- 07.11.2011, 14:00:51
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Landesobmann Dr. Erich Schoklitsch: Als wären Konjunkturdelle, Sparprogramm und Milliardenhilfe für Griechenland noch nicht genug
Basel III macht den heimischen KMU das Leben noch schwerer
Graz (OTS) - Die heimischen Klein- und Mittelbetriebe waren
ohnehin schon immer auf sich alleine gestellt. Jetzt verdüstert sich
ihre Zukunft noch weiter. Denn auf europäischer Ebene wird emsig
daran gearbeitet die beschlossenen Basel-III-Bestimmungen in eine
EU-Richtlinie oder eine EU-Verordnung zu gießen. Und auch auf
nationaler Ebene wird deren Umsetzung bereits geplant. Nur an
ausgleichende Unterstützung der KMU wird von der Regierung nicht
gedacht.
Die Summen, die tagtäglich in den Medien genannt werden, sind
astronomisch: Unvorstellbare Milliardenbeträge müssen für die
Griechenland-Hilfe bereitgestellt werden; zugleich werden
milliardenschwere Sparprogramme auf Bundes- und Landesebene
geschnürt; die Konjunktur ist auch im Sinken, viele Experten sehen
bereits eine Rezession auf uns zukommen. Und zu alldem kommt auch
noch Basel III auf uns zu - jene Bestimmungen, die Banken dazu
verpflichten, größere Rücklagen zu bilden. Das wird dazu führen, dass
Kredite unter noch härteren Bedingungen zu bekommen sind und außerdem
teurer werden.
Das wird vor allem den KMU das Leben noch schwerer machen als es
bereits ist. Denn bei deren Finanzierung wird es massive Einschnitte
geben. "Wie diese genau aussehen, wird die entscheidende Frage für
die gesamte heimische Wirtschaft sein", warnt Dr. Erich Schoklitsch,
Landesobmann des Ring freiheitlicher Wirtschaftstreibender. An die 98
Prozent der österreichischen KMU - also so gut wie alle! - sind
bankenabhängig bzw. finanzieren ihre Investitionen über Bankkredite.
Dadurch ist Österreich besonders von der Umsetzung der
Basel-III-Bestimmungen betroffen bzw. abhängig. Es steht also zu
befürchten, dass viele KMU in Liquiditätsmangel kommen, notwendige
Investitionen nicht mehr finanzieren können und auf diese Weise ins
Hintertreffen geraten oder im schlimmsten Fall sogar zusperren
müssen. Was das für die heimische Wirtschaft bedeutet, lassen
folgende beiden Kennzahlen der KMU erahnen: Diese stellen in
Österreich 99 Prozent der Unternehmen dar und sichern 1,85 Millionen
Arbeitsplätze.
Eine umfangreiche IHS-Studie zu den Basel-III-Vorschlägen macht
die Gefahren deutlich. Schon kurz- bis mittelfristig wird sich das
Kreditvolumen um bis zu 20 Prozent reduzieren, als langfristiger
makroökonomischer Effekt sinken Produktivität und Beschäftigung. Dies
in Kombination mit den sinkenden Einkommen pro Beschäftigtem hat eine
Reduktion des verfügbaren Einkommens der privaten Haushalte und damit
des realen privaten Konsums zur Folge - und damit dreht sich die
Spirale nach unten immer schneller.
Das weiß auch die Regierung. Bloß: Maßnahmen setzt sie keine!
Rückfragehinweis:
Ring freiheitlicher Wirtschaftstreibender
Landesgruppe Steiermark
Landesobmann Dr. Erich Schoklitsch
Tel.: +43 664 611 32 15
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