- 07.11.2011, 12:49:00
- /
- OTS0154 OTW0154
Ackerl und Entholzer: Kräftige Lohnerhöhungen sichern Konjunktur
SPÖ Oberösterreich: Sozialdemokratische Grundsätze zu Leben und Arbeit
Linz (OTS) - "Unser Ziel ist eine Arbeitswelt, in der der Mensch
im Mittelpunkt steht. Dazu braucht es menschengerechte
Arbeitsbedingungen, gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit und
insgesamt ein Einkommen, das zum Auskommen reicht", so bringt
FSG-Landesvorsitzender Reinhold Entholzer die Zielsetzung des
Leitantrags "Unsere Arbeit" auf den Punkt, der von der
Antragskonferenz für den Landesparteitag der SPÖ Oberösterreich
einstimmig beschlossen wurde.
"Wir SozialdemokratInnen wollen ein Leben ermöglichen, in dem Arbeit
und Freizeit in einem ausgewogenen Verhältnis stehen, ein gutes Leben
für möglichst viele Menschen", so SPÖ-Landeschef Josef Ackerl. "Der
SPÖ geht es um spürbare Lohnsteigerungen, um deutliche
Kaufkraftstärkung, um gerechte Steuern auch für Millionäre, für eine
Bremse bei den Managergagen und Arbeitszeitverkürzung ohne
Einkommmensverlust".
Rauf mit den Löhnen!
Die Gegensätze haben sich in den letzten Jahr erheblich verschärft:
während die Realeinkommen hinter dem Produktivitätszuwachs
zurückbleiben, gibt es dicke Bonuszahlungen und Gehaltserhöhungen
für die Manager und fette Dividenden für die Aktionäre. Laut einer
Studie des Personalberaters Kienbaum Consultants verdienen
Führungskräfte heuer um 4,1 Prozent mehr als 2010. Gleichzeitig soll
der Einfluss der Gewerkschaften zurückgedrängt werden.
"Zusätzlich haben die ArbeitnehmerInnen ihren Beitrag zur
Bewältigung der Krise leisten müssen. Deshalb ist es mehr als
gerecht, wenn es jetzt Lohnrunden gibt, die deutlich über der
Inflationsrate liegen, damit die Menschen auch tatsächlich etwas in
der Geldbörse spüren. Von den hohen Gewinnen der letzten Monate
sollen auch die Beschäftigten etwas spüren, die jeden Tag hart dafür
arbeiten!", so Ackerl.
"Es geht nicht an, dass die Bosse in Saus und Braus leben und die
ArbeitnehmerInnen von der Hand in den Mund!"
141.000 OberösterreicherInnen von Armut bedroht
488.000 Österreicherinnen und Österreicher, sechs Prozent der
Bevölkerung, sind akut arm. Weitere 500.000 - die sogenannten
"working poor" - sind trotz Arbeit wegen ihres geringen Einkommens
von Armut bedroht. Von der rund einen Million von Armut betroffener
oder gefährdeter Menschen leben 141.000 in Oberösterreich.
Die Bestverdienenden zehn Prozent verdienen zusammen mehr als 60
Prozent der Klein- und Mittelverdiener. Mit den geringsten Einkommen
müssen Geringfügig Beschäftigte, Teilzeitbeschäftigte und Menschen
in Niedriglohnjobs auskommen. Überwiegend betroffen davon sind
Frauen. Dazu kommen enorme Preissteigerungen, besonders bei Gütern
des täglichen Bedarfs. In den letzten sechs Jahren haben sich die
Preise für den Tages- und Wocheneinkauf um 18 bzw. 21 Prozent erhöht.
Kräftige Lohnerhöhungen, wie zuletzt bei den Metallern, sind
notwendig. In den letzten Jahren stiegen die Löhne langsamer, als die
Produktivität. 2012 werden die ArbeitnehmerInnen um durchschnittlich
rund 24 Prozent mehr Werte schaffen als 1994. Doch ihre Löhne und
Gehälter sind im gleichen Zeitraum real - nach Abzug der Inflation -
brutto nur um gut fünf Prozent gestiegen. Ein Großteil des
Produktivitätszuwachses fließt in Gewinn- und Besitzeinkommen.
"Die Erträge aus dem Wirtschaftswachstum und der Wertschöpfung müssen
gerecht an die Beschäftigten weitergegeben werden", so der
SPOÖ-Vorsitzende. "Die Gewerkschaften haben unsere volle
Unterstützung für die Lohnverhandlungen. Wir brauchen echte
Lohnsteigerungen. Die ArbeitnehmerInnen sind die wahren Stützen
unserer Gesellschaft. Wenn die Beschäftigten mehr Geld zur Verfügung
haben, können sie auch mehr ausgeben, wodurch fast zur Gänze die
heimische Wirtschaft profitiert". Dass die Unternehmen sich kräftige
Lohnerhöhungen leisten können, bestätigt auch eine Umfrage des
Instituts für Sozial- und Wirtschaftswissenschaften (ISW). Zwei
Drittel der BetriebsrätInnen beurteilen die derzeitige Geschäftslage
des eigenen Betriebs als "sehr gut" oder "gut". 85 Prozent geben an,
dass ihr Betrieb im abgelaufenen Geschäftsjahr Gewinne gemacht hat,
30 Prozent sprechen sogar von hohen Gewinnen.
Mehr als bloße Existenzsicherung
Für die SozialdemokratInnen geht es beim Thema Arbeit um mehr als
bloße Existenzsicherung. Die Arbeitswelt und ihre Gestaltung haben
enormen Einfluss auf das Leben und das Glücksempfinden der Menschen.
Der Finanzkapitalismus hat verheerende Auswirkungen auf das Leben der
Menschen. Die SPÖ will einen Ausweg aufzeigen, damit die Menschen
wieder mit Vertrauen und Zuversicht in die Zukunft schauen können.
Die Verteilung von Arbeit und Einkommen innerhalb einer Gesellschaft
bestimmen das soziale Gefüge und den sozialen Frieden.
Der Antrag "Unsere Arbeit" ist das Ergebnis der vielen
morgen.rot-Veranstaltungen im Rahmen der großen Parteierneuerung. Was
die brennenden Probleme in der Arbeitswelt sind, wurde bei den
morgen.rot Foren sehr eindeutig formuliert: Der Druck nimmt zu. Die
Anforderungen werden immer höher, enormer Zeitdruck und die Angst vor
Arbeitsplatzrationalisierungen verursachen Stress. Konkurrenz
zwischen den ArbeitnehmerInnen, Mobbing und die Zunahme von
psychischen Erkrankungen wie Burn-Out erschweren den Arbeitsalltag
zusätzlich.
Gerechte Verteilung der Einkommen und Arbeitszeitverkürzung auf 35
Stunden
Der Antrag, der die Grundlage für die politische Arbeit der nächsten
Jahre bildet,
stützt sich u.a. auf die Forderungen:
Eine gerechte Verteilung der Einkommen: Gleicher Lohn für
gleichwertige Arbeit und eine produktivitätsorientierte Lohnpolitik
mit entsprechenden Reallohnsteigerungen.
Soziale Absicherung durch einen kollektivvertraglichen Mindestlohn
(oder per Generalkollektivvertrag) von 1500 Euro bei
Vollerwerbstätigkeit, eine existenzsichernde Höhe des
Arbeitslosengeldes und der Mindestsicherung sowie Pensionen, die den
Lebensstandard sichern.
Die Verkürzung der Arbeitszeit auf 35 Stunden bei vollem
Lohnausgleich. Dazu gehört auch die Einführung einer sechsten
Urlaubswoche.
Öffentliche Auftragsvergabe und Wirtschaftsförderung an betriebliche
Gleichstellungsmaßnahmen koppeln.
Für einen modernen ArbeitnehmerInnenbegriff:
Scheinselbstständigkeiten müssen politisch bekämpft und eine
weitgehende Gleichstellung der freien DienstnehmerInnen mit
Beschäftigten in Normalarbeitsverhältnissen angestrebt werden.
Stärkung der betriebsrätlichen Mitbestimmung bei der betrieblichen
Personalbemessung, um Leistungsverdichtung zu verhindern.
Einen besseren Kündigungsschutz für ArbeitnehmerInnen, die einen
Betriebsrat gründen
Rückfragehinweis:
SPÖ Oberösterreich, Medienservice
Gerald Höchtler
Tel.: (0732) 772611-22
mailto:[email protected]
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | DS4






