• 28.10.2011, 12:23:03
  • /
  • OTS0159 OTW0159

Angebliche Ärztefehler sind häufig systembedingt

Schlechte Rahmenbedingungen im öffentlichen Gesundheitssystem sind hauptverantwortlich für die steigende Unzufriedenheit bei Patientinnen und Patienten Wien (OTS) - "Ausschließlich die Politik schafft die Rahmenbedingungen, innerhalb derer die im öffentlichen Gesundheitssystem tätigen Ärztinnen und Ärzte arbeiten dürfen", so Dr. Christoph Reisner, Präsident der NÖ Ärztekammer. "Wenn also von "Ärztefehlern" gesprochen wird, weil sich die Ärztinnen und Ärzte aus Sicht der Patientinnen und Patienten zu wenig Zeit nehmen, liegt das üblicherweise nicht am Unwillen der Ärzteschaft, sondern an den Verantwortlichen, die für die Einteilung der Ressourcen im Gesundheitssystem verantwortlich sind." Die NÖ Ärztekammer macht seit Jahren unermüdlich auf den Personalmangel sowie die zunehmende, mittlerweile unerträgliche Arbeitsbelastung in den Spitälern und bei den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten aufmerksam, kann aber leider nichts unternehmen, um die Situation zu verbessern. "Ich fordere die Verantwortlichen aus der Politik hiermit zum wiederholten Male auf, Taten zu setzen, statt die Ärzteschaft ständig für Fehler verantwortlich zu machen, die nicht von uns, sondern von den Politikern selbst zu verantworten sind." Qualität, auf die man stolz sein kann Präsident Dr. Reisner verweist in Sachen Ärztefehler auf die Statistik der Patientenschiedsstelle der Ärztekammer: "An die Patientenanwaltschaft werden zwar zahlreiche Beschwerden herangetragen, diese sind aber zum Großteil keine Kunstfehler", so Präsident Dr. Reisner. "Häufig sind es Kommunikationsmängel, Beschwerden über Wartezeiten oder Missverständnisse bei der ärztlichen Aufklärung." Nach einem "Vorfilter" durch die Patientenanwaltschaft werden schließlich pro Jahr etwa 120 "Verdachtsfälle" auf medizinische Behandlungsfehler an die Schiedsstelle der Ärztekammer weitergeleitet. Letztendlich werden nur etwa ein Drittel dieser Fälle als klare oder "anerkannte" Behandlungsfehler eingestuft. "So lässt sich errechnen, dass nur etwa zwei Mal bei einer Million Behandlungen ein Fehler festgestellt werden kann. Fazit: Die Qualität unserer Ärztinnen und Ärzte wird von keiner anderen Branche auch nur annähernd erreicht", stellt Präsident Dr. Reisner fest. Krankheit und Tod sind immer tragisch Regelmäßig stehen bei "schicksalhaft" verlaufenden Erkrankungen ohne medizinische Heilungsmöglichkeit, besonders bei eintreffendem Tod, automatisch die behandelnden Ärztinnen und Ärzte im Schussfeld der Angehörigen. "Auch wenn die individuelle Situation der Hinterbliebenen immer sehr tragisch ist, muss man jedoch auch zur Kenntnis nehmen, dass Ärztinnen und Ärzte keine Zauberer sind. Die Medizin wird immer ihre Grenzen haben und Menschen können auch sterben, ohne dass Ärztinnen und Ärzte Fehler gemacht haben." Rückfragehinweis: Ärztekammer für Niederösterreich, Pressestelle, Michael Dihlmann Tel. 0664/144 98 94 [email protected], www.arztnoe.at Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/29/aom *** OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT *** OTS0159 2011-10-28/12:23 281223 Okt 11

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AEN

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel