- 27.10.2011, 12:53:50
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Huainigg: System Sonderschule hat sich überholt!
ÖVP-Behindertensprecher fordert inklusiven Unterricht für bessere Startbedingungen behinderter Kinder ins Leben
Wien (OTS/ÖVP-PK) - "Es ist nicht üblich, dass Vertreter von
Regierungs- und Oppositionsparteien eine gemeinsame Pressekonferenz
abhalten. Wir tun es trotzdem, weil wir eine wichtige und klare
Botschaft haben: Sonderschulen gehören abgeschafft! Inklusiver
Unterricht muss für alle Kinder ermöglicht werden", sagt Abg.
Franz-Joseph Huainigg, ÖVP-Sprecher für Menschen mit Behinderungen,
zu Beginn einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Abg. Helene Jarmer,
Behindertensprecherin der Grünen, heute, Donnerstag.
Huainigg setzt sich für den gemeinsamen Unterricht von behinderten
und nicht-behinderten Kindern ein, weil davon alle Beteiligten
profitieren: "Studien belegen, dass sich für behinderte Kinder, die
inklusiv beschult werden, mehr Chancen und Möglichkeiten eröffnen und
die spätere Integration in die Gesellschaft erleichtert wird, während
Kinder mit einem Sonderschulabschluss etwa beim Berufseinsteig massiv
benachteiligt werden. Nicht-behinderte Kinder, die eine
Integrationsklasse besuchen, erwerben ganz selbstverständlich soziale
Kompetenzen", zählt der ÖVP-Behindertensprecher die Vorteile auf.
Huainigg betont, dass seine Forderung nach der Abschaffung von
Sonderschulen keinesfalls eine Geringschätzung der Arbeit von
Sonderschullehrer/innen bedeutet: "Ganz im Gegenteil - hier wird
wertvolle Arbeit geleistet, die wir auch in Zukunft dringend
benötigen. Dann allerdings in Regelschulen, wo alle Kinder gemeinsam
lernen. Es geht um die individuelle Förderung jedes einzelnen
Kindes", sagt Huainigg. Er verweist auf das Konzept der Neuen
Mittelschule, wo stets zwei Lehrer/innen in einer Klasse
unterrichten: "Ideale Voraussetzung, um inklusiven Unterricht zu
ermöglichen! Im Bereich der Lehrer/innen-Ausbildung muss daher
sichergestellt werden, dass jeder Lehrer und jede Lehrerin
Grundkenntnisse im Bereich der inklusiven Pädagogik erwirbt", sagt
Huainigg der darüber hinaus eine Öffnung des Lehrberufs für Menschen
mit Behinderungen fordert: "Es gibt keinen Grund, warum ein Lehrer im
Rollstuhl oder eine gehörlose Lehrerin nicht möglich sein sollen.
Derzeit werden jedoch behinderte Lehramtskandidat/innen durch die
Hochschul-Zulassungsverordnung 2007 ausgegrenzt, die als
Aufnahmekriterium an Pädagogischen Hochschulen körperlich-motorische
und Sprechleistungen einfordert."
Abschließend fordert Huainigg die Fortführung der schulischen
Integration nach der achten Schulstufe: "Ein aktueller
Gesetzesentwurf sieht die Weiterführung der schulischen Integration
in Polytechnischen Schulen und in einjährigen Haushaltungsschulen
vor. Das ist ein wichtiger Schritt, muss aber künftig auch für
mittlere Schulen und in Folge für höhere Schulen gelten. Das Recht
auf inklusiven Unterricht ist auch nach der achten Schulstufe zu
verankern", so Huainigg abschließend.
(Schluss)
Rückfragehinweis:
Pressestelle des ÖVP-Parlamentsklubs
Tel.: 01/40110/4436
http://www.oevpklub.at
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