- 31.10.2011, 10:52:36
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ÖH: Beihilfensystem verhindert wissenschaftliche Karriere
DoktorandInnen-Studie zeigt: österreichisches Beihilfensystem zwingt die Hälfte der DoktorandInnen zu Nebenjob
Wien (OTS) - "Wie die Studie des European Council of Doctoral
Candidates and Junior Researchers (Eurodoc) zeigt, erhält jede zweite
Doktorandin bzw. jeder zweite Doktorand weder ein Gehalt noch
Beihilfen. Dieser Umstand macht deutlich, wie wenig das
österreichische Beihilfensystem den Studierenden tatsächlich unter
die Arme greift. Wieder einmal wird klar, wie weit Österreich den
nordischen Staaten wie Norwegen oder den Niederlanden hinterher
hinkt, die 97 bzw 94 Prozent ihrer JungwissenschaftInnen mit
ausreichenden Förderung unterstützen", so Martin Schott vom ÖH
Vorsitzteam.
"Im österreichischen Beihilfensystem krankt es an mehreren Stellen.
Eines der größten Probleme ist, dass die Familienbeihilfe nur mehr
bis 24 ausbezahlt wird. Es ist schon schwierig und für viele
Studierenden nicht machbar, innerhalb der Zeit, in der die Beihilfe
bezogen werden kann, einen Bachelor und einen Master abzuschließen.
Das bedeutet de facto, dass sich ein Bachelor-/Masterstudium mit
anschließendem Doktorat einfach nicht ausgeht. Hinzu kommt, dass die
Ausbezahlung eines Stipendiums im Doktorat an eine normierte Anzahl
an absolvierten Stunden oder ECTS gebunden ist. Diese werden von
vielen DoktorandInnen nicht erreicht, da die Art des
wissenschaftlichen Arbeitens im Doktorat in kein einheitliches System
gepresst werden kann", erklärt Peter Grabuschnig, ÖH Generalsekretär.
"Am Beispiel der DoktorandInnen wird deutlich, wie sehr die
Regelungen der Politik zum Hochschul- und Beihilfensystem an der
Lebensrealität der Studierenden vorbei geht. Studierende werden daran
gehindert, ihr Studium abschließen zu können. Wissenschaftliche
Karrieren werden einfach von vornherein verunmöglicht, wenn die
Studierenden es sich nicht selber finanzieren oder Eltern haben, die
sie finanziell unterstützen können. So wird ein elitäres, ungerechtes
Bildungssystem immer weiter verankert. Es braucht endlich ein
Bekenntnis zur finanziellen und sozialen Absicherung der
Studierenden, um das Hochschulsystem allen zugänglich zu machen", so
Angelika Gruber vom Vorsitzteam der ÖH abschließend.
Rückfragehinweis:
Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH)
Sara Scheiflinger, Pressesprecherin
Tel.: 0676 888 52 211
mailto:[email protected], http://www.oeh.ac.at
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