- 04.11.2011, 10:52:02
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ERC Advanced Grant für Meinrad Busslinger
IMP-Wissenschaftler erhält hochdotierte europäische Förderung

Wien (OTS) - Meinrad Busslinger, Senior-Gruppenleiter am Wiener
Forschungsinstitut für Molekulare Pathologie (IMP), erhält einen der
begehrten "Advanced Investigator Grants" des Europäischen
Forschungsrates ERC. Die mit knapp 2,5 Millionen Euro dotierte
Förderung wird in ein umfangreiches Projekt fließen, das die
Entwicklung von Immunzellen untersucht.
ERC fördert Exzellenz und Innovation
Bei den "ERC Advanced Investigator Grants" handelt es sich um eine
der höchst dotierten Förderschienen der europäischen
Forschungslandschaft. Mit den Mitteln werden herausragende und
bereits etablierte WissenschaftlerInnen gefördert, deren Projekte die
Grundlagenforschung entscheidend vorantreiben - so genannte
Pionierforschung. Die "ERC Advanced Grants" wurden heuer zum vierten
Mal ausgeschrieben, insgesamt 2284 Forscher bewarben sich. In einem
zweistufigen Begutachtungsverfahren evaluieren unabhängige Experten
die Qualität der Bewerber und das innovative Potenzial der Anträge.
An den Schalthebeln des Immunsystems
Die Immunabwehr des Menschen stützt sich auf mehrere Säulen.
Wesentlich für die erworbene, also "angelernte" Immunität sind reife
B- und T-Zellen im Blut. Sie entstehen im Knochenmark aus
blutbildenden Stammzellen bzw. Vorläuferzellen, die sich immer weiter
spezialisieren und dabei auf ihre jeweiligen Aufgaben vorbereitet
werden. Die Programmierung auf das B- oder T-Zellschicksal wird von
sogenannten Transkriptionsfaktoren im Erbgut reguliert.
Welche dieser Faktoren an den Schlüsselstellen der
B-Zellentwicklung wirken, ist Gegenstand der Forschung Meinrad
Busslingers. Mit Pax-5 konnte er erstmals einen Regulator
identifizieren, der das B-Zellprogramm anwirft und gleichzeitig
alternative Entwicklungswege unterdrückt. Mutationen im Gen von Pax-5
können bestimmte Formen von Leukämie auslösen.
Mit den Mitteln des ERC Grants wird eine systematische Analyse der
Transkriptionsfaktoren möglich, die die frühe B- und
T-Zellentwicklung regulieren. Damit soll auch geklärt werden, wie der
Verlust der Transkriptionskontrolle zur Entstehung von Blutkrebs
führt. Wesentliche Vorarbeiten wurden bereits geleistet. So wurden
etwa Mäuse gezüchtet, die eine Art molekulares "Etikett" an den
Transkriptionsfaktoren tragen, wodurch diese leichter
"herausgefischt" werden können.
"Dank der ERC-Förderung können wir in den kommenden fünf Jahren
ein Projekt realisieren, das große personelle und technische
Anforderungen stellt", erläutert Meinrad Busslinger. "Die Basis dafür
sind das Know-how und die technologischen Voraussetzungen, die wir
mit Unterstützung des Wissenschaftsfonds und unseres Sponsors
Boehringer Ingelheim geschaffen haben. Mit den Mitteln des ERC können
wir diese idealen Voraussetzungen nun in vollem Umfang nutzen." Auch
Nachwuchsforscher profitieren von der Förderung. Busslinger plant,
sechs zusätzliche Wissenschaftler einzustellen.
Über Meinrad Busslinger
Meinrad Busslinger wurde 1952 in der Schweiz geboren. Er studierte
Biochemie an der ETH Zürich und schloss mit einem Doktorat in
Molekularbiologie an der Universität Zürich ab. Nach einem
Forschungsaufenthalt in London war er vier Jahre lang Gruppenleiter
an der Universität Zürich. 1987 berief ihn Max Birnstiel als Senior
Scientist an das neu gegründete IMP. Meinrad Busslinger ist ao.
Professor an der Universität Wien, wirkliches Mitglied der ÖAW und
Director of Academic Affairs am IMP. Seit 1993 leitet er das
internationale Doktorandenprogramm des Vienna Biocenter.
Busslinger ist Autor von über 130 Publikationen und Mitglied im
redaktionellen Beirat mehrer wissenschaftlicher Journale. Seine
Forschungsleistungen wurden 2001 mit dem Wittgensteinpreis
ausgezeichnet und 2011 mit der Virchow-Medaille der Universität
Würzburg.
Über das IMP
Das Forschungsinstitut für Molekulare Pathologie (IMP) betreibt in
Wien biomedizinische Grundlagenforschung im Unternehmensverband
Boehringer Ingelheim. Mehr als 200 ForscherInnen aus über 30 Nationen
widmen sich der Aufklärung grundlegender molekularer und zellulärer
Vorgänge, um komplexe biologische Phänomene im Detail zu verstehen.
Die Zuerkennung des Advanced Grants an Meinrad Busslinger ist
bereits die sechste ERC-Förderung für das IMP. Barry Dickson erhielt
2008 ebenfalls einen Advanced Grant. Stefan Westermann, Alexander
Stark, Andrew Straw und Manuel Zimmer wurden mit ERC Starting Grants
bedacht. Damit ist das IMP in Österreich das erfolgreichste
Forschungsinstitut beim Einwerben von ERC Grants. Zahlenmäßig davor
liegen die Universität Wien und die Technische Universität Wien.
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Rückfragehinweis:
Dr. Heidemarie Hurtl, IMP Communications Tel. +43 1 797 30 - 3625 Mobil: +43 (0)664 8247910 [email protected] Wissenschaftlicher Kontakt Prof. Meinrad Busslinger [email protected]
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