• 24.10.2011, 09:54:36
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BZÖ-Bucher: Troika-Geheimbericht: Griechenland braucht bis zu viermal mehr Geld

Neue Schuldenanalyse enthüllt: Athen braucht deutlich länger und viel mehr Finanzhilfen als zunächst angenommen

Wien (OTS) - BZÖ-Chef Bucher fordert heute einen sofortigen
Zahlungsstopp nach Griechenland. Grund ist ein bisher
unveröffentlichter Geheimbericht zur Schuldentragfähigkeit
Griechenlands, erstellt von der Troika-Beobachtermission aus
Internationalen Währungsfonds (IWF), Europäischer Zentralbank (EZB)
und EU-Kommission. Dieser liegt "Welt-Online" vor und analysiert,
dass Griechenland deutlich länger und deutlich mehr Geld braucht, als
bislang von den Euro-Regierungen erwartet. Die bittere Wahrheit sei,
dass auch die Steuerzahler der Euro-Geberländer deutlich länger und
vor allem deutlich mehr Geld nach Athen pumpen müssten, wenn das Land
nicht in die Insolvenz rutschen solle. "Bucher sieht die Warnungen
des BZÖ bestätigt und fordert Bundeskanzler Faymann erneut auf, beim
kommenden Rat am Mittwoch ein Veto Österreichs zur Ausweitung des
Rettungsschirms einzulegen. "Jeder Euro, der weiter nach Griechenland
fließt, ist ein Euro in ein Fass ohne Boden und verloren". Nach der
neuen geheimen Analyse könnten 440 Milliarden Euro notwendig sein,
allein um die Griechen über Wasser zu halten. Zum Vergleich haben die
Europäer "nur" 109 Milliarden für das zweite Hilfspaket bis 2014
beschlossen. "Europa droht damit eine Vervierfachung allein der
Griechenlandhilfe", warnt Bucher.

"Die zusammengetragenen Zahlen und Fakten sind ernüchternd: Die
Rezession in Griechenland - verstärkt durch die Sparmaßnahmen - ist
weitaus schlimmer als bislang befürchtet. Um 5,5 Prozent in diesem
und drei Prozent im nächsten Jahr breche die Wirtschaftsleistung
weiter ein. 2013 und 2014 könnte die Wirtschaft des maroden Landes
dann zwar wieder wachsen. Mit 1,25 Prozent allerdings eher langsam.
Erst ab 2015 rechnen die Experten mit einer Reformdividende beim
Wachstum. Es könnte dann auf 2,6 Prozent steigen - vorausgesetzt, es
verschlechtert sich nicht auch noch die Lage der Weltwirtschaft. Für
Griechenlands Haushaltslage sind das schlechte Nachrichten. Denn eine
schwache Konjunktur drückt einerseits die Steuereinnahmen und hebt
andererseits Sozialausgaben.

"Die jüngsten Entwicklungen rufen nach einer Neuberwertung der
Annahmen, die bislang für die Schuldentragfähigkeitsanalyse genutzt
wurden", heißt es in dem Papier, das "Welt Online" vorliegt.
Entwickelt sich die Lage wie in der Untersuchung angenommen, erreicht
Griechenlands Schuldenstandsquote im Verhältnis zur
Wirtschaftsleistung 2013 ungeheuerliche 186 Prozent. Bis 2020 würde
sie nur auf 152 Prozent sinken. Und selbst 2030 - also in 19 Jahren -
wäre sie laut Vorhersage erst bei 130 Prozent. Zwar würde das am 21.
Juli dieses Jahres beschlossene Hilfspaket der Schuldentragfähigkeit
Griechenlands schon helfen. Nur würden die Maßnahmen überkompensiert
durch die wirtschaftliche Entwicklung. Wer Griechenland vor der
Pleite bewahren will, muss also mehr Hilfe nach Athen pumpen. Wie
viel, hängt vom Verzicht der privaten Gläubiger ab, der gerade
verhandelt wird. Nach den jetzigen Berechnungen müssten die Hilfen
bis 2020 auf 252 Milliarden Euro aufgestockt werden. Das ist mehr als
das Doppelte von jenen 109 Milliarden Euro, die die Europäer für das
zweite Hilfspaket bis 2014 beschlossen hatten. Verschlechtert sich
die Lage weiter, heißt es in dem Bericht, könnten 440 Milliarden Euro
notwendig sein, um die Griechen über Wasser zu halten", zitiert der
BZÖ-Chef aus "Welt Online".

Rückfragehinweis:
Pressereferat Parlamentsklub des BZÖ

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