- 07.11.2011, 12:53:38
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ELGA: Ärztekammer setzt Informationsoffensive fort
Aufklärung auch in den Ordinationen - Steinhart: "Am meisten Sorge macht den Patienten der nicht zu garantierende Datenschutz"
Wien (OTS) - Die Ärztekammer wird auch in den nächsten Wochen die
Bevölkerung über die Gefahren durch die Elektronische Gesundheitsakte
(ELGA) informieren. Das bekräftigte der Obmann der Kurie
niedergelassene Ärzte und Vizepräsident der Ärztekammer für Wien,
Johannes Steinhart. Auch an Informationsmaterial in den Ordinationen
ist gedacht. ****
"Aufgrund unserer ersten Inseratenwelle haben wir erkannt, wie
besorgt tatsächlich unsere Patientinnen und Patienten sind." Vor
allem der Datenschutz sei Thema bei den Kontaktaufnahmen mit der
Ärztekammer: "Die Patienten fürchten, dass sensible medizinische
Daten an die Öffentlichkeit gelangen können. Und so wie wir geben
auch unsere Patienten keinen Pfifferling auf die Beteuerungen der
ELGA-Befürworter, wonach die Elektronische Gesundheitsakte angeblich
sicher vor Hacker-Angriffen sei."
Steinhart verweist in diesem Zusammenhang auf die vielen
Datenpannen gerade in der letzten Zeit. So seien erst vor wenigen
Tagen ungefähr 2500 hoch sensible Patientendaten psychisch schwer
kranker Menschen aus Schleswig-Holstein frei im Internet abrufbar
gewesen. Ganze Behörden- und Klinikbriefe sowie medizinische Befunde
und psychologische Dokumentationen konnten für einige Zeit von
Dritten heruntergeladen werden.
Dabei sei die Ärztekammer nicht grundsätzlich gegen elektronische
Vernetzungen. "Wir unterstützen selbstverständlich alle
elektronischen Maßnahmen, die für unsere Patienten die Möglichkeit
einer Verbesseng der Behandlungs- und Betreuungsqualität mit sich
bringen", so Steinhart. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass - so
wie in anderen Ländern auch - es ausschließlich der Patient und sein
behandelnder Arzt in der Hand hätten, wem der Patient oder der Arzt
wann und welchen Befund schicke. Nur so sei der Fortbestand der
ärztlichen Verschwiegenheit auch in Zukunft gewährleistet, so der
Ärztekammer-Vizepräsident. (hpp)
Rückfragehinweis:
Ärztekammer für Wien - Pressestelle
Dr. Hans-Peter Petutschnig
Tel.: (++43-1) 51501/1223, 0664/1014222, F:51501/1289
mailto:[email protected]
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