• 03.11.2011, 16:05:31
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"KURIER"-Kommentar von Martina Salomon "Schwere Versäumnisse"

Jetzt rächt es sich, dass in der Verwaltung viele Reformen nie angegangen wurden.

Wien (OTS) - Auch wenn der Kanzler lieber über "Reichensteuern"
als über Ausgabenkürzungen spricht: Ohne Sparkurs wird's nicht gehen.
Der Bund steht nicht besser da als die schwer verschuldete
Steiermark, und die haben eine Null-Lohnrunde für Beamte vereinbart -
egal, was die Gehaltsverhandlungen im öffentlichen Dienst ergeben.
Ungerecht? Na sicher, jedenfalls aus Sicht schlecht verdienender
Junglehrer oder junger Polizeibeamter.
Nun rächen sich schwere politische Versäumnisse: Wie viele
Jahrzehnte spricht man jetzt schon über ein neues Beamtendienstrecht
mit höheren Bezügen und flacherer Einkommenskurve? Nie war Geld dafür
da. Die Beamtenministerin hat dies zuletzt im heurigen Frühjahr ad
acta gelegt. Warum wurde die Pragmatisierung nur halbherzig
zurückgedrängt? Wieso eigentlich bejubelten alle den hohen
Metaller-Abschluss trotz beginnenden Wirtschaftsabschwungs? Und das,
wo diese Vereinbarung doch immer Folgewirkung auf andere Branchen
hat! So wie die Metaller haben ja auch Beamte zuletzt niedrige
Gehaltsabschlüsse akzeptiert.
Aber die öffentliche Hand hat schlechter gewirtschaftet als die
Unternehmen. Daher sind die Forderungen der Beamtengewerkschaft
leider unrealistisch. Ein Gewerkschaftsprofi wie Fritz Neugebauer
weiß das, hoffentlich.

Rückfragehinweis:
KURIER, Innenpolitik
Tel.: (01) 52 100/2649
mailto:[email protected]
www.kurier.at

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