• 27.10.2011, 11:18:48
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Plattform Betroffener Kirchlicher Gewalt: Klasnic-Vorstoß für staatliche Kommission ist positiv.

Wien (OTS) - Die Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt begrüßt
den Vorschlag von Waltraud Klasnic, eine staatliche Stelle für alle
Missbrauchsfälle in Österreich zu installieren. "Wir würdigen
Klasnics Engagement und letztlich auch ihr ehrliches Zugeben, dass
sie mit ihrer Kommission gescheitert ist", sagt Plattform-Vertreter
Sepp Rothwangl. Es wurden seit April 2010 nur 435 von 1.058 Fällen
bearbeitet. Zwischen dem Anspruch zu helfen und den Vorgaben der
Kirche, Betroffene so billig wie möglich abzufertigen sowie
prominente Täter zu schützen, konnte Klasnic nur scheitern. Nun
sollten alle Fälle von einer unabhängigen, völlig neu besetzten
Kommission übernommen und (so die Betroffenen das wollen) erneut und
unabhängig bewertet werden. Es muss transparent gemacht werden, nach
welchen Kriterien die Anerkennung als Opfer und in Folge eine
Entschädigung erfolgt. "Alle Daten zu Tätern und Opfern müssen in
einen Informationspool fließen, weil wir viele Hinweise darauf haben,
dass Betroffenen zwar von Kardinal Schönborns eingesetzter Kommission
entschädigt wurden, deren Peiniger aber unbehelligt im Amt
verbleiben", so Rothwangl weiter: "Das ist nicht nur für die
Betroffenen ein Affront - diese Kirchenangehörigen stellen auch ein
erhebliches Gefährdungspotenzial dar, weitere kirchliche Opfer sind
die Folge."

Betroffene müssen zentral eingebunden werden

Für die Akzeptanz und Glaubwürdigkeit einer neuen Kommission
müssen nun endlich auch Betroffene und deren Vertreter einbezogen
werden. Dass eine solche Kommission in einem ÖVP-Ministerium
angesiedelt ist, ist aufgrund der starken Verflechtung der Partei mit
der Kirche undenkbar. Sinnvoller wäre da eine Einbettung in die
Volksanwaltschaft. Zusätzlich ist die Einbindung internationaler
Experten notwendig, um die Neutralität der Kommission sicherzustellen
und auch dem internationalen Ausmaß der Verbrechen Rechnung zu
tragen. (So wurden viele kirchliche Täter, als die Übergriffe durch
Versetzungen weitergingen, ins benachbarte Ausland oder in die
Mission verabschiedet). Ausdrücklich begrüßt die Plattform
Betroffener kirchlicher Gewalt den Vorschlag von Kurt Scholz. Dieser
forderte Anti-Missbrauchs-Schulungen für alle, die mit Kindern
arbeiten sowie Bundesförderungen für Selbsthilfegruppen von
Missbrauchs- und Gewaltopfern.

www.betrofffen.at

Rückfragehinweis:
FJ PURKARTHOFER PR, +43-664-4121491, [email protected]

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