- 28.10.2011, 19:15:34
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Diesen Tätern ist nichts heilig - Kommentar von Wilfried Goebels
Essen (ots) - Friedhöfe sind Orte des Friedens und der letzten Ruhe.
Grabräuber verursachen nicht nur materiellen Schaden, sondern begehen
auch einen Tabubruch, weil sie das Pietätsgefühl der Menschen bewusst
verletzen. Erschwerend kommt hinzu, dass vor allem ältere Menschen
betroffen sind, für die die Pflege des Grabes das Letzte ist, was sie
für ihre Verstorbenen tun können. Zweifel sind angebracht, ob mit
härteren Strafen das Unwesen auf den Friedhöfen beendet werden kann.
Die Plünderer haben jeden Anstand verloren. Das Risiko, auf
Friedhöfen erwischt zu werden, ist gering. Da wird ein höheres
Strafmaß Grabräuber kaum abschrecken. Am Ende wird nichts anderes
übrig bleiben, als die letzten Ruhestätten wie die Kirchen vor
Räubern und Vandalismus besser zu sichern. Die zeitweise Sperrung von
Friedhöfen wäre ein Armutszeugnis für unsere Gesellschaft. Aber wo
liegt die Alternative, wenn gierigen Tätern nichts heilig ist? Der
schwindende Respekt vor dem Mitmenschen erreicht mit dem Grabraub
eine neue Qualität. Die zunehmende Verwüstung von Parks, Haltestellen
und Bussen kostet die Städte Millionen. Dass Täter aber für ein paar
Euro vom Schrotthändler den Respekt vor der Trauer der Angehörigen
verlieren, muss erschüttern.
Rückfragehinweis:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 / 804-6528
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