- 24.10.2011, 12:11:31
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KPMG-Studie: Körperschaftsteuersätze in Europa leicht gestiegen -Tendenz zu indirekter Besteuerung steigt
Linz/Wien (OTS) - Der Durchschnittssteuersatz bei
Körperschaftsteuern ist 2011 zwar weltweit noch gesunken (von 24,99
Prozent 2010 auf 22,96 Prozent im Jahr 2011). Der langfristige Trend
von sinkenden Körperschaftsteuersätzen (von 29,03 im Jahr 2000 auf
22,96 Prozent im Jahr 2011) scheint jedoch zu Ende zu gehen. In
Europa sind die Körperschaftsteuersätze bereits leicht gestiegen. Das
ergibt der Vergleich von Körperschaft- und indirekten Steuersätzen in
125 Ländern für die Corporate and Indirect Tax Survey von KPMG.
Körperschaftsteuersatz leicht gesunken - mit Ausnahme Europa
Der internationale Standortwettbewerb führte zwar auch heuer
weltweit wieder zu einer leichten Reduktion der
Körperschaftsteuersätze. In Europa wird jedoch erstmals eine leichte
Steigung bei den Körperschaftsteuersätzen verzeichnet. Hier stieg die
Körperschaftsteuer von 19,98 Prozent (2010) auf 20,12 Prozent (2011).
"Der jahrzehntelange Sinkflug der Körperschaftsteuersätze verflacht
sich spürbar", sagt Barbara Polster-Grüll, Partnerin bei KPMG.
"Aufgrund der wirtschaftlichen Situation der Staaten kündigt sich
offenbar eine Trendumkehr an."
In Österreich beträgt der Satz gleichbleibend 25 Prozent und liegt
damit noch immer deutlich über dem europäischen Durchschnitt.
KPMG-Geschäftsführerin Verena Trenkwalder: "Allerdings muss man
berücksichtigen, dass dem Nominalsteuersatz nur Signalwirkung
zukommt, für einen wirklichen Vergleich ist immer auch die
Steuerbemessungsgrundlage entscheidend. In Österreich ist vor allem
die Gruppenbesteuerung für Unternehmen attraktiv, wiewohl die
ständigen Diskussionen um Änderungen der Gruppenbesteuerung nicht
dazu beitragen, das Vertrauen in eine kontinuierliche Entwicklung bei
Investoren zu fördern."
Indirekte Steuern zeigen leicht steigende Tendenz
Die indirekten Steuern blieben in den letzten drei Jahren in etwa
gleich bei durchschnittlich 15,41 Prozent, zeigen aber im
Mehrjahresvergleich steigende Tendenz. Europa bewegt sich mit 19,71
Prozent weltweit im Spitzenfeld und zeigte von 2010 (19,67 Prozent)
auf 2011 eine leichte Steigerung. Polster-Grüll: "Die Staaten
fokussieren zunehmend auf Umsatzsteuer und andere indirekte Steuern.
Diese Tendenz wird vermutlich weiter steigen und das hat gute Gründe.
Indirekte Steuern sind weniger von wirtschaftlichen Schwankungen
abhängig und haben weniger Effekte auf den Standortwettbewerb."
Der Einkommen- und der Körperschaftsteuersatz spielt im
internationalen Wettbewerb um Investoren für die Staaten eine
wesentliche Rolle. Doch eine Reduktion dieser Steuersätze bei
gleichzeitiger Erhöhung der indirekten Steuern hat auch soziale
Auswirkungen: Die Erhöhung von Konsumsteuern bei gleichzeitiger
Senkung der Einkommen-/Körperschaftsteuer nimmt den Regierungen die
Möglichkeit einer sozialen Umverteilung.
Unternehmen: Vorteile durch genaue Planung der Gesamtsteuerkosten
Die weltweiten Bewegungen der durchschnittlichen Körperschaft- und
indirekten Steuersätze vermitteln zwar einen flüchtigen Blick auf das
große Bild, doch muss man tiefer graben, sobald es einzelne Länder
und Steuerzahler betrifft.
Für einen brauchbaren internationalen Vergleich sind Steuersätze
nur ein Ausgangspunkt: was wirklich zählt, sind die Bruttobeträge von
bezahlter und vereinnahmter Einkommensteuer und
Mehrwertsteuer-Durchlauf der Unternehmen, bei dem es sich um die
Gesamtsumme von dessen globalen Verkäufen, Käufen und
Mehrwertsteuer-Überweisungen handelt.
Der Bericht von KPMG macht darauf aufmerksam, dass über
Körperschaft- und Mehrwertsteuern hinaus auch andere Lohn-,
Vermögens-, Verbrauchs- und sonstige Steuern zur Anwendung kommen
können. Internationale Unternehmen sollten alle diese Kosten und ihre
Wechselwirkung sorgfältig analysieren. Die Planung dieser Faktoren in
den Gesamtsteuerkosten von wirtschaftlicher Tätigkeit, Vermögen und
Einkommen nach Standort kann den weltweiten Steueraufwand eines
Unternehmens erheblich reduzieren.
"Für international agierende Unternehmen muss das "Gesamtpaket"
stimmen - wer das Zusammenspiel der Steuern sorgfältig analysiert und
grenzüberschreitend plant, kann seine Steuerkosten erheblich senken",
schließt Trenkwalder.
Studie und Pressefotos finden Sie hier: http://www.kpmg.at/presse
Rückfragehinweis:
Iris Zeppezauer
Unternehmenskommunikation KPMG
Tel. +43 (0)732 6938 2157, [email protected]
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