- 07.11.2011, 13:36:06
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Schwentner: Gesetzliches Frauenpensionsalter jetzt anzuheben wäre kontraproduktiv
Grüne fordern bessere Anrechnung der Kinderbetreuungszeiten
Wien (OTS) - "Nicht das gesetzliche Pensionsantrittsalter, sondern
der Arbeitsplatzverlust aufgrund einer Kündigung durch das
Unternehmen, zwingt Arbeitnehmerinnen in die Pension. Ein
Anreizmodell für das Arbeiten nach dem 60. Lebensjahr kann der
wachsenden Zahl von älteren, arbeitslosen Frauen über 50 Jahren nicht
helfen. Es muss statt dessen alles getan werden, damit ältere Frauen
nicht von den Unternehmen gekündigt und aus dem Arbeitsmarkt gedrängt
werden" , meint Judith Schwentner, Frauensprecherin der Grünen, in
Reaktion auf den Vorschlag von ÖVP-Frauenchefin Dorothea Schittenhelm
und Seniorenbund-Obmann Andreas Khol, das gesetzliche
Pensionsantrittsalter für Frauen rascher als verfassungsmäßig
vorgesehen, zu erhöhen. Dies sei auch deshalb nicht nötig, weil sich
das tatsächliche Pensionsantrittsalter von Frauen und Männern nur um
ein oder zwei Jahre unterscheide. "Handlungsbedarf besteht bei
frauendiskriminierenden Regelungen des Kündigungsschutzes in
Kollektivverträgen und Betriebsvereinbarungen. Denn Bestimmungen,
die den Wegfall des besonderen Kündigungsschutzes mit dem Erreichen
des gesetzlichen Pensionsantrittsalters vorsehen, sind rechtswidrig
und frauenfeindlich" meint Schwentner.
Zudem ist es für Frauen über 50 am Arbeitsmarkt gerade jetzt
besonders schwer eine Arbeit zu finden. Auch das AMS benachteiligt
diese Gruppe, denn laut Gleichstellungsbericht des AMS wurden im
Jahr 2010 nur 38,1 Prozent des Förderbudgets für über 50-Jährige in
die Förderung von Frauen investiert. "Auch die Benachteiligung von
älteren Frauen in der Arbeitsmarktpolitik wird sich nicht durch eine
raschere Anhebung des Pensionsantrittsalters lösen lassen. Nicht die
Ausdehnung der angerechneten Jahre als Kinderbetreuungszeiten,
sondern eine bessere Anrechnung der Kinderbetreuungszeiten würde die
Frauenpensionen erhöhen und armutsfest machen", erläutert Schwentner.
Denn derzeit werde als Berechnungsgrundlage für die
Kinderbetreuungszeiten anstelle des durchschnittlichen Frauen- und
Männereinkommens für beide Eltern das niedrigere
Frauenmedianeinkommen herangezogen.
Rückfragehinweis:
Die Grünen
Tel.: +43-1 40110-6697
mailto:[email protected]
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