiermärkische
Krankenanstaltengesellschaft (KAGes) zusammen. Durch die
Zusammenarbeit akademischer Zentren, industrieller Partner,
Kranken-versorgungsträgern und Krankenkasse wird eine
zielorientierte, effiziente und rasche Umsetzung der Forschungs- und
Innovationsziele angestrebt.
Der Antrag für die Einrichtung des LBI HF wurde bereits in der
letzten Ausschreibungsrunde der Ludwig Boltzmann Gesellschaft im Jahr
2008 eingereicht und nach einem internationalen, zweistufigen
Evaluierungsverfahren von einer ebenfalls internationalen Jury zur
Gründung empfohlen. Nach einer längeren Vorbereitungsphase konnte das
LBI HF schließlich im Herbst 2011 mit den verschiedenen Partnern
gegründet werden. Für die Ludwig Boltzmann Gesellschaft ist diese
Gründung besonders erfreulich, da der Schwerpunkt der translationalen
Forschung dadurch weiter betont wird.
Rückfragehinweis:
Univ.-Prof. Dr. med. Burkert Pieske
Tel.: +43-(0)316-385 -12544
Fax: +43-(0)316-385 -13733
[email protected]
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