- 08.11.2011, 13:08:10
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Neuer FBA Infrastrukturreport zeigt Wachstumschancen durch Infrastruktur auf - BILD

Wien (OTS) - Österreichs Standortattraktivität steht am Prüfstand
- strategische Infrastrukturpolitik eröffnet neue Wachstumschancen -
optimale Infrastruktur ermöglicht erhebliche Produktivitätssteigerung
- nationale Infrastruktur-Strategie nach Schweizer Vorbild notwendig
Der heute beim internationalen Infrastruktursymposium Future
Business Austria 11 in Wien präsentierte neue FBA Infrastrukturreport
2012 unterstreicht Österreichs standortpolitischen Handlungsbedarf,
der vor dem Hintergrund des Wirtschaftsabschwunges weiter an
Bedeutung gewinnt. "Der Standortfaktor Infrastruktur entscheidet
zunehmend über den wirtschaftlichen Erfolg - sowohl für in Österreich
ansässige Unternehmen und die Exportwirtschaft, als auch im Hinblick
auf die Standortattraktivität für Betriebsansiedelungen. Im Zuge des
globalen Wettbewerbs gilt für den Infrastrukturbereich mehr denn je,
dass Stillstand beim Ausbau Rückschritt bedeutet, der sich negativ
auf die Wachstums- und Wettbewerbschancen Österreichs auswirkt",
bilanzierte Infrastrukturreport-Herausgeber David Ungar-Klein. Die
Zahlen sprechen eine klare Sprache: Österreich ist zuletzt im Global
Competitiveness Report des Weltwirtschaftsforums von Platz 18 auf 19
- und damit binnen drei Jahren von Rang 14 auf 19 - zurückgefallen.
Das Schweizer Institut IMD hat Österreich im "World Competitiveness
Scoreboard 2011" von Rang 14 auf Rang 18 zurückgestuft. Im Jahr 2007
war Österreich hingegen noch auf Rang 11 gelegen.
Produktivitätsverlust im Wert von 28,4 Milliarden Euro
Die Wachstumspotenziale durch eine gut ausgebaute Infrastruktur
sind für Österreich gerade heute wichtiger denn je. "Aufgrund
unzureichend ausgebauter Infrastruktur liegt in Österreich ein
Produktivitätspotenzial in Höhe von 28,4 Milliarden Euro brach.
Kumuliert beträgt der Wert seit 2005 damit enorme 154 Milliarden
Euro", so Ungar-Klein. Der FBA Infrastrukturreport 2012 zeigt: Hätte
Österreich in den vergangenen Jahren die Produktivitätsvorteile einer
optimierten Infrastruktur nützen können, wäre einerseits der Druck
auf den öffentlichen Haushalt und dessen
Konsolidierungs-notwendigkeit deutlich geringer, während auf der
anderen Seite erheblich mehr Mittel für Zukunftsinvestitionen, etwa
in Forschung & Entwicklung, bereitstünden.
IHS-Direktor Bernhard Felderer betont deshalb die
volkswirtschaftliche Bedeutung von Infrastruktur: "Der Wettbewerb der
Standorte wird nicht nur auf dem Feld der Besteuerung gewonnen oder
verloren. Überall in Europa spielt Infrastruktur im
Standortwettbewerb mittlerweile eine zentrale Rolle."
Angst vor Infrastrukturbremse durch Schulden
Österreichs Entscheidungsträger in der Wirtschaft befürchten
allerdings eine schuldeninduzierte "Infrastrukturbremse": "80 Prozent
der für den FBA Infrastrukturreport 2012 befragten Manager fürchten,
dass unter der steigenden Staatsverschuldung Investitionen in die
Infrastruktur "leiden" werden", bilanziert Meinungsforscher Peter
Hajek. Der europäische Vergleich der österreichischen Infrastruktur
unterstreicht den Handlungs- und Investitionsbedarf. "Österreichs
Infrastruktur weist nach wie vor ein sehr hohes Niveau auf. Die
aktuellen Rankings zeigen allerdings ein differenziertes Bild: In
manchen Bereichen verlieren wir an Boden, in anderen hingegen konnten
wir uns im Vergleich zum Vorjahr verbessern. Eines wird aber auch
sehr deutlich: Vor allem die Mitbewerber in Mittel- und Osteuropa
holen kontinuierlich auf. Es fehlen in Österreich noch immer
langfristige und strategisch orientierte Masterpläne für den
Infrastrukturausbau", konstatiert Roland Falb, Managing Partner von
Roland Berger Strategy Consultants.
Hohe Nachfrage nach österreichischer Infrastrukturstrategie
Notwendig für die Lukrierung der Wachstumspotenziale von
Infrastruktur ist nach den FBA-Befunden eine nationale
Infrastrukturstrategie, wie sie in der Schweiz unter Federführung des
schweizerischen Bundesrates Moritz Leuenberger entwickelt wurde. Die
Nachfrage von Entscheidungsträgern aus der Wirtschaft nach einer
solchen Strategie für Österreich ist groß, zeigt der Future Business
Austria Infrastrukturreport: 66 Prozent der Befragten können keine
Infrastruktur-Gesamtstrategie erkennen, 80 Prozent bezeichnen die
Infrastrukturpolitik als Stückwerk. 52 Prozent der Befragten wünschen
sich eine Infrastruktur-Gesamtstrategie mit einem Zeithorizont bis
2020, für 31 Prozent sollte sie sich bis 2030 erstrecken.
Stakeholder priorisieren strategische Leitlinien
Vor diesem Hintergrund hat die unabhängige österreichische
Infrastrukturinitiative Future Business Austria in einem
Stakeholder-Prozess strategische Leitlinien entwickelt und einem
empirischen Evaluierungsprozess unterzogen. Die im FBA
Infrastrukturreport 2012 publizierte strategische Prioritätenliste
österreichischer Entscheidungsträger aus der Wirtschaft lautet wie
folgt:
1. Infrastrukturleistungen sind langfristig zu planen und
politisch außer Streit zu stellen. Eine integrierte strategische
Infrastrukturpolitik stellt sicher, dass notwendige
Infrastrukturangebote frühzeitig geplant und bedarfsgerecht
realisiert werden.
2. Finanzierung von Infrastruktur muss mittel- und langfristig
gesichert sein. Sie soll möglichst verursachergerecht,
kostenorientiert und wettbewerbsneutral durch die Benutzer erfolgen.
Quersubventionierungen sind zu vermeiden.
3. Der Staat muss das Funktionieren von Infrastruktur auf allen
Ebenen verantworten. Er muss Infrastruktur nicht selbst besitzen oder
betreiben, wohl aber ihre Existenz und ihr Funktionieren
gewährleisten.
4. Österreich soll einen Spitzenplatz bei Entwicklung,
Bereitstellung und Nutzung von zukunftsorientierten
Infrastrukturleistungen einnehmen.
5. Die staatliche Regulierung muss investitionsfreundliche
Rahmenbedingungen für Investitionen in Infrastruktur sicherstellen.
Sie soll generell auf Effizienz und Wirtschaftlichkeit ausgerichtet
sein.
6. Für private Investitionen in neue, infrastrukturrelevante
Technologien soll es ein wirksames Anreizsystem geben.
FBA als Impulsgeber für Infrastrukturentwicklung
"Immer mehr Entscheidungsträger in der Wirtschaft erachten eine
moderne Infrastruktur als immer wichtiger für den Wirtschaftsstandort
Österreich - und sorgen sich wegen mangelnder Investitionen in die
Infrastruktur der Zukunft. Das Thema bewegt mehr und mehr Akteure
unseres Wirtschaftslebens. Wir hoffen, mit dem heurigen
Infrastrukturreport wieder einen fundierten Impuls für die
Weiterentwicklung der österreichischen Infrastruktur geben zu
können", so FBA-Initiator David Ungar-Klein.
Bundesländervergleich: Wien Spitze, Burgenland Schlusslicht
Erstmals vergleicht der FBA Infrastrukturreport auch die Bewertung
des Infrastrukturausbaus in den Bundesländern durch Österreichs
Manager. Dabei zeigt sich: Infrastruktur-Spitzenreiter ist
erwartungsgemäß Wien (77 Prozent), gefolgt von Oberösterreich (72
Prozent), Salzburg (71 Prozent) und Niederösterreich (65 Prozent). Im
Mittelfeld liegen Tirol (52 Prozent), Vorarlberg (48 Prozent) und die
Steiermark (46 Prozent). Vorletzter ist Kärnten (37 Prozent), das
Schlusslicht markiert das Burgenland (26 Prozent).
"Die infrastrukturpolitischen Herausforderungen für Österreich
stellen sich nicht nur der Politik auf Bundes- und Landesebene,
sondern der gesamten Gesellschaft. Ihre Bewältigung verlangt
Problembewusstsein, eine integrierte Strategie und eine intelligente
Umsetzung im Interesse des Wirtschafts- und Arbeitsstandortes
Österreich", schließt Infrastrukturreport-Herausgeber David
Ungar-Klein.
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sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at
Rückfragehinweis:
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Mag. (FH) Kathrin Kornfeld; Tel.: 01/504 66 77
E-Mail: [email protected]
www.fba.or.at
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