- 29.10.2011, 08:00:31
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"profil": Hans-Werner Sinn: "Man verliert Zeit"
Ifo-Chef Sinn: "Geberländer verlieren mehr und mehr Geld" - "Gigantische Leistungsbilanzdefizite" in EU-Problemländern
Wien (OTS) - In einem Interview in der Montag erscheinenden
Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" kritisiert Hans-Werner Sinn,
Präsident des "Instituts für Wirtschaftsforschung" (Ifo) in München,
die Beschlüsse des jüngsten EU-Gipfels: "Die Geberländer verlieren
mehr und mehr Geld, ohne dass dadurch irgendein Beitrag zur Lösung
der Probleme geleistet würde. Man verliert Zeit." Schuldenländer wie
Griechenland, Irland, Spanien, Portugal und Italien seien durch den
billigen Kreditfluss unter dem Euro teuer geworden und hätten
"gigantische Leistungsbilanzdefizite" in der Höhe von gemeinsam 120
Milliarden Euro pro Jahr aufgebaut. "Mit dem auf dem EU-Gipfel
beschlossenen Programm kann man es eine Weile finanzieren. Nur wird
die Außenschuld dann jedes Jahr um 120 Milliarden Euro größer, und
man entfernt sich immer weiter von der Lösung der Probleme",
erläutert der Ifo-Chef.
Die Hebelung des Rettungsschirms EFSF berge große Risiken. "Die
Wahrscheinlichkeit, dass der deutsche oder österreichische
Maximalbeitrag an Haftungen und Garantien im Rettungsschirm auch
tatsächlich fällig wird, vergrößert sich erheblich."
Sinn spricht sich im "profil"-Interview für Änderungen des
EU-Vertrags aus, da schon der alte Maastricht-Vertrag bereits
mehrfach gebrochen worden sei. "Die Vertragsänderungen laufen alle
darauf hinaus, dass die EU-Länder gegenüber ihren
Verfassungsgerichten sagen können, dass sie das Vermögen ihrer Bürger
rechtmäßig aufs Spiel setzen."
Rückfragehinweis:
"profil"-Redaktion, Tel.: (01) 534 70 DW 3501 und 3502
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