• 30.10.2011, 13:00:34
  • /
  • OTS0044 OTW0044

EAA-EnergieAllianz Austria: Handel mit Herkunftsnachweisen: Chance für die Energiewende - BILD

Stromerzeugung Norwegen

Wien/Oslo (OTS) - Der Ausbau der erneuerbaren Energieträger gilt
als ein zentraler Baustein der europäischen Klimaschutzpolitik. Aus
Sicht der EAA-EnergieAllianz Austria spielt dabei der europaweite
Handel mit Herkunftsnachweisen eine zentrale Rolle, um die
Konsumenten transparent mit "sauberer" Energie zu versorgen.

- Herkunftsnachweise schaffen Produktsicherheit und geben den
  Konsumenten die Möglichkeit zu wählen und bei Bedarf garantiert
  klassifizierten Strom in unterschiedlichen Qualitäten kaufen zu
  können.
- Der europaweite Handel mit Herkunftsnachweisen basiert auf klaren
  Marktregeln und EU-Direktiven, deren Einhaltung mittlerweile
  transparent, eindeutig und für jeden nachvollziehbar dokumentiert
  ist.
- Der liberalisierte Strommarkt ermöglicht - unabhängig vom
  physikalischen Transport - mit dem EUROPEAN ENERGY CERTIFICATE
  SYSTEM (EECS) innerhalb Europas den sicheren, transparenten und
  nach EU-Standards zertifizierten Handel mit Ökostrom-Zertifikaten.
- Der europaweite Handel mit Herkunftsnachweisen trägt dazu bei,
  dass die steigende Nachfrage der Konsumenten nach erneuerbarer
  Energie befriedigt werden kann.

Der europäische Energiemarkt ist weiterhin im Umbruch begriffen.
Die Rahmenbedingungen haben sich im Jahr 2011 durch die Katastrophe
von Fukushima und den daran anschließenden Entwicklungen in
Deutschland überschlagen. "Wir befinden uns derzeit - zufolge des
fulminanten Aufschwungs der erneuerbaren Energien - am Übergang von
einer nachfrageorientierten Stromversorgung hin zu einer
erzeugungsorientierten und ressourcenschonenden Versorgung", sagt
Christian WOJTA, Geschäftsführer der EAA-EnergieAllianz Austria. Das
bedeutet: Wind und Sonne fallen losgelöst von der aktuellen
Verbrauchssituation an - Erzeugung und Nachfrage sind zukünftig
intelligent miteinander zu verknüpfen um die Bedürfnisse der
Konsumenten in Übereinstimmung mit der jeweiligen
Stromaufbringungsstruktur zu decken. WOJTA: "Das ist der Einstieg in
eine smarte, ressourcenschonende Energiewelt."

Intelligente Anreize gefragt

Wenn der Anteil an Ökostrom am Österreichischen und Europäischen
Strommix langfristig steigen soll, sind intelligente Marktanreize
notwendig. Zu berücksichtigen ist freilich, dass (per se) eine
physikalische Differenzierung des Stroms in den Übertragungs- und
Verteil-Netzen nicht möglich ist, da sich elektrische Energie, die
aus erneuerbaren Energiequellen erzeugt wird, physikalisch nicht von
fossilem Strom oder Atomstrom unterscheidet. "Eine intelligente und
sichere Lösung bietet der Handel mit Herkunftsnachweisen für Strom
aus erneuerbaren Energiequellen", so WOJTA. "Dieser bestätigt dem
Konsumenten die umweltfreundliche Erzeugung und schafft sowohl
Produktsicherheit beim Kunden als auch Anreize für Investitionen in
die Erzeugung erneuerbarer Energien."

Sicheres, europaweites Handelssystem

Die Voraussetzungen, damit der Handel mit Herkunftsnachweisen
europaweit funktionieren kann, existieren bereits heute. Unabhängige
Energiebörsen einerseits sowie ein transparentes und sicheres
Handels- und Zertifizierungssystem anderseits. Jede einzelne
gehandelte bzw. zertifizierte Kilowattstunde wird registriert,
entwertet und durch die Energie-Regulatoren kontrolliert. Das von der
EU initiiertes Handelssystem - das EUROPEAN ENERGY CERTIFICATE SYSTEM
(EECS) welches bis 01.01.2012 seinen letzten Feinschliff erhält -
ermöglicht im liberalisierten Strommarkt den sicheren, transparenten
und nach EU-Standards zertifizierten Handel mit Ökostrom-Zertifikaten
unabhängig vom physikalischen Transport innerhalb Europas. Der Markt
für Herkunftsnachweise operiert mit höchsten Sicherheitsstandards auf
der Basis von EU-Direktiven. WOJTA: "Doppelzählungen sind damit
definitiv ausgeschlossen."

Die Umwelt bekommt einen eigenen Markt

Charakteristisch für die Gestaltung des Herkunftsnachweissystems
ist, dass der physikalische Stromhandel (z.B. über Börsen oder OTC)
vom Zertifikatehandel getrennt ist. Ökostrom wird also gewissermaßen
in die beiden Gütereigenschaften "Qualität (Öko et al)" und
"Quantität (Commodity)" differenziert, die in Folge getrennt
gehandelt werden. Dadurch entsteht, wie wir erwarten, neben dem
Stromhandel kurzfristig ein eigener (hinreichend liquider und
transparenter) Markt für Herkunftsnachweise von umweltfreundlich
erzeugtem Strom, der eigenständig entsprechend dem Kundenbedarf (bzw.
der Angebots /Nachfragefunktion) bepreist wird. Diese Trennung der
Stromqualitäten ermöglicht eine bessere Transparenz bei der Nutzung
erneuerbarer Energiequellen.

Es besteht im Sinne einer optimierten Ressourcenallokation
zukünftig die Absicht Windenergie verstärkt im Norden Europas und
Sonnenenergie im Süden Europas zu nutzen. Das führt nolens volens in
verschiedenen Zeitperioden zu Überangeboten, sodass Strom (im "großen
Stromsee") bis zur Nutzung durch die Konsumenten zwischengespeichert
werden muß. Aus welchen Quellen aber die Speicher in den Alpen oder
in Norwegen gefüllt werden, läßt sich nicht ohne weiteres
feststellen. Herkunftsnachweise, die direkt von der ursprünglichen
Erzeugungsquelle stammen, ermöglichen es aber, beim Endkunden die
Erzeugungsart transparent zu belegen. Der Vorteil des differenzierten
Marktmodells: Die steigende Nachfrage von Konsumenten nach "grünem
Strom" vor allem in Mitteleuropa - mit einer hohen Affinität zu
erneuerbaren Energieträgern - führt indirekt über den verstärkten
Kauf von Qualitäts- bzw. Herkunftsnachweisen zu einem zusätzlichen
Zufluß an Investitions-mitteln und ermöglicht damit einen forcierten
Ausbau von Erzeugungskapazitäten für erneuerbare Energie.

Nachfrage übersteigt österreichisches Angebot

Österreich ist aufgrund des steigenden Energieverbrauchs seit dem
Jahr 2001 Netto-Stromimporteur. Österreich importiert (Netto) über
das Jahr gerechnet derzeit ein bis fünf TERAWATTSTUNDEN (TWh)
elektrische Energie aus dem Ausland. Die tatsächlichen Importe
belaufen sich über das Jahr verteilt auf 19 bis 20 TERAWATTSTUNDEN
(gleichzeitig beträgt der Export 15 bis 19 TWh). Ein
grenzübergreifender Energiehandel für ganz Europa - nicht nur für die
EU - ist vor diesem Hintergrund in jedem Fall notwendig. Im Falle
einer positiven Konjunkturentwicklung würde der Verbrauch von
elektrischer Energie in den kommenden Jahren weiterhin um mehr als
ein Prozent pro Jahr steigen. Eine Konjunktureintrübung und die
europaweiten Anstrengungen zur Steigerung der Endenergieeffizienz
wirken dem massiv entgegen. Demgegenüber wächst die
Qualitäts-Nachfrage nach Ökostrom aufgrund veränderter
Konsumentenpräferenzen stetig. "Der Bedarf an erneuerbarer Energie
kann mit der österreichischen Produktion derzeit nicht befriedigt
werden", meint WOJTA. "Daher ist der europaweite Handel mit
Herkunftsnachweisen eine wichtige Unterstützung, um der Nachfrage der
Konsumenten nach erneuerbarer Energie in Österreich gerecht zu
werden. Mit Herkunftsnachweisen beispielsweise aus Norwegen kann der
Kunde sicher sein, dass die gekaufte Strommenge aus regenerativer
Energie hergestellt wurde."

Norwegische Stauseen - Stromspeicher Europas

Norwegen produziert seinen Strom fast ausschließlich aus
Wasserkraft und kann darüber hinaus noch reichlich saubere Energie
exportieren. Die norwegische hydraulische Stromerzeugung im Ausmaß
von 124,4 TWh entspricht zur Zeit etwa 60 Atomkraftwerken (siehe
Anhang).

Die norwegischen Stauseen könnten zudem als Speicher für
überschüssigen Ökostrom aus Kontinentaleuropa dienen. Denn eine
Energiewende wird nur gelingen, wenn in Europa nationenübergreifend,
sinnvolle Erzeugungssysteme für erneuerbare Energie aufgebaut werden
und die elektrische Energie über transparente, geprüfte
Produktkennzeichnung den Konsumenten angeboten wird. "Das ist eine
große Chance, um die Energiewende in Europa zu schaffen - unter der
Voraussetzung, dass ein europaweites Marktsystem installiert und
akzeptiert wird, das auf dem Handel von Herkunftsnachweisen basiert",
sagt WOJTA abschließend.

Über EAA-EnergieAllianz Austria:

Die EAA-EnergieAllianz Austria - mit Standorten in Österreich
(Wien, Linz) und Deutschland (Essen, München, Berlin) - zählt zu den
führenden Energievertriebsunternehmen in Mitteleuropa. Das
Unternehmen beliefert 3,2 Mio. Kundenanlagen mit Strom, Erdgas und
allen dazugehörenden Services und Dienstleistungen. Im Geschäftsjahr
2009/10 erwirtschaftete die EAA einen Umsatz von über 2 Mrd. EUR und
belieferte Kunden in allen Verbrauchsegmenten mit insgesamt 18 TWh
Strom sowie 17 TWh Erdgas.

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM/Original Bild
Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at

Rückfragehinweis:

EAA-EnergieAllianz Austria GmbH
   Peter Koller
   Kommunikation & Presse
   Tel: +43-1-904 10-13510
   E-Mail: [email protected]
   www.energieallianz.de

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | ENA

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel