• 03.11.2011, 12:12:04
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Moser: VCÖ-Studie zeigt Schwächen von Österreichs Öffi-Politik auf

Schweiz zieht bei Öffi-Nutzung davon - Regierung muss Ärmel aufkrempeln

Wien (OTS) - "Verkehrsministerin Doris Bures strapaziert bei Bahn
und Öffentlichem Verkehr oft und gern das Vorbild Schweiz. In der
Realpolitik geschieht aber viel zu wenig, um den großen, rasch weiter
anwachsenden Vorsprung der Schweiz bei der Öffi-Nutzung aufzuholen,
den die heute präsentierte neue Studie des VCÖ präzise offenlegt. Die
Schweiz ist dank richtiger Prioritäten Öffi-Weltmeister, Österreich
dank einseitiger Betonpolitik nur Bau-Weltmeister. Teure
Riesenprojekte alleine nützen aber vor allem der Baulobby und nicht
den Fahrgästen. Kein Wunder, dass die Schweiz davonzieht und
Österreich auf der Stelle tritt und seine Klimaschutz-Ziele
meilenweit verfehlt", kritisiert Gabriela Moser, Verkehrssprecherin
der Grünen.

"Es ist zu wenig, wenn Ministerin Bures sich auf den 'Lorbeeren'
ausruht, dass in Österreich immer noch mehr Bahn gefahren wird als in
anderen EU-Staaten wie etwa Griechenland. Die Verkehrsministerin muss
sich vor allem vom Tunnelblick befreien: Mit dem Bohren
milliardenteurer Riesentunnel wird die Zukunft der Bahn nicht
gesichert, sondern gefährdet. Diese Megaprojekte vom Brenner bis zum
Semmering drohen ÖBB und Republik wie ein Mühlstein in den
finanziellen Abgrund zu ziehen. Schon bis heute wurden bei den ÖBB
für Megaprojekte ein Schuldenberg von über 20 Mrd. Euro angehäuft,
laut BMVIT werden allein im Bundesbudget weitere 65 Mrd. Euro nötig
sein. Öffi-Weltmeister wird man aber nicht durch Bau- und
Schulden-Rekorde, sondern durch Verkehrspolitik mit den richtigen
Zielen und Schwerpunkten: Gesetzlich gesicherte
Öffi-Mindestversorgung aller Regionen, durch mehr Verbindungen stark
verdichteter landesweiter Taktverkehr und modernisierte
Regionalbahnen sind angesagt. Der Kunde ist in der Schweiz König, die
Einführung eines landesweit einheitlichen elektronischen
Ticketsystems fix, während in Österreich nicht einmal für Bahn und
bahneigenen Postbus dasselbe Ticket gilt. Auch der wiederholt von
Bures angekündigte Fahrgastbeirat existiert immer noch nicht ", zählt
Moser auf.

Auch beim Kauf von neuen Zügen geht die Schweiz bedarfsgerecht vor,
während in Österreich Industriepolitik regiert: gekauft wird, was vom
politisch befreundeten Anbieter vorgegeben wird, nicht was nötig
wäre. Möglich ist dies nur, weil Bund und Länder als Besteller und
Zahler bei solchen Deals kommentarlos mitspielen. "In der Schweiz,
aber auch in Bayern wäre es undenkbar, auf Regionalstrecken dauerhaft
mit zu großen Garnituren viel heiße Luft spazieren zu führen und viel
teure Traktionsenergie zu vergeuden. Nur ein rasches Umdenken der
österreichischen Regierung kann nach dem Schweizer Vorbild leistbare
Mobilität für alle auch in der Zeit nach dem billigen Öl sichern",
sagt Moser.

Rückfragehinweis:
Die Grünen
Tel.: +43-1 40110-6697
mailto:[email protected]

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