- 25.10.2011, 11:29:57
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LR Ragger: RH bestätigt Richtigkeit der Kinder-Heimholaktion
Kostensteigerungen in Jugendwohlfahrt seit 2009 gesenkt
Klagenfurt (OTS/LPD) - "Wir haben in der Jugendwohlfahrt Maßnahmen
eingeleitet, damit die Ausgaben Kärntens auf das Niveau der anderen
Bundesländer gesenkt werden", erklärt der Kärntner Sozialreferent LR
Christian Ragger zum Bericht des Rechnungshofes, der die höheren
Kosten Kärntens im Vergleich mit Burgenland aufzeigt. Ragger weist
darauf hin, dass sich der Untersuchungszeitraum zum Großteil auf die
Ära vor seiner Amtszeit (2006 bis 2009) bezieht.
"Seit ich im April 2009 das Referat übernommen habe, gilt auch in der
Jugendwohlfahrt das Prinzip, ambulant vor stationär. Jede Zuweisung
in eine stationäre Einrichtung wird erst bewilligt, wenn es keine
Alternativen gibt", teilt Ragger mit.
Das Budget sei auch umgeschichtet worden, indem Gelder für die "volle
Erziehung" in stationären Einrichtungen gekürzt und die Mittel für
die ambulante Familien- und Erziehungshilfe erhöht wurden. "Die
Herausnahme von Kindern und Jugendlichen aus ihren Familien sollte
nur dann erfolgen, wenn die Gefahr von Gewalt oder Missbrauch droht.
In anderen Fällen ist die ambulante Hilfe zur Selbsthilfe und zur
Konfliktlösung in den Mittelpunkt zu rücken. Die hohen Kosten
Kärntens sind auch darauf zurück zu führen, dass die Gerichte in
Kärnten häufiger als anderswo Fremdunterbringungen verfügt haben",
erläutert Ragger. Auch da habe er sich bemüht, in Gesprächen mit
Familienrichtern eine Änderung zu erreichen.
Kein Verständnis hat Ragger für den Rechnungshof, wenn er die höheren
Ausgaben Kärntens für Pflegeeltern bemängelt. "Ich stehe dazu, dass
wir hier mehr Geld als das Burgenland ausgeben. Die sozialrechtliche
Absicherung der Pflegeeltern und ihre fachliche Begleitung und
Betreuung muss der Allgemeinheit etwas wert sein." Kärnten wolle ein
attraktiver Standort für Pflegeeltern sein, weil diese eine gute
Alternative für andere stationäre Einrichtungen sind. Das Geld für
sie sei gut angelegt.
Die Ausgaben Kärntens stiegen von 2006 bis 2009 auch deshalb
empfindlich, weil Einrichtungen außerhalb Kärntens, vielfach auch im
Ausland, welche Kärntner Jugendliche aufgenommen haben,
unvergleichbar hohe Tarife verlangt haben. Die Zahl der außer Landes
"verschickten" Kinder wurde um 80 Prozent gesenkt.
"Der Rechnungshofbericht zeigt, wie richtig und wichtig, die von mir
angeordnete Heimholaktion ist. Wir schaffen mehr Angebote in
Kärnten. Damit können wir die Kostenentwicklung auch selbst steuern
und sind nicht anderen ausgeliefert", so Ragger. Für ihn ist es auch
ein Anliegen, verbesserte Lehr- und Ausbildungsangebote für
Jugendliche im Land zu schaffen.
Ragger weist darauf hin, dass es in der Jugendwohlfahrt keine
Patentrezepte gebe, sondern man bestenfalls Lösungsansätze finden
könne. "Die einzige Devise, der wir folgen können, heißt Prävention.
Je früher man Kinder und Familien erkennt, die Probleme haben, desto
wirksamer kann man auch helfen", betont Ragger. Er verweist in diesem
Zusammenhang auf den Einsatz von Psychologen, die in Kindergärten mit
viel Fingerspitzengefühl diesbezüglich tätig sind.
Der Landesrat stellt fest, dass er durch diese geschilderten
Maßnahmen die Kostendynamik in der Jugendwohlfahrt entscheidend
gebremst hat. "Wenn der RH die Periode 2011 bis 2014 prüfen sollte,
wird er viele Verbesserungen feststellen".
(Schluss)
Rückfragehinweis:
Kärntner Landesregierung, Landespressedienst
Tel.: 05- 0536-10201
http://www.ktn.gv.at
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