ÖH: Beihilfensystem verhindert wissenschaftliche Karriere

DoktorandInnen-Studie zeigt: österreichisches Beihilfensystem zwingt die Hälfte der DoktorandInnen zu Nebenjob

Wien (OTS) - "Wie die Studie des European Council of Doctoral Candidates and Junior Researchers (Eurodoc) zeigt, erhält jede zweite Doktorandin bzw. jeder zweite Doktorand weder ein Gehalt noch Beihilfen. Dieser Umstand macht deutlich, wie wenig das österreichische Beihilfensystem den Studierenden tatsächlich unter die Arme greift. Wieder einmal wird klar, wie weit Österreich den nordischen Staaten wie Norwegen oder den Niederlanden hinterher hinkt, die 97 bzw 94 Prozent ihrer JungwissenschaftInnen mit ausreichenden Förderung unterstützen", so Martin Schott vom ÖH Vorsitzteam.

"Im österreichischen Beihilfensystem krankt es an mehreren Stellen. Eines der größten Probleme ist, dass die Familienbeihilfe nur mehr bis 24 ausbezahlt wird. Es ist schon schwierig und für viele Studierenden nicht machbar, innerhalb der Zeit, in der die Beihilfe bezogen werden kann, einen Bachelor und einen Master abzuschließen. Das bedeutet de facto, dass sich ein Bachelor-/Masterstudium mit anschließendem Doktorat einfach nicht ausgeht. Hinzu kommt, dass die Ausbezahlung eines Stipendiums im Doktorat an eine normierte Anzahl an absolvierten Stunden oder ECTS gebunden ist. Diese werden von vielen DoktorandInnen nicht erreicht, da die Art des wissenschaftlichen Arbeitens im Doktorat in kein einheitliches System gepresst werden kann", erklärt Peter Grabuschnig, ÖH Generalsekretär.

"Am Beispiel der DoktorandInnen wird deutlich, wie sehr die Regelungen der Politik zum Hochschul- und Beihilfensystem an der Lebensrealität der Studierenden vorbei geht. Studierende werden daran gehindert, ihr Studium abschließen zu können. Wissenschaftliche Karrieren werden einfach von vornherein verunmöglicht, wenn die Studierenden es sich nicht selber finanzieren oder Eltern haben, die sie finanziell unterstützen können. So wird ein elitäres, ungerechtes Bildungssystem immer weiter verankert. Es braucht endlich ein Bekenntnis zur finanziellen und sozialen Absicherung der Studierenden, um das Hochschulsystem allen zugänglich zu machen", so Angelika Gruber vom Vorsitzteam der ÖH abschließend.

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