- 03.11.2011, 14:16:05
- /
- OTS0207 OTW0207
Aktion Leben begrüßt EGMR-Urteil zum Eizellspenden-Verbot
Große Kammer des EGMR: Österreichisches Samen- und Eizellspende-Verbot kein Verstoß gegen Menschenrechtskonvention - Aktion Leben: "Hilfen dürfen nicht auf Kosten anderer Menschen gehen"
Straßburg-Wien, 03.11.11 (KAP) Mit großer Erleichterung hat die
Aktion Leben auf das am Donnerstag veröffentlichte Urteil des
Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) im jüngsten
Verfahren zum österreichischen Verbot von Samen- und Eizellspenden
bei künstlicher Befruchtung reagiert. Das Urteil bestätige die
Sorge, dass Eizellspenden "nicht harmlos" seien, da sie oftmals mit
der Ausnutzung von Frauen in Notsituationen einhergehen, so die
Generalsekretärin der Organisation, Martina Kronthaler, in einer
ersten Reaktion gegenüber "Kathpress". Zugleich seien die
psychischen Folgen für Kinder mit zwei biologischen Müttern - der
Spenderin und der austragenden Frau - bislang ein kaum erforschtes
Gebiet.
Der EGMR hatte bekannt gegeben, dass das österreichische Verbot von
Samen- und Eizellspenden bei der künstlichen Befruchtung nicht gegen
die Europäische Menschenrechtskonvention verstößt. Österreich habe
seinen Beurteilungsspielraum weder mit Blick auf das Verbot von
Eizellspenden zum Zweck der künstlichen Befruchtung noch mit Blick
auf das Verbot von Samenspenden für die In-Vitro-Befruchtung
überschritten, urteilten die Straßburger Richter.
Damit wies die aus 17 Richtern bestehende Große Kammer die Klage
zweier verheirateter Paare aus Österreich ab. Im April 2010 hatte
eine sieben Richter zählende Kammer das Verbot noch als unzulässig
bezeichnet. Aktion Leben hatte die österreichische Berufung durch
eine Drittintervention unterstützt.
"Selbstverständlich ist unerfüllter Kinderwunsch ein schwieriges
Thema, für das wir Hilfen bereitstellen müssen", so Kronthaler
weiter; "aber diese Hilfen dürfen nicht auf Kosten anderer Menschen
gehen". So stelle gerade die Eizellspende mittlerweile eine
regelrechte Industrie dar, mit Vernetzungen über ganz Europa. Die
Frage des Kindeswohls oder der Ausbeutung der Frauen gerade in
ärmeren Ländern werde in der Debatte viel zu wenig beachtet.
Mehr auf www.kathpress.at (ende) hkl/fam/
nnnn
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | KAT






